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Nach Testspiel gegen Monaco : Frankfurts Mutmacher für Basel

  • -Aktualisiert am

Ein Geschenk an sich selbst: An seinem 26. Geburtstag trifft Eintracht-Stürmer Gonçalo gegen Monaco ins Tor. Bild: Oliver Vogler/Jan Huebner

Beim Testspiel gegen Niko Kovacs neuen Klub AS Monaco stimmt bei der Eintracht schon viel – nur das Ergebnis nicht. In Basel in der Europa League muss nun aber eine hervorragende Leistung her.

          3 Min.

          Der 1. August soll der neue Fixpunkt im Spielkalender von Eintracht Frankfurt werden. Diesen Vorschlag hatte der gut gelaunte Stürmer Gonçalo Paciência am vergangenen Samstag nach dem 1:1 im Testspiel gegen AS Monaco im Spaß gemacht. Er habe vor der Begegnung „schon gesagt, dass ich an meinem Geburtstag immer treffe“, teilte der 26 Jahre alt gewordene Portugiese mit einem Grinsen mit. „Also ist wohl klar, dass wir künftig alle Saisonspiele an meinem Geburtstag bestreiten müssen.“

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          Die Macht der Gewohnheit an seinem Glückstag stellte sich beim Angreifer in der 58. Minute ein. Gekonnt trickste Paciência seinen Gegenspieler Jean Marcelin aus, bevor der Eintracht-Profi mit einem strammen und zielgerichteten Schuss in der WM-Arena das 1:0 erzielte. „Die Bewegung vor meinem Treffer ist mir gut gelangen, aber letztendlich ist mir egal, ob mein Tor besonders schön ist oder nicht.“ Ein Ärgernis hingegen war für seine Mannschaft der unnötige 1:1-Ausgleichstreffer (85. Minute) von Anthony Musaba. Zum einen leistete sich der unkonzentrierte Frankfurter Verteidiger Evan Ndicka mit seinem zu kurz geratenen Rückpass einen Fauxpas. Außerdem war die Mannschaft von Trainer Niko Kovac davor kaum zu Torchancen gekommen, für den Ausgleich bedurfte es schon der tatkräftigen Hilfe des Gegners. Bei der Eintracht vergab Daichi Kamada das 2:0 mit einem Schuss an den Innenpfosten (79.).

          Zu wenig Tempo und Intensität

          Für Cheftrainer Adi Hütter fiel der Test drei Tage nach dem Trainingsstart der Frankfurter „zufriedenstellend“ aus. „Insgesamt waren ein paar gute und ein paar nicht so gute Dinge dabei“, bilanzierte er. Unter dem Strich war die zweite Halbzeit – in der Pause wechselte Hütter bei Temperaturen von über 30 Grad bis auf Torhüter Kevin Trapp, dessen Dienstzeit 90 Minuten betrug, komplett durch – die ansehnlichere Hälfte. „Da haben wir gut von hinten raus gespielt, sind ruhig am Ball geblieben und haben zugleich gut attackiert, so dass wir einige wichtige Ball- eroberungen hatten“ – kurzum: „Besonders im zweiten Abschnitt haben wir es fußballerisch richtig gut gelöst“, freute sich Hütter. Er sprach es bei seiner Analyse nicht aus, doch vor der Halbzeitpause hatte das Spiel seiner Mannschaft zu wenig Tempo und Intensität. Zu Torchancen durch Stürmer Bas Dost (12. und 16.), Aymen Barkok (39.) und Stefan Ilsanker (45.) waren die Hessen dennoch gekommen. „Aus meiner Sicht passt das Ergebnis nicht ganz, weil wir eigentlich über die 90 Minuten hinweg das bessere Team waren“, fand der Trainer.

          Keinerlei Spielanteile hatten am Samstag Mijat Gacinovic und Lucas Torró. Sie wurden von der Eintracht für das Privatspiel freigestellt, weil beide „in Verhandlungen mit anderen Klubs“ stünden. Gacinovic, der Pokalheld von 2018 mit seinem Spurt zum dritten Frankfurter Treffer beim 3:1, steht offenbar unmittelbar vor dem Wechsel zur TSG Hoffenheim. In Frankfurt ist der Serbe mittlerweile an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit gestoßen. Im Gegenzug soll aus Hoffenheim der Schweizer Nationalspieler Steven Zuber zur Eintracht stoßen.

          Der 28-Jährige ist auf der linken Seite offensiv und defensiv verwendbar und erfüllt damit das Anforderungsprofil von Hütter. Auch beim Spanier Torró steht das Ziel praktisch fest: Er will in seine Heimat zu CA Osasuna zurückkehren, für den Klub aus Pamplona war der Mittelfeldspieler schon in der Saison 2017/ 2018 am Ball. In den Fokus vom FC Southampton mit Trainer Ralph Hasenhüttl soll unterdessen der Frankfurter Verteidiger Martin Hinteregger gerückt sein. Von den Rückkehrern nach Frankfurt stand nur Barkok – er war an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen – am Samstag in der Startelf. Der brasilianische Verteidiger Tuta, der in Belgien beim KV Kortrijk Spielpraxis sammelte, folgte ihm in den zweiten 45 Minuten.

          Gut auf Basel vorbereitet

          Tuta habe „ein Mal einen Stellungsfehler drin gehabt“, urteilte Hütter. „Ansonsten war er aber sehr resolut im Zweikampf sowie bissig und aggressiv gegen den Mann. Er hat seine Seite sehr gut dicht gemacht.“ Lob und Tadel vom Trainer gab es auch für den Offensivspieler Barkok. „Er hatte den einen oder anderen Ballverlust, da hat ihm noch die Spannung gefehlt. Aber man hat trotzdem gesehen, dass Aymen mutig ist und Dinge gerne versucht.“ Dessen Schuss aus der Distanz stieß bei Hütter auf Wohlwollen. Ragnar Ache von Sparta Rotterdam, der bisher der einzige Neuzugang ist, bildete in der zweiten Halbzeit ein gut funktionierendes Stürmerduo mit Paciência. Am auffälligsten war die Einsatzbereitschaft des gebürtigen Frankfurters, der sich nur beim Torabschluss noch zurücknahm. „Ragnar war viel unterwegs und hat die Gegner gut angelaufen.“ Hütters Fazit lautete deshalb: „Insgesamt hat er es gut gemacht.“

          Eine hervorragende Leistung müssen die Frankfurter an diesem Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei DAZN) in Basel bieten, wo es in der Europa League ein 0:3 aus dem Achtelfinalhinspiel wettzumachen gilt. Größer könnte die Herausforderung angesichts der Gesamtumstände kaum sein. Dass die Eintracht gegen Monaco, das schon zwei, drei Wochen länger trainiert habe, „so gut dagegenhalten“ habe, „spricht aber für uns und unterstreicht, dass wir alle fit und in guter Form sind“, sagte Flügelspieler Timothy Chandler.

          „Wir haben während der Pause individuell extra so gearbeitet, dass wir auf Basel gut vorbereitet sind.“ Auch Kovac traut seinem ehemaligen Verein im ersten Pflichtspiel nach der vierwöchigen Urlaubszeit viel zu. „Man hat gemerkt, dass die Eintracht eingespielt ist und schon einige Jahre unter Adi Automatismen entwickelt hat“, sagte das Frankfurter Vereinsmitglied auf Lebenszeit. „Auch mit Blick auf das Spiel in Basel sehe ich die Eintracht gut aufgestellt.“

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