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Eintracht-Torwart in DFB-Team : Was für Trapp und eine EM-Nominierung spricht

Führungskraft: Kevin Trapp ist der Eintracht in diesen für das Team wegweisenden Wochen ein verlässlicher Rückhalt. Bild: Imago

Der Sommerurlaub kann warten: Kevin Trapp macht bei Eintracht Frankfurt einen „richtig guten Job“. Im Nominierungspuzzle von Bundestrainer Joachim Löw hat er einige Argumente auf seiner Seite.

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          Sie sind Nachbarn, haben im Alltag aber weniger Berührungspunkte, als sich annehmen ließe. Der Sitz des Deutsche Fußball-Bundes (DFB) und die Spielstätte der Eintracht befinden sich im Frankfurter Stadtwald nur einige Fußschritte voneinander entfernt. Daran ändert sich auch demnächst nur wenig, wenn die Akademie des Verbandes in Niederrad eröffnet und der Umzug des Klubs in sein neues Proficamp vollzogen ist. Möglicherweise wird dann aber der neue Bundestrainer öfter die Gelegenheit nutzen und sich aus nächster Nähe ein Bild machen.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Joachim Löw, der angekündigt hat, im Sommer im Anschluss an die Europameisterschaft den Dienst zu quittieren, war jedenfalls bis zuletzt in der Frankfurter Arena nur ausgesprochen selten zu Gast. Beim Heimspiel der Eintracht gegen den FC Bayern gab es vor rund vier Wochen eine der seltenen Ausnahme und ihn auf der Tribüne zu beobachten: Der Bundestrainer gehörte am 20. Februar, der für die Mannschaft von Adi Hütter einen ausgesprochen erfreulichen Verlauf nahm und zum 2:1-Sieg führte, zur Handvoll VIP-Besucher, die live im Stadion dabei sein durften – und es waren nicht zuletzt zwei Frankfurter Profis, die sich bei passender Gelegenheit in einer Verfassung präsentierten, die beim obersten DFB-Übungsleiter Eindruck hinterließ.

          Auch Younes verdeutlicht Ambitionen

          Neben den Münchnern Manuel Neuer, Joshua Kimmich oder Leon Goretzka, die bei Löw ohnehin zum Stammpersonal zählen, waren es an diesem frühlingshaft anmutenden Nachmittag der Eintracht-Mittelfeldgestalter Amin Younes und Schlussmann Kevin Trapp, die eine Vorstellung ohne Fehl und Tadel ablieferten, mit der sie ihr Potential und ihre (internationalen) Ambitionen gleichermaßen verdeutlichten.

          Nach der Heimpartie der Eintracht gegen Union Berlin an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) ruht in der Bundesliga das Geschehen. Dafür geht es weltweit mit Länderspielen weiter. In der WM-Qualifikation stehen für die Deutschen die Begegnungen mit Island (25. März), Rumänien (28.März) und Nordmazedonien (31. März) auf dem Programm. Löw wird an diesem Freitag dafür seinen Kader bekanntgeben.

          Vorab ließ er erkennen, dass er erstmals die beiden Jung-Profis Jamal Musiala (FC Bayern) und Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) nominieren wird; das Duo hat seine Stärken im Einleiten und Vollenden von Offensivaktionen, was als Fingerzeig zu werten sein könnte, dass ein Comeback von Younes, der rund um den gegnerischen Strafraum ähnlich geschickt zu Werke gehen versteht, eher nicht angedacht ist. Der 27-Jährige gehörte zum DFB-Team, das den Confed Cup in Russland gewann, doch zu den fünf Länderspielen kamen seit 2017 keine weiteren hinzu, was auch daran lag, dass er nach seinem Transfer von Ajax Amsterdam zum SSC Neapel nicht die erhofften Einsatzzeiten erhielt. Seit seinem Wechsel nach Frankfurt blüht er regelrecht auf.

          Voll auf Ballhöhe: Amin Younes (Mitte)
          Voll auf Ballhöhe: Amin Younes (Mitte) : Bild: AFP

          Trapp kann sich berechtigte Chancen ausrechnen, bei der EM (sofern sie trotz der Corona-Krise überhaupt stattfindet) dabei zu sein. Den Sommerurlaub würde er dafür gerne verschieben. Zwischen den Pfosten sind Neuer und Marc-André ter Stegen (Barcelona) gesetzt, während die Rolle der Nummer drei noch offen ist. Neben Trapp kommt auch Bernd Leno (FC Arsenal) in Frage; für ihn dürfte es bis auf weiteres aber ausgesprochen kompliziert werden, überhaupt zum DFB-Tross hinzuzustoßen, denn alle Bewohner der Britischen Inseln unterliegen wegen der Pandemie besonderen Reisebeschränkungen.

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