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Eintracht 0:4 in Gladbach : Eine große Enttäuschung für Frankfurt und Hütter

Schwach wie selten in dieser Saison: Kevin Trapp, Tuta und Makoto Hasebe (von links) Bild: Pool via REUTERS

Ausgerechnet in der Woche vor dem Spiel in Gladbach wird Adi Hütters Wechsel zur Borussia bekannt. Mit der Eintracht geht der Trainer im Duell mit seinem nächsten Team unter. Der Ärger ist groß.

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          Das Spiel seiner zukünftigen Mannschaft dürfte Adi Hütter gefallen haben. Das Spiel seiner aktuellen Mannschaft umso weniger. „Wir sind heute sehr enttäuscht über unsere Leistung“, sagte der scheidende Eintracht-Trainer nach dem 0:4 bei Borussia Mönchengladbach. „Wir ärgern uns, weil wir nicht das gespielt haben, was wir können.“

          Bundesliga
          Ralf Weitbrecht
          (raw.), Sport

          Sportvorstand Fredi Bobic sprach nach der klaren Niederlage der Eintracht von einem „wirklich gebrauchten Tag“ – und das war er auch für Hütter. 0:4 im Borussia-Park, seinem neuen Arbeitsplatz vom Sommer an. Nach dem 0:5 am 24. Oktober des vergangenen Jahres beim FC Bayern München war dieses Spiel die zweithöchste Saisonniederlage für die Eintracht.

          Dass dieses 0:4, herausgeschossen für die Gladbacher durch Matthias Ginter (10. Spielminute), Jonas Hofmann (60.), Ramy Bensebaini (67.) und Hannes Wolf (90.+5), in der Woche passierte, in der Hütters Wechsel zur Borussia bekanntgegeben wurde, mag reiner Zufall gewesen sein. Eintracht-Torhüter Kevin Trapp, auf einen möglichen Zusammenhang angesprochen, verneinte es jedenfalls vehement. „Heute war ein Spiel, in dem nicht viel ging. Natürlich sind wir alle enttäuscht. Wir haben bislang eine erfolgreiche Saison gespielt“, sagte Trapp.

          „Blick geht auf Dienstag“

          Tabellenvierter ist die Eintracht immer noch. Das war, unabhängig vom Ausgang des Spiels, schon vor dem Anpfiff klar. Doch der Tabellenfünfte Borussia Dortmund, der es an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) mit Werder Bremen zu tun bekommt, kann den derzeitigen Rückstand auf die Eintracht von sieben auf vier Punkte verkürzen.

          Für die Eintracht endete die ernüchternde Dienstreise an den Niederrhein mit der erst vierten Saisonniederlage. „Für uns ist das ungewohnt“, sagte der zukünftige Hertha-Manager Bobic. „In den nächsten zwei, drei Tagen kann man sich darüber den Mund zerreißen, aber unser Blick geht schon auf den Dienstag.“ Dann spielt die Eintracht unter Flutlicht gegen den FC Augsburg.

          Eintracht-Trainer Adi Hütter (links) ist der Nachfolger von Marco Rose in Gladbach im Sommer.
          Eintracht-Trainer Adi Hütter (links) ist der Nachfolger von Marco Rose in Gladbach im Sommer. : Bild: dpa

          Beim Bestreben, endlich einmal ein Bundesligaspiel gegen seinen zukünftigen Klub Mönchengladbach zu gewinnen, vertraute Hütter erwartungsgemäß genau den elf Spielern, die vor einer Woche beim 4:3 gegen Wolfsburg ein Spektakel abgeliefert hatten. Die Hoffnung, den angeschlagenen Martin Hinteregger doch als Chef der Dreierabwehrkette nominieren zu können, erfüllte sich nicht.

          Angeführt wurde die Eintracht von Aushilfskapitän Sebastian Rode, der im Verbund mit seinen Mitspielern von Beginn an von der Borussia beschäftigt wurde. Schon in der dritten Minute hätte Valentino Lazaro mehr aus seinem Schuss machen können, doch er verfehlte das Frankfurter Tor. Besser machte es der Gladbacher Kapitän Ginter, der nach einem Eckball von Hofmann ungeahnte Freiräume vorfand.

          Von der Latte ins Aus

          Von keinem Eintracht-Profi ernsthaft und eng genug gedeckt, nutzte der Nationalspieler die willkommene Chance, unbedrängt mit dem Kopf zum 1:0 zu vollenden. Die erste Gelegenheit für die Eintracht trug sich nach einer Viertelstunde zu. Filip Kostic brachte Luka Jovic mit einer passgenauen Flanke in Position, doch der Serbe verfehlte mit dem Kopf.

          Wie schon auf Seiten der Gladbacher war auch für die Frankfurter ein Eckball Ausgangspunkt einer Aktion, die durchaus mit einem Tor hätte belohnt werden können. Doch im Gegensatz zu Ginter, der freie Bahn hatte, musste sich Stefan Ilsanker mächtig strecken, um zum Kopfball zu kommen. Der Österreicher hatte Pech: Borussia-Schlussmann Tobias Sippel hatte noch hauchdünn seine Hand im Spiel, und der Ball prallte von der Latte ins Aus (24.).

          Nach dem Seitenwechsel mussten sich die Gladbacher noch eine Viertelstunde gedulden, dann war die Partie entschieden. Bei einem Schuss von Hofmann unterlief Trapp ein folgenschwerer Fehler, der zum 0:2 führte. „Mein Fehler killt das Spiel ein bisschen“, räumte Trapp später ein. „Es tut mir leid für die Mannschaft.“

          Schon vor dem zweiten Treffer hätte die Borussia gegen eine insgesamt schwache Eintracht treffen müssen. Marcus Thuram lupfte den Ball an Trapp – aber auch am Tor vorbei (51.). In der 55. Minute war es abermals Ilsanker, der schon wie im ersten Spielabschnitt bei einer Rettungsaktion einigermaßen strafstoßwürdig Arm und Hand im Spiel hatte, als er jeweils angeschossen wurde. Doch beide Male entschied Schiedsrichter Deniz Aytekin zugunsten des Österreichers.

          Dreierwechsel von Hütter

          Es bedurfte keiner Handelfmeter, um die Eintracht auf Distanz zu halten. Dafür war die Borussia auch bis zum Ende der sechsminütigen Nachspielzeit stark genug. In der 67. Minute war es nach einer Doppelkopf-Aktion Bensebaini, der auf 3:0 erhöhte und dabei von einem zurückprallenden Ball seines Mitspielers Nico Elvedi profitierte, der zuvor die Latte getroffen hatte. Eintracht-Coach Hütter hatte sich zwar dazu entschlossen, mit einem Dreierwechsel für frischen Schwung zu sorgen.

          Doch allein Amin Younes, neben Timothy Chandler und Makoto Hasebe für Stefan Ilsanker, Erik Durm und Sebastian Rode in der 65. Minute in die Partie gekommen, verstand es in der Folgezeit, die Borussia mit zwei Schüssen in Gefahr zu bringen. Dass Aymen Barkok, später für Kamada eingewechselt, noch den Außenpfosten traf, war kaum mehr der Rede wert (90.). Es war vielmehr Hütters zukünftige Mannschaft, die ihren Torhunger erst in der fünften Minute der Nachspielzeit stillte, als Wolf zuschlug.

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