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Suche nach Bobic-Nachfolger : Noch kein Beinbruch für die Eintracht

Christoph Spycher spielte einst in Frankfurt, kommt nun aber vorerst nicht zurück. Bild: dpa

Nach dem angekündigten Abschied von Fredi Bobic sehen die Frankfurter Rote Karten. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltet sich schwierig. Es ist ein Härtetest für den Aufsichtsrat.

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          Das war keine gute Woche für die Eintracht. Sportlich geht es beim ganz großen Kampf um die Königsklasse mit dem Unentschieden gegen Stuttgart nicht entscheidend voran. Administrativ gab es nach dem angekündigten Rückzug von Fredi Bobic schon abseits des Platzes die ersten Roten Karten. Gezückt hat sie als Erster Christoph Spycher.

          Bundesliga

          Der einstige Kapitän der Eintracht, seit Jahren mit großem Erfolg in seiner Schweizer Heimat als Sportdirektor bei den Young Boys arbeitend, hat keine Lust, Nachfolger von Sportvorstand Bobic zu werden. Was wie eine verpasste Chance für den 42-Jährigen wirkte, begründete Spycher mit dem Umstand, auf den Bobic keinen Wert legt: Vertragstreue. Der Berner sieht seine Arbeit beim Meister noch lange nicht als beendet an – und schon gar nicht vor Ablauf seiner bis Mitte 2022 fixierten Vereinbarung.

          Ähnliches ist auch von anderen Fußballstandorten zu hören, an denen Männer arbeiten, die gleichfalls für den frei werdenden Job in Frankfurt in Frage kommen könnten. Doch auch Jonas Boldt, beim HSV bis Mitte 2023 gebunden, sowie Alexander Rosen bei der TSG Hoffenheim pochen auf Vertragstreue. Drei Männer, eine Botschaft: Verträge sind einzuhalten.

          Aufsichtsrat tagt am Mittwoch

          Das ist im Profifußball nicht immer so, spricht aber für Kandidaten mit Charakter. Nun ist es in Frankfurt nicht so, dass rund um die Mannschaft eine große Unruhe entstanden wäre, seitdem Bobic öffentlich von seinem Wunsch nach Veränderung berichtet hat. Doch als Alibi taugt es allemal. Der erstklassige Rivale Mönchengladbach hat, seit der Ankündigung von Trainer Marco Rose, zur anderen Borussia nach Dortmund zu wechseln, alle Spiele verloren.

          Mit dem Team hinter dem Team ist die Eintracht gut aufgestellt. Die Absagen aus Bern, Hamburg und Hoffenheim sind noch kein Beinbruch. Doch die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltet sich schwierig. Mit Kaderplaner Ben Manga, der zum Direktor Profifußball aufsteigt, ist immerhin die Kompetenz im Kampf um Talente gesichert.

          Ein richtiger und wichtiger Schritt, an dem auch Bobic beteiligt gewesen ist. Doch nun trennen sich bald die Wege der beiden Gefährten. Als Direktor mit erweitertem Aufgabengebiet muss der bislang im Hintergrund agierende Manga weiter an Profil gewinnen – und der Aufsichtsrat, der an diesem Mittwoch tagt und für die Abberufung und Neubestellung von Vorständen verantwortlich ist, weiter die Fühler nach einem Bobic-Nachfolger ausstrecken. Ein Härtetest für die Kontrolleure.

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