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Eintracht in der Relegation : Mit Russ und Meier gegen Nürnberg

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Ob Marco Russ am Donnerstagabend für die Eintracht auf dem Platz stehen wird, ist noch unklar. Bild: dpa

Der an einem Tumor erkrankte Marco Russ wird im Relegations-Hinspiel gegen Nürnberg in der Frankfurter Startelf stehen. Zudem prüft die Eintracht nach der positiven Doping-Probe von Russ juristische Schritte gegen die Staatsanwaltschaft.

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          Marco Russ spielt trotz seiner schweren Tumorerkrankung im ersten Bundesliga-Relegationsspiel von Beginn an für Eintracht Frankfurt. Der Verteidiger steht ebenso wie Stürmer Alex Meier gegen den 1. FC Nürnberg in der Startelf. Er habe Trainer Niko Kovac bereits im Laufe des Mittwochabend mitgeteilt, „dass er sich zum Spiel bereit fühlt“, meinte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Bruchhagen erklärte gegenüber FAZ.NET, dass auch die behandelnden Ärzte ihr Einverständnis dazu gaben und sich der derzeitige Zustand von Russ nicht durch sportliche Höchstleistungen verschlechtern könne. Bruchhagen erklärte zudem, dass Eintracht Frankfurt der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) dankbar sein müsse, dass sie Russ vor drei Wochen durch Zufall getestet hätten – und die Frankfurter dann auch direkt auf mögliche andere Ursachen für die hohen Werte aufmerksam gemacht habe. „Das ist einer der aufregendsten Tage, die ich bei Eintracht Frankfurt je hatte“, sagte Bruchhagen.

          Zudem behält sich der Bruchhagen Fußball-Bundesligaklub rechtliche Schritte gegen die Staatsanwaltschaft vor. Das kündigte Eintracht-Präsident Peter Fischer im „Hessischen Rundfunk“ an. Wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Anti-Doping-Gesetz hatte die Behörde Russ' Privatwohnung und seinen Trainingsspind durchsucht. Die Ermittler erfuhren erst durch die Medien, dass der 30 Jahre alte Verteidiger erkrankt und nicht gedopt ist.

          Spieler haben „gefasst“ reagiert

          Die Eintracht steht trotzdem unter Schock. Aufgrund der Erkrankung ist selbst das wichtige Relegationsspiel gegen den 1. FC Nürnberg am Donnerstagabend (20.30 Uhr / Live in der ARD, auf Sky und im Bundesligaticker auf FAZ.NET) in den Hintergrund geraten. Der Tumor wurde nur deshalb erkannt, weil eine Doping-Probe bei dem 30 Jahre alten Verteidiger einen auffällig hohen Wert des Wachstumshormons HCG in seinem Körper festgestellt hatte.

          „Ich habe in 30 Jahren Bundesliga viel erlebt. Ein so schlimmes Ereignis vor einem solch wichtigen Spiel aber noch nie“, sagte Bruchhagen dem „hr-sport“. Gemessen an der schrecklichen Diagnose und all ihren Folgen habe der Spieler jedoch „sehr gefasst“ reagiert, erzählte der 67-Jährige dem Radiosender FFH. Russ soll bereits in der kommenden Woche operiert werden.

          Das Drama um Marco Russ hat damit drei Ebenen: eine persönliche, eine medizinische und auch eine juristische. Denn aufgrund des Vorgehens der Staatsanwaltschaft behält sich der Verein sogar rechtliche Schritte gegen die Behörde vor. Präsident Peter Fischer sprach von einem „Skandal. Das ist vollkommen respektlos“, schimpfte er im Hessischen Rundfunk. „Was gestern Abend passiert ist, wird der Verein aufarbeiten müssen. Die Frage, in welchen Verhältnismäßigkeiten dort Hausdurchsuchungen und Hoteldurchsuchungen gestanden haben. Auf welchem Rechtsgrund die basierten. Ich werde den Vorstand dazu aufrufen, das nach allen Seiten juristisch zu prüfen.“

          Die Staatsanwaltschaft ist nach dem neuen Anti-Doping-Gesetz allerdings verpflichtet, sofort Ermittlungen aufzunehmen, wenn sie über eine positive Dopingprobe informiert wird. Zum Zeitpunkt der Durchsuchungen hätten die Ermittler von der Erkrankung des Spielers noch nichts gewusst, erklärte eine Sprecherin. „Beweismittel wurden dabei nicht sichergestellt“, sagte sie. Offiziell eingestellt werden kann das Verfahren erst, sobald der Staatsanwaltschaft ein ärztlicher Befund über die Erkrankung vorliegt. Den habe man nun angefordert.

          Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung wurde die Doping-Probe bei Russ nach dem Bundesliga-Spiel gegen Darmstadt 98 am 30. April entnommen. Am Mittwoch teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada dann der Eintracht, dem Deutschen Fußball-Bund und auch der Staatsanwaltschaft mit, dass bei der Untersuchung dieser Probe ein „auffällig erhöhter Wert des Wachstumshormons HCG“ festgestellt worden sei.

          Die Nada wies in ihrer Nachricht sofort darauf hin, dass dieser Wert auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein könne. Die Eintracht schickte Russ deshalb noch am Mittwoch zu einem Internisten und in ein biochemisches Institut. Blutwerte, Urinwerte und ein Ultraschallbild bestätigten dann die „schwere Tumorerkrankung“.

          Nach Auffassung des Vereins hätte die Staatsanwaltschaft zwar kein ärztliches Attest, wohl aber den Hinweis der Nada auf eine mögliche Erkrankung vorliegen gehabt. „Warum man da noch weiter ermittelt, ist mit normalen Menschenverstand nicht zu erklären“, meinte Bruchhagen.

          Mit großer Anteilnahme reagierten derweil viele Spieler und Vereine auf Russ’ Erkrankung. Den ganzen Tag über wurden Genesungswünsche versendet. „Wir wünschen Marco Russ alles Gute“, twitterte auch der große Frankfurter Rivale Kickers Offenbach.

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