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Frankfurter Vertrag aufgelöst : Bobic neuer Hertha-Geschäftsführer – Rangnick kommt nicht

  • -Aktualisiert am

Die Zeit von Sportvorstand Fredi Bobic bei Eintracht Frankfurt endet nach dem 31. Mai vorzeitig. Bild: dpa

Nach dem Wechsel ihres Trainers löst die Eintracht den Vertrag mit dem Sportvorstand auf. Der wird nun Geschäftsführer bei Hertha BSC. Nachfolger in Frankfurt wird nach F.A.Z.-Recherchen nicht Ralf Rangnick.

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          Die Eintracht steht vor ihrem wichtigsten Saisonspiel. An diesem Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) können die Frankfurter Fußballprofis ihren Klub mit einem Sieg oder zumindest einem Unentschieden aus einer skurrilen Situation befreien, die bei einer Niederlage zu einer verhängnisvollen werden könnte: Nachdem zunächst Sportvorstand Fredi Bobic und am Montag auch Trainer Adi Hütter ihren Abschied zum Saisonende angekündigt haben, obwohl die Eintracht die erfolgreichste Bundesligasaison in den vergangenen Jahrzehnten erlebt, ist die heile Frankfurter Fußballwelt in Aufruhr.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          In der entscheidenden Saisonphase leiten drei lahme Enten die sportlichen Geschicke. Die Planungen für die neue Spielzeit stocken, bis zunächst ein Ersatz für Bobic, der nächste Saison neuer Geschäftsführer bei Hertha BSC werden wird, wie die Berliner an diesem Mittwoch bestätigten, danach für Hütter und dann für Sportdirektor Bruno Hübner gefunden ist.

          Bundesliga

          Ausgerechnet nach Gladbach, zu Hütters neuem Verein, führt der Spielplan die Eintracht an diesem Wochenende, was die Lage fast schon absurd macht. Ein Sieg mit der Eintracht würde Hütter und seiner künftigen Truppe fast alle Chancen rauben, in der nächsten Saison in der Europa League mitzumischen, eine Frankfurter Niederlage gefährdete die Königsklassen-Teilnahme, was Hütter am Main ausgesprochen übelgenommen werden würde.

          Der österreichische Fußballlehrer steht zwar nicht im Verdacht, in seinen Anstrengungen nachzulassen, weil er seinen Ruf nicht weiter gefährden möchte, als dass er es schon tat, indem er sein am 28. Februar gegebenes Versprechen „Ich bleibe“ gebrochen hat. Aber schon eine, sicher jedoch mehrere Niederlagen würden ihn in eine schwierige Situation bringen. Eine Situation, in der die Eintracht zu seiner Freistellung gezwungen sein könnte. Aber wer würde sie aussprechen? Bobic, dessen Vertragsauflösung nach dem 31. Mai am Mittwoch von der Eintracht bekanntgegeben wurde? Oder Aufsichtsratsvorsitzender Philip Holzer, der eigentlich nicht für das operative Geschäft zuständig ist, sondern lediglich für die Bestellung des neuen Sportvorstands?

          Es würde Axel Hellmann sein, der am Dienstag zum Vorstandssprecher der Eintracht Fußball AG ernannt worden ist. Diese Entscheidung traf der Vorstand des Klubs auf der ordentlichen Vorstandssitzung in Anwesenheit der Vorstandsmitglieder Fredi Bobic, Oliver Frankenbach und Axel Hellmann einstimmig. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag des Vorstands ebenfalls einstimmig an.

          Hellmanns Kompetenzerweiterung

          Vorstandssprecher ist nicht mit Vorstandsvorsitzender gleichzusetzen, die Position gibt Hellmann weder einen Stern auf der Uniform noch eine Stimme bei Vorstandsentscheidungen mehr. Auch die Aufteilung der Kompetenzen bleibt gleich, Frankenbach bleibt für die Finanzen verantwortlich, Bobic für den Sport (aber nur bis zum 1. Juni, die Scheidungsvereinbarung ist erzielt und wurde am Mittwoch verkündet), und Hellmann für den ganzen Rest. Doch Hellmann darf und soll nun offiziell nach außen zu den Themenfelder der Kollegen kommunizieren. Notfalls ohne Abstimmung, um den raschen Informationsfluss zu sichern.

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