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1:1 gegen Wolfsburg : Frankfurts später Dämpfer im Königsklassenkampf

Harter Fight: Eintracht-Profi Paciencia und Arnold im Kopfball-Duell Bild: dpa

Der VfL Wolfsburg war lange das bessere Team, traf nur Pfosten und Latte, zwängte die Eintracht in die Defensive. Dann waren die Frankfurter auf einmal auf der Siegerstraße – und gingen doch nicht als Gewinner vom Platz.

          Nach dem Einzug in das Halbfinale der Europa League hat die Frankfurter Eintracht nun auch im Kerngeschäft Bundesliga nachgelegt und ihre eh schon formidable Ausgangslage ein Stück weit verbessert. Dank des 1:1 am Ostermontag beim VfL Wolfsburg festigte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter vier Runden vor Ultimo nicht nur ihren vierten Tabellenplatz – sie baute ihren Vorsprung sogar noch leicht aus. Vor den Verfolgern aus Mönchengladbach und Hoffenheim trennen die Frankfurter drei beziehungsweise zwei Punkte. Schütze des Frankfurter Tores vor 26.100 Zuschauern war der einwechselte Jonathan de Guzmán in der 78. Minute. John Anthony Brooks schaffte in der 90. Minute das 1:1. Dennoch überwog bei Eintracht-Torhüter Kevin Trapp „die Enttäuschung, wenn man den Ausgleich so spät bekommt. Natürlich waren wir müde. Aber mit drei Punkten hätten wir uns etwas mehr absetzen können.“

          Das Auffälligste zu Beginn des Spiels, das kurz nach dem Anpfiff für eine Minute unterbrochen werden musste, weil aus dem Frankfurter Fanblock Gegenstände auf das Spielfeld geworfen worden waren: Es war still. Beide Fangruppierungen hatten sich darauf verständigt, am ungeliebten Bundesliga-Spieltag Montag zunächst zu schweigen. Eine Halbzeit lang gab es weder für die Eintracht noch für den VfL Unterstützung von den Rängen. Dabei hätte diese muntere Partie mit ihren vielen Chancen mehr Stimmung verdient gehabt.

          Schon in der zehnten Minute hätten die anfänglich zäh in die Partie gekommenen Wolfsburger in Führung gehen müssen. Doch als Wout Weghorst den Ball in Richtung Frankfurter Tor schoss, klärte der abermals überragende Makoto Hasebe vor der Linie. Die erste Gelegenheit des Tabellenvierten Eintracht ließ lange auf sich warten. In der 29. Minute war es Luka Jovic, der nach Vorarbeit von Mijat Gacinovic und Sebastian Rode nicht entscheidend zum Abschluss kam.

          Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Zuschauer bekamen zwischen der 31. und 37. Minute Chancen in Hülle und Fülle präsentiert. Yannick Gebhardt versuchte es mit dem Kopf, auf der Gegenseite war es der für die Frankfurter Startelf anstelle von Ante Rebic aufgebotene Goncalo Paciencia, der gleichfalls mit dem Kopf Maß nahm, den Ball aber nicht richtig traf (34.). Im direkten Gegenzug war Eintracht-Keeper Trapp zur Stelle, als er einen Schuss von Admir Mehmedi parierte. Abermals war es der Frankfurter Nationaltorhüter, der nach einem Drehschuss von Weghorst auf dem Posten war (36.). Und sechzig Sekunden später bot sich Filip Kostic die Gelegenheit, mit einem Flachschuss erfolgreich zu sein. Doch der Serbe verfehlt das Tor. Fünf Minuten vor dem regulären Ende der ersten Halbzeit war es wieder Paciencia, der es mit dem Kopf versuchte – und am glänzend reagierenden Pavao Pervan scheiterte.

          Ein etwas merkwürdiger Start für die Fußballprofis: Ostereier mussten zunächst gesammelt werden. Die Eintracht-Fans drückten auf diesem Weg ihren Unmut über Montagsspiele aus. Bilderstrecke

          Kein Zweifel: Der VfL entpuppte sich in diesem „absoluten Schlüsselspiel“, von dem Eintracht-Trainer Hütter gesprochen hatte, als harte Nuss. Die Niedersachsen haben ebenso wie die Eintracht noch gute Chancen, sich für das Europapokalgeschäft zu qualifizieren. Der VfL benötigte dafür aber zwingend einen Sieg gegen Frankfurt. Erfreulich aus Eintracht-Sicht: Erstmals seit dem 19. Oktober, seit jenem 7:1 gegen Fortuna Düsseldorf, war Lucas Torro wieder von Beginn an dabei. Der Spanier, der damals wegen einer Schambeinentzündung ausgewechselt und gut vier Wochen später in Barcelona an den Adduktoren operiert werden musste, fand sich an der Seite von Rode als Absicherungsposten vor der Abwehr wieder.

          Brenzlig für die jetzt von den gut 2600 Anhängern lautstark unterstützte Eintracht wurde es in der 57. Minute. Robin Knoche setzte zu einem wuchtigen Kopfball an – und hatte Pech, dass der Ball von der Latte zurück ins Spielfeld prallte. Die Zuschauer in der Wolfsburger Arena warteten sehnsüchtig auf das erste Tor. Dabei waren es wieder die „Wölfe“, die in der Folge nur den Pfosten trafen, als es Maximilian Arnold aus 20 Metern mit einem geschlenzten Schuss versuchte (64.).

          Fünf Minuten später wechselte Hütter erstmals das Personal. Rode und Jovic gingen vom Feld und wurden durch Jonathan de Guzmán und Rebic ersetzt. Chancen für die Eintracht? Gab es vorerst nicht mehr. Stattdessen versuchte es der VfL weiter aus der Distanz – und wieder war es Arnold. Diesmal jedoch hatte er mit einem Flatterschuss, den Trapp nicht festhalten konnte, kein Glück (76.). Dann die 78. Minute. Irgendwie gelangte der Ball im Wolfsburger Strafraum zu de Guzmán – und der Niederländer schob ihn zur Frankfurter Führung ein. 1:0 in Wolfsburg. Schon wieder ein Auswärtssieg für die Eintracht? Nein. Hütters Spieler mussten in der 90. Minute doch noch das 1:1 hinnehmen, das Brooks erzielte.

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