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Eintracht Frankfurt : Torwart Trapp verabschiedet sich

Auf dem Sprung: Kevin Trapp wird Frankfurt wohl schon bald verlassen Bild: Wonge Bergmann

Die Wege von Eintracht Frankfurt und Kevin Trapp werden sich wohl an diesem Wochenende trennen. Eine Delegation des Vereins ist zu finalen Verhandlungen in Paris. Der Torwart verabschiedet sich schon einmal.

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          Die Entscheidung naht. Alles deutet darauf hin, dass Kevin Trapp die Eintracht verlassen und sich an diesem Wochenende Paris St. Germain anschließen wird. Schon am Freitag hat der Torwart in der Geschäftsstelle vorbeigeschaut und den Mitarbeitern des Frankfurter Bundesligaklubs „tschüs“ gesagt, wie Beteiligte berichteten. Von der Mannschaft, so ist zu hören, will sich der Kapitän an diesem Samstag verabschieden.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Schon am Vormittag, als Heribert Bruchhagen das Übungsareal an der Wintersporthalle aufgesucht hatte, um mit Trainer Armin Veh zu reden, deutete sich der Schlussakkord im Pariser Poker um Trapp an. Am Nachmittag dann flog der Vorstandschef gemeinsam mit seinem Finanzkollegen Axel Hellmann sowie Sportdirektor Bruno Hübner und Medienchef Markus Jestaedt in die französische Hauptstadt. Der Countdown in den finalen Vertragsverhandlungen begann. Trapps Platz im Flugzeug, das den Eintracht-Tross am Samstagmittag von Frankfurt nach Innsbruck bringen soll, dürfte wohl leer bleiben.

          Der Keeper dürfte bei einer Übereinkunft zwischen Paris und der Eintracht auch in eine neue Gehaltklasse aufsteigen; die Rede ist von fünf Millionen Euro Gehalt - jährlich. Dass am Freitag Dynamik in den komplizierten Verhandlungsprozess gekommen war, lag auch am Europäischen Fußball-Verband, der seine Sanktionen gegen St. Germain aufhob. Der französische Meister war im Mai 2014 wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay bestraft worden; neben einer Geldstrafe von 60 Millionen Euro sollten die Transferausgaben des Klubs auf 60 Millionen Euro begrenzt werden. Das gilt nun nicht mehr. Die Eintracht, so heißt es, kalkuliert mit einer Ablöse von gut zehn Millionen Euro.

          Auf in die Berge also - statt reif für die Insel. Norderney, das war einmal. Die Gegenwart für das Team heißt vorerst Stubaital. Eine Woche Trainingslager auf gut 1000 Meter Höhe. Trainer Armin Veh kann es kaum erwarten. „Ich liebe die Berge“, sagte der Trainer nach der vorerst letzten Übungseinheit am Rande der WM-Arena. Fortan wird in würziger Höhenluft geschwitzt, was gerade in diesen Hitzetagen von Vorteil ist. Im Stubaital ist es bei weitem nicht so heiß wie im Rhein-Main-Gebiet.

          Stefan Reinartz läuft wie eine Maschine

          Angenehmes Wetter also, um weiter an der Fitness der Mannschaft zu arbeiten, die zunächst zwanzig Spieler und drei Torhüter umfasst. Am Freitag, zugleich der erste offizielle Dienst-Tag von Zugang David Abraham, mussten die versammelten Akteure Runden drehen. Fitnesscoach Christian Kolodziej schickte immer wieder kurze Pfiffe über den Platz, um die vorgegebene Geschwindigkeit anzumahnen.

          Und während sich die teilnehmenden Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum mit zunehmender Dauer nach und nach ausklinkten und austrabten, gab es inmitten der gestandenen Bundesligaprofis einen, der herausstach und wie eine Maschine lief: Stefan Reinartz. Die Neuerwerbung aus Leverkusen, die schon beim Laktattest zu überzeugen wusste, verdiente sich Fleißnoten par excellence.

          David Abraham: „Das hat mich beeindruckt“

          Ganz sicher mitreisen in den Ort Neustift Milders im Stubaital wird David Abraham. Der Argentinier freut sich, dass er dabei sein darf. „Ich habe Lust auf die Bundesliga, und ich habe Lust auf die Eintracht“, ließ der auf Spanisch parlierende Abraham von einem seiner Berater übersetzen. Dem 28 Jahre alten Südamerikaner hat gefallen, „wie sich der Sportdirektor und der Trainer der Eintracht um mich bemüht haben“. Und er hat nicht vergessen, wie es mit seinem vormaligen Klub TSG Hoffenheim in der stimmungsvollen Frankfurter Arena gewesen ist. „Das hat mich beeindruckt“, sagte er. „Ich möchte mich jetzt hier bei der Eintracht einbringen und Schritt für Schritt fit werden.“

          Schmackhaft gemacht hat Abraham den Wechsel von Hoffenheim nach Frankfurt auch ein alter Eintracht-Bekannter: Pirmin Schwegler. Der Schweizer, in Vehs erster Frankfurter Amtszeit Kapitän, „hat immer gut von der Eintracht erzählt. Pirmin ist mir in Hoffenheim ein guter Freund geworden“, sagte Abraham. Der Argentinier mit italienischem Pass - „meine Oma ist Italienerin“ - geht fest davon aus, mit der Eintracht die richtige Wahl getroffen und den richtigen Klub für sein Weiterkommen gefunden zu haben.

          „Taktisch, physisch und fußballspezifisch verbessern“

          „Eintracht Frankfurt hat Tradition und eine große Bedeutung“, sagte Abraham. „Ich komme hier in eine intakte Mannschaft. Das ist eine gute Grundlage, denn ich kann mich noch taktisch, physisch und fußballspezifisch verbessern.“ Abrahams Credo: „Wichtig ist, dass man offen ist.“ Zugänglich für alles Neue, was kommt. Ein Thema, das für Trapp mit dem bevorstehenden Wechsel nach Paris von heute auf morgen spürbar und nachhaltig an Bedeutung gewinnen dürfte.

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