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Frankfurter Saisonstart : Bei der Eintracht klemmt es

Nicht nur David Abraham war nach dem Saisonstart der Eintracht unzufrieden. Bild: EPA

Ohne die Impulse von Filip Kostic und Daichi Kamada fehlen den Frankfurtern gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld die Lösungen. Nach dem 1:1 ist auch Trainer Adi Hütter nicht zufrieden mit dem Start.

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          Da geht noch was. „Es gab einige Dinge, die nicht gepasst haben“, sagte Adi Hütter nach dem 1:1 gegen Arminia Bielefeld. Nicht nur dem Trainer der Frankfurter Eintracht war aufgefallen, dass von zwei eigentlich kreativen Kräften am Tag, als es zählte, kaum Impulse ausgingen. Filip Kostic und Daichi Kamada bezeichnete der ehrgeizige Coach zwar als „zwei absolute Schlüsselspieler“. Doch beim Bundesligastart gegen Bielefeld haben sie mehr schlecht als recht funktioniert. Von Kostics Sturm und Drang auf der linken Seite war ebenso kaum etwas zu sehen wie von überraschenden Momenten Kamadas.

          Bundesliga

          Hütter beklagte in seiner Analyse „viel zu viele einfache Ballverluste“, was nicht nur das Duo Kostic/Kamada betraf. Und trotzdem: Auf einen wie Kostic kann die Eintracht nicht verzichten. Der schnelle Serbe kann den Unterschied machen – so wie bei seiner Flanke, die in der 62. Minute durch André Silvas Kopfballtreffer zum verdienten 1:1 führte, und der damit die Bielefelder Führung durch den konternden Cebio Soukou (51.) egalisierte. Zwischen Vorbereitung und Vollendung hatte sich noch Bas Dost eingeschaltet. Schon vor einer Woche hatte dies der Niederländer im Zusammenspiel mit Silva gemacht und mitgeholfen, dass die Eintracht die Pokalhürde 1860 München nehmen konnte.

          Wieder ein Assistpunkt für Dost also. Der Angreifer, der sich an der Seite von Sturmkollege Silva sichtlich wohl fühlt, lobte nach dem Remis gegen die Arminia: „Das Zusammenspiel mit Silva harmoniert gut.“ Sich selbst Mut zusprechend, ergänzte Dost: „Das müssen wir von uns verlangen, dass wir immer gefährlich sind. André hat wieder zugeschlagen, das war gut.“ Weniger gut war, dass Dost selbst kurz vor der Halbzeitpause relativ leichtfertig die Möglichkeit vergab, die Eintracht in Führung zu schießen.

          Mitspieler Sebastian Rode, der verletzungsbedingt in der 77. Minute seinen Dienst quittieren musste, fand es in der Rückschau „schade, dass wir vor der Pause nicht zugestochen haben. So wird’s im Laufe des Spiels nicht einfacher.“ Auch Fredi Bobic war mit der mangelnden Chancenverwertung nicht einverstanden. „Wenn du die Chancen hast, musst du die Bälle auch reinmachen“, haderte der Sportvorstand mit der fehlenden Kaltschnäuzigkeit seiner spielenden Angestellten.

          Grundsätzlich fiel auf, dass die Eintracht bei ihrer Heimpremiere vor Publikum insgesamt zu wenige Versuche unternahm, um aus der Distanz zum Erfolg zu kommen. Der angestrebte Sieg – es wäre für Hütter der dritte zum Start einer Bundesligasaison als Frankfurter Trainer gewesen – war also möglich, und auch Uwe Neuhaus ließ keine Zweifel aufkommen, „wer hier die reifere Mannschaft war. Darüber brauchen wir nicht zu reden“, sagte der Bielefelder Aufstiegstrainer.

          Dafür redete sein Frankfurter Pendant über zarte Signale der Hoffnung. Diese gingen in Ansätzen von Aymen Barkok aus. Jenem talentierten Mittelfeldspieler, der über den Umweg Düsseldorf wieder bei seinem Heimat- und Herzensverein Eintracht angedockt hat und durch seine unbekümmerte Spielweise für belebende Elemente sorgen kann. „Aymen hat für frischen Wind gesorgt“, lobte Hütter. „Er hat es ganz gut gemacht.“ Gegen die Arminia fügte sich der nach dem Seitenwechsel für Dominik Kohr in die Partie gekommene Barkok gleich mit einigen ansehnlichen Szenen gut ein. So war der 22-Jährige Ausgangspunkt der Szene, als Martin Hinteregger nach eben Barkoks Flanke den Ball an die Unterkante der Latte köpfte (48.).

          Dass es daraufhin im Stadion lauter wurde, weil sich die Zuschauer bemerkbar machten, war eines der positiven Signale dieses Fußball-Nachmittags. „6500 Zuschauer heute bedeuten einen guten Schritt in die richtige Richtung“, sagte Eintracht-Trainer Hütter. Der 50 Jahre alte Fußballlehrer spürte: „Sie haben uns das Gefühl gegeben, was es bedeutet, hier aufzulaufen.“ Hütter sprach geradezu überschwänglich von einer „tollen Atmosphäre“. Arminia-Trainer Neuhaus begriff die „Teilzulassung von Zuschauern“ als einen „Anfang. Schön zu wissen, dass sich die Leute für uns interessieren. Ich denke, es werden wieder Stück für Stück mehr werden.“

          In Frankfurt sind die rund um das Spiel gegen Bielefeld gemachten Erfahrungen positiv, so dass schon bald wieder mit einem Zuspruch von mehr als 10.000 Besuchern gerechnet werden darf. Es wäre der Moment, an dem es sich für die Eintracht in Corona-Zeiten wirtschaftlich ein wenig lohnen würde, Bundesliga-Heimspiele auszurichten. Dass es auch sportlich aufwärts gehen muss, hat der Saisonstart gegen die Bielefelder Arminia gezeigt. Hütters Wunsch, seine Mannschaft möge „druff“ gehen, hatte sie nur in wenigen Phasen erfüllt.

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