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Frankfurt in Bundesliga : Auch gegen Hertha BSC gewinnt die Eintracht nicht

Musste schon nach drei Minuten miterleben, wie seine Mannschaft in Rückstand geriet: Eintracht-Trainer Oliver Glasner Bild: Reuters

Eintracht Frankfurt wollte in Berlin vieles besser machen, doch am Ende reicht es gegen Hertha BSC nur zu einem Unentschieden. Eine Entscheidung kurz vor Schluss sorgt für Aufregung.

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          Nach dem schlimmen 1:6 im Eröffnungsspiel gegen Bayern München orientierte sich der Frankfurter Fußballlehrer Oliver Glasner bei seiner Einschätzung an einer Lehrkraft in der Schule. „Wenn du viele Einser schreibst und dann mal eine Fünf, bist du jetzt nicht ein Fünfer-Schüler“, sagte der Eintracht-Trainer und wollte damit das unangenehme Ergebnis richtig eingeordnet wissen. Für Glasner gehörte die Pleite zum Bundesligaauftakt im Duell mit dem deutschen Meister in die Kategorie Ausrutscher und spiegelte nicht den wahren Wert seiner Mannschaft wieder.

          Bundesliga
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Das Resultat am zweiten Spieltag bei Hertha BSC Berlin bestätigte ihn nicht in vollem Umfang in seiner Auffassung. Auch in der Bundeshauptstadt präsentierte sich die Eintracht über 90 Minuten nicht in der Form, die man von ihr erwarten kann. Nach zuletzt drei Erfolgen in Berlin musste sich der Europa-League-Gewinner diesmal mit einem mageren 1:1 begnügen. Den Frankfurter Treffer erzielte Daichi Kamada zum 1:1 (48. Minute). Suat Serdar hatte Hertha BSC früh 1:0 (3.) in Führung gebracht.

          Glasners Team, das in der Abschlussbilanz unter den besten sechs Klubs stehen möchte, wurde seiner Favoritenrolle vor allem in der schwächeren ersten Halbzeit nicht gerecht. Als Spielnote reichte es insgesamt nur zu einer drei bis vier. Immerhin konnte es die Eintracht, die Tabellenviertletzter ist, mit dem Remis verhindern, dass früh in der Saison leichte Krisenstimmung aufkommt.

          Diskussionen um Elfmeter

          „Wir haben den Start verschlafen und sind nicht richtig ins Spiel reingekommen“, sagte Mittelfeldspieler Djibril Sow. Die Spritzigkeit habe ein „bisschen gefehlt. Aus der Halbzeitpause sind wir dann aber sehr gut rausgekommen“, meinte der Schweizer Nationalspieler. „Auf der zweiten Halbzeit können wir deshalb aufbauen.“

          Für Aufregung sorgte kurz vor Spielende ein zurückgenommener Elfmeter von Schiedsrichter Frank Willenborg. Herthas Torhüter Oliver Christensen hatte Eintracht-Angreifer Rafael Borré im Strafraum von den Beinen geholt. Es soll auch eine Berührung vorgelegen haben. Nach Ansicht der Videoaufnahmen revidierte der Schiedsrichter aber seine Entscheidung. Dieser habe gesagt, dass er „keinen Gurkenelfer“ habe pfeifen wollen, teilte Frankfurts Torhüter Kevin Trapp nach dem Gespräch mit Willenborg mit. Für Eintracht-Trainer Oliver Glasner war es ein „klarer Elfmeter. Wenn man es runterbricht, hat der Schiedsrichter heute das Spiel entschieden. Wir sind nicht ganz glücklich“, sagte er. „Wir müssen es aber so akzeptieren.“

          Schiedsrichter Willenborg erklärte später gegenüber Sky: „Meine Wahrnehmung auf dem Spielfeld war die, dass der Torhüter dem Stürmer den Fuß wegzieht. Es schien zunächst eine klare Sache zu sein. Meine Wahrnehmung deckte sich aber nicht mit den Bildern des Videoschiedsrichters“, weshalb er entschieden habe, sich die Szene noch einmal selbst am Spielfeldrand anzuschauen. „Ich sehe in den Bildern, dass es eine Berührung gibt, die aber nicht ursächlich ist für das Fallen des Spielers. Für mich ist das ein Streifen.“

          Eine Berührung: ja. Aber reicht das auch für einen Elfmeter? Der Schiedsrichter sagte schlussendlich: nein.
          Eine Berührung: ja. Aber reicht das auch für einen Elfmeter? Der Schiedsrichter sagte schlussendlich: nein. : Bild: Reuters

          Im Erstligaspiel Nummer eins ohne den zu Juventus Turin abgewanderten Führungsspieler Filip Kostic, der mit seiner Dynamik und Wucht auf der linken Seite vermisst wurde, wechselte Glasner sein Personal gegen Hertha BSC kräftig durch. Er ließ in einem 3-5-2-System spielen. Die beiden Angreifer Randal Kolo Muani, der ein starkes Spiel machte, und Lucas Alario gaben ihr Startelfdebüt. Borré hingegen fand sich an ungewohnter Stelle wieder: auf der Bank. Zu dem Kolumbianer gesellten sich Kapitän Sebastian Rode und Jesper Lindström.

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