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Nächste Saison : Vorsichtig optimistische Eintracht

  • -Aktualisiert am

Erfolgreiches Eintracht-Doppel: Adi Hütter (l.) und Fredi Bobic Bild: dpa

Die kommende Spielzeit bietet für Frankfurt die große Chance, den Steigflug fortzusetzen. Niemand sollte jedoch einen Höhenflug in einer steilen Kurve erwarten. Der einzig gesunde Weg nach oben ist der langsam kreisende.

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          Das Lob kam in dieser Woche aus Gelsenkirchen. Der Schalker Sportvorstand Jochen Schneider nannte Fredi Bobic und die Frankfurter Eintracht in einem Atemzug mit Max Eberl und Borussia Mönchengladbach – als Beispiel, auf wessen Spuren sein gebeutelter Klub künftig wandeln wolle. Nicht mehr mit allen Risiken und Nebenwirkungen den ganz großen Träumen hinterherhecheln, sondern eine Geschäftspolitik betreiben, die mit Augenmaß einen kontinuierlichen, nachhaltigen Aufstieg ermöglicht. Nicht mehr mit einem Bein mühsam über dem Abgrund balancieren, sondern mit beiden Füßen fest auf dem Boden der Tatsachen stehen.

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          Die Eintracht startet auf einer festen Basis, aus einer Position der Stärke in die nächste Saison, obwohl Bobic vor seinem Start in den Urlaub Begriffe wie „Vollbremsung“ sowie „auf null stellen“ benutzte und das Loch mit 20 Millionen Euro bezifferte, das Corona in den letzten drei Monaten der abgelaufenen Saison gerissen habe. Aber den allermeisten Bundesligavereinen geht es deutlich schlechter. Sie haben ein geringeres Eigenkapital, höhere Verbindlichkeiten und einen viel größeren Veränderungsdruck im Spielerkader als die Eintracht. Wenn kein Profi mehr ginge und keiner mehr käme, könnten die Frankfurter sozusagen aus dem Stand heraus konkurrenzfähig um die Plätze sieben bis zehn spielen.

          Aber der Eintracht ist durchaus zuzutrauen, dass sie auf dem Transfermarkt aus den Nöten der anderen, wie zum Beispiel den Schalkern, ihren Nutzen zieht, ohne groß investieren zu können. Was es leichter macht: Sie ist mittlerweile eine Adresse geworden, zu der es ambitionierte Profis zieht. Die Auftritte in der Europa League, die vergleichsweise stoische Art, in der Krisensituationen abgewickelt werden, die Zeit, die den Spielern gegeben wird, sich zu entwickeln (Silva, Dost, Kohr in dieser Saison; Haller, Jovic in den vergangenen), die Seriosität des Trainers, die Mentalität der Mannschaft, die Leidenschaft der Fans, das alles strahlt aus und wird registriert.

          In Kombination mit der Erweiterung des Stadions, dem Neubau des Proficamps und der neuen Partnerschaft mit der Deutschen Bank erscheint die Eintracht derzeit als einer der vielversprechendsten Klubs in der Bundesliga, um die eigene Karriere zu befördern – wenn man nicht gerade Messi, Sané oder Werner heißt. Noch immer spielen die Bayern in ihrer eigenen Liga, noch immer sind Dortmund, Leipzig, Leverkusen und Mönchengladbach außer Reichweite, noch immer besitzen Hoffenheim und Wolfsburg größere Möglichkeiten: Aber dann – Schalke taumelt – kommt schon die Eintracht, und ihr Trend zeigt nach oben, nicht zur Seite.

          Die kommende Spielzeit bietet die große Chance, den Steigflug fortzusetzen, da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Überlastung der Mannschaft durch den Europapokal mehr eintreten wird. Niemand sollte jedoch einen Höhenflug in einer steilen Kurve erwarten. Der einzig gesunde Weg nach oben ist der langsam kreisende. Und den hat die Eintracht eingeschlagen.

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