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Wegen Abrahams Sperre : Die Eintracht tüftelt an der Dreierkette

  • -Aktualisiert am

Wer wird sein Nebenmann: Martin Hinteregger bleibt die Konstante in der Innenverteidigung. Bild: EPA

Eine Sperre mit Folgen: Weil die Eintracht auf der letzten Etappe des Jahres ohne Kapitän David Abraham auskommen muss, baut Trainer Hütter die Abwehr um.

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          Die Frankfurter Eintracht beginnt die letzte Etappe des Jahres mit einem neuen Trikot. „Platz für Vielfalt“ steht auf dem Dress, darunter die Flaggen der 14 im Eintracht-Kader vereinten Nationen, wenn an diesem Samstag (15:30 Uhr/ F.A.Z.-Bundesliga-Liveticker und Sky) die Frankfurter Fußballprofis nach der Länderspielpause gegen den VfL Wolfsburg antreten. „Platz für Vielfalt“ heißt die Aktion von Hauptsponsor Indeed gegen Rassismus und Diskriminierung. Da der Argentinier David Abraham seine Rot-Sperre verbüßt, weil er in Freiburg Trainer Christian Streich umrannte, hat Eintracht-Coach Adi Hütter in der ersten der acht Auseinandersetzungen bis Weihnachten allerdings nur Kandidaten aus 13 Nationen für die Startformation zur Auswahl.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Was die Frage aufwirft, mit welchen Gliedern der österreichische Fußballlehrer seine Dreierabwehrkette besetzen wird. Am meisten spricht für das österreichisch-japanisch-französische Trio Hinteregger, Hasebe und N’Ddicka (von rechts nach links). Diese Lösung hätte den Vorteil, dass zwei von drei Verteidigern ihre Lieblingsrolle ausfüllen könnten. Und Linksverteidiger Hinteregger fühlte sich bisher ausgesprochen wohl, wann immer er auf der rechten Seite aushelfen musste. Abraham könnte natürlich auch positionsgetreu durch Touré ersetzt werden.

          Doch der französische Junioren-Nationalspieler ist nach längerer Verletzungspause erst vor ein paar Tagen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Zumindest eine Überlegung wert ist es, Hasebe aus der Mittelposition herauszunehmen, da der robuste Wolfsburger Mittelstürmer Weghorst 1,97 Meter misst und dem Japaner körperlich deutlich überlegen ist. Andererseits gehört es zu Hasebes größten Stärken, Zweikämpfe mit Auge und mit Antizipationskraft zu lösen, bevor sie richtig hart werden. Und bei Standards wäre ohnehin ein anderer Frankfurter Weghorst zugeteilt.

          Auch Fernandes fehlt

          Da auch Gelson Fernandes wegen seiner Gelb-Rot-Sperre fehlen wird, ist die herbstliche Standard-Abwehrformation der Eintracht zusätzlich aufgebrochen. Der Schweizer hat sich zur Überraschung vieler seit Ende September als „Sechser“ wieder einen Stammplatz erkämpft und Neuzugang Kohr verdrängt. Der frühere Leverkusener kam allerdings fast immer als Einwechselspieler zum Einsatz, so dass dieser Spielertausch keine Umstellung bedeutet. Der Kader der Eintracht ist so ausgeglichen besetzt, dass die zwei Sperren durch Platzverweis keine Turbulenzen auslösen sollten. Abrahams Fehlen bedeutet sogar ein gutes Omen für die Eintracht. Denn in den sieben Partien, in denen der 33 Jahre alte Mannschaftskapitän nicht mittun konnte oder durfte, blieb seine Mannschaft ungeschlagen (fünf Siege, zwei Unentschieden). Was sicher nur ein Zufall ist.

          Gegen die Wolfsburger haben die Frankfurter einiges gutzumachen, sie verloren die letzten drei Heimspiele gegen die Niedersachsen. So heimstark wie in dieser Saison war die Eintracht allerdings noch nie in den vergangenen Jahren. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden führen die Hessen sogar die Heimtabelle der Bundesliga an. Mit einem Sieg über den Tabellennachbarn Wolfsburg würde die Eintracht den Anschluss an das erste Tabellendrittel halten. Im Moment liegt der Neunte nur vier Punkte hinter dem Zweiten Leipzig. Für die Hoffnung der Fans, dass ihre Mannschaft um die Plätze, die für einen Europapokal qualifizieren, mitspielt, spricht das Restprogramm der Hinrunde. Von den sechs Gegnern bis Weihnachten ist mit Schalke 04 nur einer im Moment vor der Eintracht plaziert. Andererseits gibt es kein Team im Oberhaus des deutschen Fußballs, das die Eintracht im Vorbeigehen besiegen könnte, ohne zumindest eine mittelprächtige Leistung abzurufen.

          Länderspielpause hilft

          Es ist die Schlüsselfrage, wie die Profis die hohen Belastungen dieser Saison wegstecken. Schon 23 Pflichtspiele haben die Frankfurter absolviert, vier mehr, als alle nicht im Europacup beschäftigten Teams bis Weihnachten zu bewältigen haben. Und acht weitere Begegnungen stehen für die Frankfurter noch an.

          Die Länderspielpause wird „Vielspielern“ wie Hasebe, da Costa, Rode und Kohr gutgetan haben, genauso wie Dost, der nicht so viele Einsatzminuten gesammelt hat, aber unter körperlichen Schwierigkeiten leidet. Die anderen Vielbeschäftigten wie Kostic, Hinteregger, Sow, Kamada und Paciência waren allerdings mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. In welcher Verfassung sie zurückkehren, davon wird viel abhängen, wie die Eintracht auf der letzten Etappe des Jahres abschneidet.

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