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Oliver Glasners Assistenten : Von der Schülerauswahl bis zur Eintracht

  • -Aktualisiert am

„Der Zeitpunkt passte“: Brunmayr (links) und Angerschmid Bild: Jan Huebner

Seine Assistenten kennen den neuen Eintracht-Trainer Oliver Glasner seit Jahrzehnten. In Frankfurt setzen sie auf eine Stabilisierung der Defensive und einen ganzheitlichen Ansatz.

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          Wer es noch nicht wusste, hörte es am Dienstag aus berufenem Mund: Der neue Trainer der Frankfurter Eintracht Oliver Glasner ist ein Fußballverrückter. Seine beiden Assistenten Ronald Brunmayr und Michael Angerschmid beschrieben bei ihrer ersten Pressekonferenz ihren Chef mit liebevollen Worten, und so war auch der Begriff fußballverrückt gemeint. Wobei die Ausschmückung des Begriffes durchaus auch hart klang. „Er lebt Fußball 24 Stunden, wenn er die Tür am Arbeitsplatz schließt, geht es im Kopf weiter. Er ist ein detailversessener Fanatiker.“ Brunmayr brachte etwas Milde ins Spiel, als er sagte: „Dennoch verlangt er auch eine gewisse Lockerheit bei seinen Spielern.“

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Glasner ist sich seiner fordernden Art durchaus bewusst, mit der er zuletzt auch beim VfL Wolfsburg großen Erfolg hatte, aber bei der Mannschaft lange nicht gut ankam. „Ich verlange vielleicht manchmal etwas zu viel“, gestand der 46 Jahre alte Österreicher gegenüber der F.A.Z. ein, kündigte aber an, künftig darauf zu achten, dies zu vermeiden.

          Angerschmid, Brunmayr und Glasner kennen sich seit über 30 Jahren, wobei Angerschmids und Glasners Karrieren über längere Zeiträume in gleichen Bahnen liefen. Es begann in einer oberösterreichischen Schülerauswahl, setzte sich beim SV Ried als Profikollegen fort und ging als Trainer-Pärchen weiter. Glasner war immer der Chef, Angerschmid zunächst der Amateurtrainer und später sein ständiger Ko-Trainer. Brunmayr, der beste Fußballer des Trios, ging mehr seine eigenen Karrierewege, verlor die Freunde aber nie aus den Augen.

          Keine feste Aufteilung der Arbeit

          „Wir schafften es fast immer, gemeinsam in den Urlaub zu fahren“, sagte der achtmalige österreichische Nationalspieler. Als Glasner ihn rief, zu ihm zur Eintracht zu kommen, sagte Brunmayr ohne lange zu überlegen zu, obwohl er gerade mit Blau-Weiß Linz Meister in der zweiten österreichischen Liga geworden war. „Der Verein hatte die Bundesligalizenz nicht beantragt, weil die Infrastruktur nicht ausreicht, deshalb fiel die Mannschaft auseinander, der Zeitpunkt, nach Frankfurt zu gehen, passte.“

          Eine feste Aufteilung der Arbeit unter den Assistenten gibt es nicht, wobei Angerschmid betont, dass er eher (wie Glasner) von der Defensive komme und Brunmayr als ehemaliger Stürmer von der Offensive. Zudem ist Angerschmid auf die Ausführung der Standards spezialisiert. Das Einstudieren der Laufwege hatte schon auf den gemeinsamen Stationen in Linz und Wolfsburg einen großen Platz im Programm. „Bei allen der letzten großen Turniere fielen etwa 40 Prozent der Treffer nach Standards. Es wäre nicht clever, darauf zu verzichten, die Standards ausgiebig zu trainieren“, so Angerschmid.

          Brunmayr sagt, der Ansatz aller drei sei es nach der Analyse der vergangenen Eintracht-Saison, die Defensive zu stabilisieren. „Es wurde schon das ein oder andere Gegentor zu viel hingenommen.“ Die Verteidigungskraft soll durch eine klare Vorgabe der Verhaltensweisen der einzelnen Spieler verbessert werden.

          „Wobei der Stürmer schon der erste Verteidiger ist, wenn die gegnerischen Abwehrspieler versuchen, das Spiel aufzubauen. Genauso haben unsere Verteidiger keine Pause, wenn unsere Stürmer am gegnerischen Strafraum den Ball führen. Dann geht es um die perfekte Positionierung der Restverteidigung“, so Brunmayr. Ein ganzheitlicher Ansatz also. Dass Fortschritte erzielt werden, davon sind die Assistenten überzeugt: „Alle Spieler haben eine Top-Einstellung. Und das Ausgangsniveau ist schon sehr, sehr hoch.“

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