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Eintracht Frankfurt : Mit Punch und Power gegen die Wölfe

Verleiht Makoto Hasebe der Frankfurter Defensive wieder etwas mehr Stabilität? Bild: dpa

Nur noch zwei Punkte trennen Frankfurt vom Relegationsrang. Eintracht-Trainer Hütter behält dennoch die Ruhe – und fordert gegen die wuchtigen Wolfsburger eine bessere Defensivleistung.

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          Der Respekt ist groß. „Wolfsburg ist gut unterwegs, hat eine tolle Mannschaft“, sagte Adi Hütter, der Trainer der Frankfurter Eintracht, am Freitag in einer Videokonferenz. An diesem Samstag will sich seine Mannschaft bei den „Wölfen“ behaupten, wohlwissend, dass sie „mutigen, attraktiven Fußball spielen. Ihre Wucht müssen wir unterbinden.“Wille, Wucht und Leidenschaft: Am Dienstagabend war eine gehörige Portion davon bei der Eintracht zu sehen. Endlich, mag sich auch Hütter gesagt haben. Das 3:3 gegen den Sportclub Freiburg hat zumindest den Negativlauf der vergangenen Wochen gestoppt, in denen sich die Eintracht im Bundesliga-Kerngeschäft als dankbarer Gegner erwies. In Wolfsburg soll es mit der Eintracht weiter aufwärtsgehen.

          Hütter hat seine Personalplanungen für die schwere Prüfung beim Tabellensechsten ohne einen seiner Landsleute gemacht. Der Österreicher Stefan Ilsanker ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Vieles spricht dafür, dass der etatmäßige Kapitän David Abraham wieder in die Startelf rückt.

          Heimspiel für den VfL – Hütter sieht darin in Zeiten der Corona-Pandemie überhaupt keinen Vorteil. „Wir haben zuletzt viele Auswärtssiege in der Bundesliga gesehen. Da kann man nicht mehr von Heimvorteil sprechen.“ So oder so: Die Eintracht spürt den Atem der Verfolger.

          Mit „Souveränität“ gegen die Krise

          Dass Fortuna Düsseldorf vor ein paar Tagen den FC Schalke 04 besiegt hat und bis auf zwei Punkte an Frankfurt herangerückt ist, dürfe keineswegs zu Hektik führen. „Wir müssen jetzt ruhig bleiben“, sagte Hütter am Freitag vor der Abreise in den Norden. Der 50 Jahre alte Fußballlehrer ließ am Freitag durchblicken, dass ihm der jüngste Auftritt gegen Freiburg Mut für den Saisonendspurt mache. „Wir haben Qualität“, versicherte der Eintracht-Trainer. Er setzt darauf, dass seine Mannschaft „Souveränität“ ausstrahlt. Der Vorsprung vor dem Relegationsplatz, auf dem die Fortuna mit 27 Punkten steht, ist geschmolzen. Doch Hütter betonte: „Wir haben alles selber in der Hand. Wir kennen die Situation.“

          Um auf dem Platz ruhig zu bleiben und souverän zu agieren, braucht es Spieler mit Format. Makoto Hasebe ist einer von ihnen. Der Japaner, der einst in Wolfsburg seine Profikarriere in Deutschland startete und mit den Niedersachsen sogar deutscher Meister und Pokalsieger wurde, hat sich als Anführer abermals in den Blickpunkt gespielt.

          Die gegen Freiburg vollzogene Systemumstellung hat dem Eintracht-Spiel eine neue Statik gegeben. Hasebe als Stratege in einer Dreierabwehrkette – dieses Modell war schon in der Hinrunde erfolgreich. Hütter hat es wieder zu neuem Leben erweckt und gleich auch noch Hasebes Landsmann Daichi Kamada mit Führungsaufgaben hinter den beiden Sturmspitzen beauftragt.

          Ein Torjägerduo in der Abwehr

          Die spielerische Dominanz gegen Freiburg sowie das unablässige Kreieren von Torchancen lässt Hütter auch verbal in die Offensive gehen. „Einer wie Timothy Chandler, der mit Wut im Bauch gespielt und uns neue Kraft gegeben hat, tut uns sehr gut mit seiner Art.“ Der Frankfurter Bub, gegen den Sportclub eingewechselt, erzielte den wichtigen 3:3-Ausgleichstreffer. Es war Chandlers fünftes Tor in der Bundesliga-Rückrunde, was Hütter „sehr außergewöhnlich“ findet.

          Mit Chandler und Martin Hinteregger, der insgesamt schon acht Tore erzielt hat und damit der erfolgreichste Verteidiger der gesamten Liga ist, verfügt die Eintracht zwar über zwei zusätzliche Unruhestifter. Gleichwohl aber gilt Hütters vordringliches Augenmerk derzeit der Stabilisierung der Defensive. „Da müssen wir weniger zulassen und als Mannschaft geschlossen verteidigen. Das ist unser Problem.“ Ein weiteres Problem: Hütter spricht dem VfL „viel Punch und Power“ zu. Die Eintracht als auswärtsschwächste Mannschaft der Liga muss dagegenhalten.

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