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Eintracht Frankfurt : „Eine Niederlage, die uns sehr weh tut“

Ein enttäuschter Frankfurter: Auch Luka Jovic konnte die Niederlage nicht verhindern. Bild: Reuters

Das 1:3 gegen Augsburg ist das Ende einer ernüchternden Woche für die Eintracht. Bei der ersten Bundesliga-Niederlage im Jahr 2019 wirken die Frankfurter müde. Und dazu geht fast alles schief, was schieflaufen kann.

          Sebastian Rode brachte es auf den Punkt. „Es gibt Tage, da klappt es einfach nicht“, sagte der Frankfurter Mittelfeldspieler. „Heute war so ein Tag.“ Der Tag, an dem sich die Eintracht eigentlich anschickte, den gegen den Abstieg kämpfenden FC Augsburg zu bezwingen. Doch für den Tabellenvierten der Fußball-Bundesliga lief es am Sonntagabend ganz anders als geplant.

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          1:3 hieß es am Ende aus Sicht der Frankfurter Fußballprofis, die verdient gegen die Mannschaft des neuen FCA-Trainers Martin Schmidt verloren haben. Zwar war die Elf von Eintracht-Coach Adi Hütter durch einen abermals wuchtigen Kopfballtreffer von Goncalo Paciencia früh in Führung gegangen (14.). Doch anders als in den vorausgegangenen sechs siegreichen Punktspielen verstand es die Eintracht am Ende einer ernüchternden Woche nicht, ihr Potential auf den Platz zu bringen.

          Ganz anders die cleveren und spielfreudigen Augsburger. Sie zeigten vor 51.000 Zuschauern eine homogene Leistung und durften sich am Ende nach den Toren von Marco Richter (31., 45.+4) und Michael Gregoritsch (84.) über drei wichtige Auswärtspunkte freuen. „Für mich ist es ein schönes Zurückkommen in das Rhein-Main-Gebiet“, sagte Schmidt, der viele Jahre lang beim Frankfurter Nachbarn Mainz 05 gewirkt hatte. Eintracht-Coach Hütter ärgerte sich über eine „unnötige Niederlage, die uns sehr weh tut“.

          Bevor es losging, gab es etwas zu feiern. Die Eintracht hatte in der Zuschauergunst wettbewerbsübergreifend die Millionengrenze geknackt. Und früh schickten sich die Spieler an, ihrem Publikum weitere Anregungen für zukünftige Besuche zu geben. So hätte Luka Jovic die weiter auf Europapokalkurs liegende Eintracht schon in der vierten Minute in Führung bringen können. Nur sechzig Sekunden später tauchte der Serbe zum zweiten Mal gefährlich vor dem Augsburger Keeper Gregor Kobel auf – verpasste jedoch abermals. Die bayerischen Schwaben, erstmals von Schmidt auf die finalen Prüfungen im Kampf um den Klassenverbleib ganz auf Offensive eingestimmt, präsentierten sich in der Frankfurter Arena als spielgefällige Gemeinschaft.

          Chancen indes ließen zunächst auf sich warten. Die boten sich weiterhin den Hessen – und wie schon am Donnerstag bei der 2:4-Hinspielniederlage im Viertelfinale der Europa League bei Benfica in Lissabon war es Paciencia, der ein wichtiges Tor erzielte. Der kopfballgewaltige Portugiese nahm auch gegen den FCA seinen Schädel zu Hilfe, um Kobel zu überwinden. Das 1:0, erzielt in der 14. Minute, war im Wortsinne eine Aktion voller Wucht. Doch sie war keine Gewähr dafür, dass es mit dem Toreschießen nun so munter weitergehen würde. Denn die Partie nahm nach einer halben Stunde eine Wendung.

          Erst musste die Eintracht verletzungsbedingt auf die weiteren Dienste von Martin Hinteregger verzichten, der nach 25 Minuten wegen Oberschenkelproblemen für Evan Ndicka ausgetauscht wurde. Dann war es Richter, der mit seinem ersten Streich der Eintracht zusetzte. Fein nach mehreren Kombinationen freigespielt, hatte Richter keine Mühe, Kevin Trapp innerhalb des Strafraums erstmals zu überwinden und für Augsburg zum 1:1 auszugleichen. Zehn Minuten später musste der verletzte FCA-Torwart Kobel, der etliche Zeit zuvor mit Filip Kostic aneinandergeraten war und immer wieder für Behandlungspausen auf den Boden gesunken war, aus dem Spiel genommen und durch Ersatzkeeper Andreas Luthe ersetzt werden. Schiedsrichter Bastian Dankert ließ vier Minuten nachspielen. Eine Zeit, die der FCA zu nutzen wusste. Abermals überwand Richter mit einem ansatzlosen Linksschuss von der linken Strafraumecke Trapp. 1:2 aus Sicht der Eintracht – das hatten sich Trainer und Mannschaft ganz anders vorgestellt.

          Und es kam noch schlimmer. Denn nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit waren die Frankfurter nur noch zu zehnt. Der zuvor schon verwarnte Gelson Fernandes wurde nach einer weiteren Aktion mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen. Wieder wie zuletzt in Lissabon dezimiert – und wieder am Ende geschlagen. Hütters Bestrebungen, seiner Mannschaft durch die Einwechslungen von Mijat Gacinovic (54. für Paciencia) und Jonathan de Guzman (66. für Rode) eine neue Struktur und Statik zu verpassen, gingen nicht auf. Im Gegenteil: Die Augsburger, denen sich in der Offensive erstaunlich viele Freiräume boten, nutzten einen ihrer vielen Angriffe, um sechs Minuten vor dem regulären Ende durch Gregoritschs 3:1 für klare Verhältnisse zu sorgen.

          „Das war schon sehr enttäuschend heute“, sagte der für die Startelf aufgebotene Almamy Touré, der zu den schwächsten Frankfurtern gehörte. Die Empfehlung des Franzosen: „Wir müssen weiter hart arbeiten.“ Ähnliches wird sich auch der Augsburger Trainer Schmidt gesagt haben. Für ihn war die Premiere an der Seitenauslinie wieder einmal etwas Besonderes. Wie schon zu Mainzer Zeiten gewann Schmidt nun auch mit Augsburg sein erstes Spiel. Und wieder hieß der Gegner Eintracht Frankfurt.

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