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Fußball-Bundesliga : Glasners neue Optionen bei der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Hofft auf eine erfolgreiche Saison in Frankfurt: Trainer Oliver Glasner Bild: dpa

Geht der Frankfurter Plan auf, wird es für gegnerische Mannschaften ausgesprochen unangenehm, gegen die neu formierte Eintracht zu spielen. Doch davor müssen noch einige Personalentscheidungen getroffen werden.

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          Die Hälfte der Vorbereitung ist schon vorbei. Und ein Bild vom großen Ganzen, welches die Eintracht in der Saison 2021/2022 abgeben soll, wird in Ansätzen erkennbar. Nun da die ersten drei Wochen der Einstimmung absolviert sind und noch 21 Tage bleiben, ehe die Mannschaft mit dem schweren Pokalspiel in Mannheim erstmals unter Pflichtspielbedingungen gefordert ist, tritt die Grundlagenarbeit in ihre entscheidende Phase ein: Die EM-Fahrer kehren aus dem Urlaub zurück, sie werden ihre Ansprüche geltend machen – und der Konkurrenzkampf um die freien Plätze noch einmal entscheidend an Qualität hinzugewinnen.

          Oliver Glasner stehen fürs Erste dreißig Mann zur Verfügung, die seine Aufmerksamkeit erfordern. Zu viel, um auf Dauer die Belastungen für jeden einzelnen so steuern zu können, dass niemand während der Einheiten zu kurz kommt. Sportvorstand Markus Krösche ist gefordert, den Kader auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zu verschlanken, wobei es sich anbietet, einem Novizen wie Nils Stendera, der jetzt schon seine liebe Mühe hat, Schritt zu halten, entweder ans NLZ zu delegieren oder zu einem unterklassigen Verein auszuleihen, um ihm eine Spielfläche zu bieten, auf der sich sein Talent entfalten kann.

          Bei Steven Zuber sollte die Eintracht ebenfalls gut überlegen, ob sie ihn weiter beschäftigen möchte. An Filip Kostic, der keinerlei Anstalten macht, dass es ihm bei der Eintracht nicht gefallen könnte und er unbedingt sein Glück in Südeuropa suchen möchte, kommt der Schweizer bei allem Bemühen nicht vorbei. Und mit Neuzugang Jesper Lindström, Rückkehrer Rodrigo Zalazar und dem vielseitigen Ajdin Hrustic verfügt Glasner in Kombination über drei Optionen (die Adi Hütter nicht besaß), mit der die Frankfurter sowohl im 4-4-2-System als auch bei einem 3-5-1-1 flexibel aufgestellt sind.

          Der dritte österreichische Eintracht-Coach hintereinander, der in Salzburg bei RB das Handwerkszeug für den Job mit erlernte, geht die Dinge zielstrebig an. Glasner ist ein Freund klarer Worte, sucht bei jeder Übungseinheit Gelegenheiten zu Vier-Augen-Gesprächen und versteht sich als Entwicklungshelfer, der gerade den Jungen auf dem Platz Wege aufzeigt. Er muss keine Begeisterung schüren, denn Leidenschaft und Einsatzwillen, gemeinsam etwas zu erreichen, sind vorhanden. Geht der Plan auf, so wie phasenweise beim Test gegen Sandhausen, entsteht beim Gegner über kurz oder lang das mulmige Gefühl, dass es ausgesprochen unangenehm ist, gegen diese neuformierte Eintracht spielen zu müssen. Mit und ohne Ball.

          Wie Glasner-Fußball in Formvollendung ausschauen kann, hat der VfL Wolfsburg in der vorigen Runde – zum Leidwesen der Eintracht – par excellence demonstriert. Bei dem Werksklub benötigte er wenig Anlaufzeit, um das Potential zum Vorschein zu bringen. Auch das verschaffte ihm Anerkennung, die bei den Frankfurtern mit einem großen Vertrauensvorschuss einhergeht. Nichts deutet bislang darauf hin, dass er unangebracht wäre.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

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