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Eintracht Frankfurt : Fischer will Präsident bleiben

Eintrachtler aus Leidenschaft: Peter Fischer möchte dem Verein weiter vorstehen. Bild: Jan Huebner

Der Präsident von Fußball-Bundesligaklub Eintracht Frankfurt, Peter Fischer, kündigt eine weitere Kandidatur an. Derweil verzeichnet der Verein mittlerweile 93.000 Mitglieder.

          3 Min.

          Die Mission ist noch nicht beendet. Seit bald 22 Jahren schon heißt der erste Mann der Eintracht Peter Fischer. Der Mann, der „Herz und Mund verbindet“, wie er am Samstag während seiner gut einstündigen Rede auf der Mitgliederversammlung in der Frankfurter Arena sagte. Der Präsident, der längst seine Berufung darin sieht, dem fünftgrößten deutschen Verein vorzustehen – und es auch zukünftig zu tun. „Ich habe mich dazu entschlossen, noch mal zu kandidieren“, sagte er auf dem schwarz-roten Podium, blickte hoch in die Menge der 467 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder – und bekam als Antwort laut aufbrandenden Beifall.

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          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Das wird, so die Planungen, im kommenden Januar sein, wenn auf der nächsten Mitgliederversammlung wieder Neuwahlen auf der Tagesordnung stehen. Später, als Fischer den Platz am Rednerpult räumte und dem Vorstandssprecher der Eintracht AG, Axel Hellmann, das Wort erteilte, erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen auf der Gegentribüne und erwiesen ihrem alten und sicherlich auch neuen Präsidenten mit stehend dargebrachten Ovationen ihre Reverenz.

          Es war eine kämpferische, emotionale Rede, gewürzt mit Fakten und Danksagungen. Stolz berichtete Fischer, dass sich die aktuelle Mitgliederzahl des Großvereins Eintracht auf 93.312 beläuft. Beifall. In Richtung der vielen anwesenden Ultras sagte der Präsident: „Ich hätte euch auch am Donnerstag gerne in der Kurve gesehen. Dann hätten wir die Türken weggehauen.“ Wieder großer Beifall. Auch Oliver Glasner, der Trainer der Eintracht, der es sich nicht nehmen ließ, einen Tag vor dem Bundesligaspiel in Wolfsburg mit seinen Assistenten sowie mit Kapitän Sebastian Rode und Urgestein Timothy Chandler in der Arena vorbeizuschauen und Fischers Worten zu lauschen, gefiel, was er sah und hörte.

          Seitenhieb in Richtung Bobic

          So nutzte Vorstandssprecher Hellmann die Gunst der Stunde – es ist seit dem Ausbruch der Corona-Krise die erste Mitgliederversammlung seit 20 Monaten –, um Hoffnung auf weitere Normalität zu wecken. „Wir haben den Antrag auf komplette Öffnung der Stehplätze gestellt“, sagte er. Wieder brandete Beifall auf. Konkret würde dies bedeuten: Wenn die Gesundheitsbehörde mit dem bisher erprobten Hygienekonzept der Eintracht auch weiterhin einverstanden ist und weitere Liberalisierungen genehmigt, könnten am kommenden Samstag beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln 31.000 Zuschauer in der Arena sein.

          Hellmann betonte in diesem Zusammenhang, dass er das 2-G-Modell, also nur Geimpfte oder Genesene zuzulassen, so lange wie möglich vermeiden und stattdessen auch weiterhin Getesteten den Zugang ermöglichen möchte. Zudem versprach Hellmann, dass die Eintracht nach der geplanten Kapazitätserweiterung des Stadions auf dann 60.000 Plätze den Stehplatzpreis „für fünf Jahre fix“ lassen will.

          Nicht nur für Hellmann, auch für den wieder als Präsident kandidierenden Fischer ist Profifußball vor Publikum das Salz in der Suppe. „Ein Fußballspiel ohne Zuschauer macht kein Spaß – das ist Mist. Wir brauchen euch alle“, sagte der 65-Jährige, und wieder gab es freundlichen Beifall von der Versammlung. Zustimmung erhielt Fischer auch für den Seitenhieb, den er in Richtung des vorzeitig nach Berlin geeilten Sportvorstands Fredi Bobic verteilte. „Es gab keinerlei Absprachen, und es ist nicht in Ordnung, dass er seine Tätigkeit vorzeitig beendet hat. Das war ein ganz schlechtes Zeichen, denn von den Spielern erwarten wir ja auch Vertragstreue.“

          Auch Markus Krösche, der der insgesamt sechsstündigen Mitgliederversammlung beiwohnte, nutzte die Gelegenheit, sich in diesem Rahmen vorzustellen. Voller Bewunderung sprach der Sportvorstand von einem „großen Klub mit großer Strahlkraft. Ich spüre jeden Tag in der Stadt, wie groß der Klub ist.“ Worte, die auf fruchtbaren Boden fielen und gleichfalls mit intensivem Beifall bedacht wurden. „Ich werde alles dafür tun, dass wir mit Eintracht Frankfurt erfolgreich sind“, sagte Krösche.

          Präsident Fischer ist nun schon seit bald einem Vierteljahrhundert damit beschäftigt, die Eintracht auf ihrem Wachstumskurs an vorderster Stelle zu begleiten. „Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass wir die 100.000 knacken. Und das schaffen wir auch“, sagte Fischer bei der Präsentation der neuesten Mitgliederzahlen. Er lobte die Verzahnung zwischen Verein und AG, freute sich, dass das zurückliegende Geschäftsjahr des Muttervereins mit einem Überschuss von 863.000 Euro beendet wurde, und betonte: „Zwischen Verein und AG passt kein Blatt Papier dazwischen.“

          Kämpferisch gab sich Fischer, als er sein Credo erneuerte, mit der Eintracht für klare Werte einzutreten. „In unserem Verein gibt es 105 verschiedene Nationalitäten. Mich interessiert nicht, an was sie glauben und welche Neigungen sie haben.“ Wichtig ist Fischer vor allem dies: „Wir rücken keinen Millimeter nach links oder nach rechts. Für mich ist kein Weg zu weit, dafür zu werben und aufzustehen.“

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