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Frankfurter Zukunft : Schwerer Abschied für die Eintracht

Für Martin Hinteregger und die Eintracht steht eine Saison ohne internationale Spiele bevor. Bild: AFP

Nach dem Ende der Europa-Reise muss der aufgeblähte Frankfurter Kader abgespeckt und verstärkt werden. Doch die Verantwortlichen der Eintracht sind nicht nur auf dem Transfermarkt gefordert.

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          Das Losglück meinte es gut mit der Eintracht. Mailand, Marseille, Rom – Hauptsache Europa. Zwei Jahre lang sind die Frankfurter Fußballprofis und mit ihnen Tausende von unternehmungsfreudigen Fans durch den alten Kontinent gereist. Die sportlichen Ausflüge führten zudem nach Zypern und Portugal, Liechtenstein und Belgien, Österreich und in die Ukraine. Und zweimal in Englands Hauptstadt London. Zwei Jahre lang durfte sich die Eintracht jenseits des Kerngeschäfts Bundesliga profilieren – und sie tat dies zumeist mit beherztem Fußball und Bravour. Deshalb wiegt der Abschied von Europa besonders schwer.

          Beim 0:1 in Basel hat die offensiv harmlose Eintracht vieles von dem vermissen lassen, was sie zuvor in vielen Europapokalnächten stark gemacht hat. 15 Auswärtsfahrten in zwei Jahren. 30 Europa-League-Spiele insgesamt. 18 Siege, ein Halbfinale, ein Achtelfinale – alles innerhalb von 686 Tagen. Das war’s. Die Abenteuerreise ist bei den eidgenössischen Nachbarn relativ emotionslos zu Ende gegangen. Wie schon im Hinspiel in Frankfurt waren auch im Basler St. Jakob-Park keine Zuschauer zugelassen. Ein Umstand, unter dem die Eintracht besonders leidet, weil sie wie kaum ein anderes Team von der Unterstützung von den Rängen lebt und profitiert.

          Volle Stadien, voller Rückhalt: Das wird dauern, und für die Eintracht ist dies nicht vielversprechend. Die schrittweise Rückkehr von Publikum wird zwar kommen. Mit den kürzlich von der Deutschen Fußball Liga vorgelegten Plänen in Corona-Zeiten sind die 36 Profivereine in den beiden Bundesligen grundsätzlich einverstanden. Doch große Einschnitte sind weiter unvermeidlich.

          Die Eintracht-Verantwortlichen stehen vor der schwierigen Aufgabe, möglichst allen Interessengruppen gerecht zu werden. Das aber wird nicht gelingen. Wenn, wie geplant, irgendwann einmal bis zu 20.000 Zuschauer in die Frankfurter Arena kommen dürfen, wird es harte Schnitte und Entscheidungen geben. Schließlich hat der Klub allein 30.000 Dauerkarten-Inhaber. Da bleiben Ärger, Enttäuschungen und Frustrationen nicht aus.

          Administrativ und sportlich steht die Eintracht vor einem herausfordernden Sommer. Kreative Lösungen sind gefordert. Der Abschied von Europa stellt eine Zäsur dar. Der aufgeblähte Kader muss abgespeckt und punktuell verstärkt werden. Die jetzt von Trainer Adi Hütter angeordnete Zusatzpause verschafft ein wenig Zeit zum Innehalten und Durchschnaufen. Mehr aber auch nicht.

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