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2:0 gegen FC Augsburg : Eintracht festigt Champions-League-Rang

Eintrachts Traumduo im Angriff: André Silva (l.) und Luka Jovic Bild: dpa

Eintracht Frankfurt darf weiter auf die erste Teilnahme an der Champions League überhaupt hoffen. Die SGE untermauert ihre Ambitionen durch einen Sieg gegen Augsburg – und hat Glück mit einem Elfmeter.

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          Leicht kann es Adi Hütter nicht gefallen sein, nach dem verkorksten Auftritt in Gladbach (0:4) zur Tagesordnung überzugehen. Doch ihm blieb gar keine andere Wahl. Vieles, was die Eintracht bis dahin gut gemacht hatte, ließ sie am Wochenende vermissen. Und ihr Trainer nahm sie anschließend dennoch demonstrativ in Schutz und verkündete im Brustton der Überzeugung, dass er sicher sei, dass die Frankfurter Spieler schon bei der nächstmöglichen Gelegenheit wieder den Beweis antreten werden, dass sie es besser können. Gesagt, getan.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Am Dienstag nutzte das Team das Heimspiel gegen den FC Augsburg beim 2:0 zur Wiedergutmachung. Zum Ende eines Fußballabends, bei dem vor allem Kampf Trumpf war, verlängerte die Eintracht ihre Erfolgsserie im eigenen Stadion, in dem sie in dieser Saison noch keine Partie verlor.

          Was noch wichtiger ist: Für den Sieg gab es drei weitere Punkte, so dass die Hessen nun auf 56 kommen. Zumindest für eine Nacht schoben sie sich am VfL Wolfsburg (54) vorbei auf den dritten Platz. Die Niedersachsen treten in Stuttgart an, auch Verfolger Dortmund (49) bekommt es erst am Mittwochabend mit Union Berlin zu tun. „Wir sind froh, dass wir gewonnen haben“, sagte Frankfurts Mittelfeldspieler Sebastian Rode. „Wir haben weiter alles in der eigenen Hand und müssen unsere Hausaufgaben machen.“

          Die Absicht, eine „Reaktion“ zu zeigen, wie es Hütter vorab formuliert hatte, konnten die Spieler zu Beginn der Flutlichtvorstellung nicht in die Tat umsetzen. Es gelang ihnen kaum, geordnet von Abwehr auf Angriff umzuschalten und so Druck aufzubauen. Als Innenverteidiger meldete sich Martin Hinteregger nach einmonatiger Verletzungspause zurück, während Timothy Chandler rechts in der Dreierkette den Vorzug vor Erik Durm erhielt. Im zentralen Mittelfeld sollte Daichi Kamada für die kreativen Einfälle sorgen – was leidlich klappte. Amin Younes blieb dagegen anfangs auf der Bank, André Silva und Luka Jovic bildeten eine Doppel-Spitze. Leicht hatten es die beiden Stürmer nicht. Denn die Augsburger, bei denen Coach Heiko Herrlich nach dem 0:0 gegen Bielefeld gleich auf acht Positionen Veränderungen vorgenommen hatte, verdichteten die Räume aufmerksam.

          Nach einem Kopfball von Silva (5. Minute) wurde binnen Sekunden das Reaktionsvermögen von Kevin Trapp zweimal getestet: Erst wehrte der Frankfurter Torwart einen Schuss von Marco Richter ab, dann klärte er eine Hereingabe von Laszlo Benes mit der Hand über die Latte (10.).

          Woran es dem Auftritt der Eintracht lange mangelte, waren Aktionen, mit denen sich Lücken in den kompakten Defensivverbund hätten reißen lassen. Vielmehr konnten sie sich bei ihrem Schlussmann bedanken, denn Trapp klärte nach einer Unachtsamkeit von Tuta noch mit der Fußspitze, bevor Florian Niederlechner einschieben konnte (25.).

          Die Unzufriedenheit über die eigene Leistung spiegelte sich auch in einem Foul Hintereggers, der Richter an der Seitenauslinie in die Beine trat und von Glück sprechen konnte, dass er von Referee Robert Schröder dafür nur mit der Gelben Karte verwarnt wurde (30.). Bei Silvas Kopfball, nach Vorlage von Filip Kostic, fehlten danach Zentimeter (36.), ehe Hinteregger seine Power positiv einbrachte: Obwohl er von zwei Augsburgern bedrängt wurde, beförderte der Österreicher, nachdem er von Kamada bedient worden war, die Kugel wuchtig mit der Stirn zur Führung ins Netz (37.). Und doch wechselte Hütter den 28-Jährigen zur Pause aus – eine nachvollziehbare Entscheidung, denn beim nächsten Fehltritt wäre er wohl des Feldes verwiesen worden. Für ihn war fortan Makoto Hasebe dabei, seine Ballsicherheit half den Kollegen, die nun auch zügiger den Weg nach vorne suchten.

          Mit seinem 24. Saisontor erhöhte Silva auf 2:0 (58.). Doch es blieb spannend. Auch weil ein Handspiel von Tuta im eigenen Strafraum den Augsburgern einen Elfmeter bescherte. Aber Alfred Finnbogason ließ die Chance verstreichen und schoss drüber (72.). Mit Stefan Ilsanker, Aymen Barkok, Erik Durm und Younes, die für Djibril Sow, Chandler, Jovic und Kamada kamen, brachten die Frankfurter danach den schmucklosen Erfolg, der trotzdem viel wert ist, geordnet über die Zeit.

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