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Eintracht-Verteidiger : Tuta gehört die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Zur Stelle, wenn man ihn braucht: Lucas Silva Melo Bild: Picture-Alliance

Lucas Silva Melo hat bei der Eintracht viel vor. In Frankfurt will der Verteidiger seinen Durchbruch schaffen. Die erste große Aufgabe hat er bereits vor Augen: Tuta soll in die Fußstapfen von Kapitän Abraham treten.

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          Lucas Silva Melo, kurz Tuta genannt, hat etwas zu erzählen. Auf die Fragen der Journalisten, die ihm Frankfurts Dolmetscher Stéphane Gödde auf dem Podium im Pressekonferenzraum der WM-Arena übersetzt, gibt der 21 Jahre alte Brasilianer ausführliche Antworten. Der Eintracht-Verteidiger schätzt es, vor seiner Mittagspause für eine halbe Stunde im Mittelpunkt des Interesses zu stehen.

          Bundesliga

          Normalerweise sind ja die etablierten Spieler beim Fußball-Bundesligaklub gefragt. Und der Ersatzspieler trifft den richtigen Ton. Er lebt Bescheidenheit vor. Tutas ausgewogenen Aussagen ist aber auch zu entnehmen, dass er weiß, was wichtig für seine Karriere ist. Der in São Paulo geborene Verteidiger wirkt sehr zielorientiert. Sportlich so schnell wie möglich den Durchbruch in Frankfurt zu schaffen, danach strebt er mit großer Konsequenz.

          Im Idealfall wird Tuta der Nachfolger von Kapitän David Abraham, den es wohl spätestens nach dieser Saison aus privaten Gründen zurück in seine Heimat Argentinien ziehen wird. „Ich versuche in die Fußstapfen von David zu treten. Es wäre toll, wenn ich eine ähnlich großartige Karriere wie er hinlegen kann“, sagte das brasilianische Talent, das zu Abraham aufschaut.

          Handlungsschnell und zweikampfstark

          Im zurückliegenden Heimspiel gegen Hoffenheim (2:1) ersetzte Tuta nach 63 Minuten den verletzten Abraham. Nach einer langen Anlaufzeit – Tuta war im Januar 2019 an den Main gewechselt – absolvierte er seinen ersten Erstliga-Einsatz. Von der ersten Sekunde an war der Brasilianer da: Er zeigte sich handlungsschnell und zweikampfstark, einen Leistungsabfall musste die Eintracht durch ihn nicht hinnehmen. Tuta war zur Stelle, als ihn Trainer Adi Hütter brauchte – das war im Fall des Debütanten die Botschaft des Spiels. Wie bei Daichi Kamada, der in St. Truiden an Erfahrung gewann, bevor er in Frankfurt durchstartete, scheint bei Tuta der Umweg über Belgien zum richtigen Ergebnis geführt zu haben. Er musste beim Erstliga-Klub KV Kortrijk lernen, sich durchzusetzen. Das sei „kein Spaziergang“ für ihn gewesen, berichtete Tuta.

          Von der Metropole São Paulo mit ihren 21 Millionen Einwohnern kam er in das Städtchen in Westflandern mit seinen 70.000 Bürgern. Vier Monate dauerte es, bis der Verteidiger Stammspieler war. Belgien, sagt Tuta heute, „war für mich in Europa ein wichtiger Schritt“. Ihm wurde vor allem die Bedeutung der Sprache klar. Er habe sein „Englisch verbessern müssen. Denn wenn man sich wohl fühlen will, ist es wichtig, mit den Menschen auch reden zu können.“ Heute könne er sich in Frankfurt mit allen „viel besser austauschen. Ich bin in Belgien erwachsener geworden“, findet der Brasilianer, der das Pressegespräch noch in seiner Heimatsprache bestritt. Denn er habe „gelernt, was es heißt, ein Fußballprofi zu sein. Der Weg zum Erfolg führt über harte Arbeit und nie nachlassende Konzentration“. Sich nicht so leicht zufriedenzugeben und nie aufzugeben – das hat sich Tuta in seinem Beruf auf die Fahnen geschrieben.

          Entwickelt er sich auf Bundesliga-Niveau, wie von der Eintracht gewünscht, gehört Tuta in Frankfurt die Zukunft. Vorgenommen hat er sich eine Reihe wichtiger Entwicklungsschübe bei sich. Tuta drückt aufs Tempo. Er will sein „Stellungsspiel, sein Passspiel und seine Schnelligkeit“ verbessern. „Hier hat man es mit der Elite zu tun. In Belgien ist es nicht ganz so rasant zugegangen“, sagt er. Tutas Vorteil könnte auch seine Vielseitigkeit sein, um dauerhaft seinen Platz bei der Eintracht zu finden. Auf allen Verteidigerpositionen durfte er sich in seiner Heimat schon beweisen. „Am wohlsten fühle ich mich dort, wo der Trainer mich aufstellt“, sagte Tuta mit einem Lächeln im Gesicht. Er hat verstanden, worauf es im Profigeschäft ankommt.

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