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Kampf um die Champions League : Kein Untergang für die Eintracht

  • -Aktualisiert am

Lange in Rückstand, am Ende immerhin noch ein Punkt: Timothy Chandler und die Eintracht beim Derby gegen Mainz Bild: EPA

Das Remis gegen Mainz bedeutet alles andere als den Zusammenbruch der Frankfurter Fußballwelt. Doch wenn es nichts mit der Königsklasse werden sollte, sind die Spieler schon selbst schuld.

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          Jetzt ist er also erst mal dahin, der schöne Vorsprung der Frankfurter Eintracht, der einmal sieben Punkte betragen hat. Darüber in Verzweiflung zu verfallen, macht keinen Sinn. Es wäre unprofessionell, die immer noch bestehenden Chancen auf die Champions League durch die eigene Gemütslage zu verringern. Schließlich könnten auch die zuletzt so stabilen Dortmunder und Wolfsburger noch einmal patzen.

          Bundesliga

          Beide Teams haben ihr Rückrundenduell mit den unangenehmen Mainzern noch vor sich, die nach dem 1:1 gegen die Eintracht das sechstbeste Bundesligateam der zweiten Saisonhälfte bilden. Der BVB bekommt es zudem noch mit Leverkusen zu tun, der VfL mit Leipzig. Ihr Spielplan ist keine gemähte Wiese, wie es der Frankfurter Trainer Adi Hütter ausdrücken würde. Da hat es die Eintracht auf dem Papier mit Schalke und Freiburg einfacher.

          Aber ist der österreichische Fußballlehrer noch der Richtige, um die Eintracht zu zwei Siegen zu führen und die Konkurrenz weiter unter Druck zu setzen? Oder wirkt er im Schlusssprint eher wie ein Rucksack auf den Schultern der Spieler, anstatt sie zu beflügeln?

          Die Teamleistung gegen die Mainzer bietet zwar Anlass für den Verdacht, dass Hütter eine Bremswirkung entwickeln könnte. Aber Nachrichten aus dem Mannschaftskreis und die Logik sprechen dagegen. Seine Ankündigung, die Eintracht nach Saisonende in Richtung Mönchengladbach zu verlassen, mag vor dem Bundesligaspiel gegen die Borussen manchen Profi belastet oder verunsichert haben. Aber das ist über drei Wochen her. In der Zwischenzeit sollte sich das zarteste Frankfurter Profi-Gemüt an den Gedanken gewöhnt haben, in der neuen Spielzeit mit einem neuen Trainer zusammenzuarbeiten. Ansonsten wäre es für den Beruf gänzlich ungeeignet.

          Wenn es nichts mit der Königsklasse werden sollte, dann sind die Spieler schon selbst schuld, wobei Schuld das falsche Wort ist. Denn Platz fünf und die damit verbundene direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League kann angesichts des Potentials des Kaders und dessen Stellenwert auf dem Transfermarkt nur als großer Erfolg bezeichnet werden. Dass die Champions League so greifbar nahe schien, lag vornehmlich daran, dass die rechtmäßigen Anwärter auf die Königsklassenplätze Dortmund, Leverkusen und Mönchengladbach unter ihren Möglichkeiten blieben.

          Nun scheint der BVB gerade noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen. Kein Grund für die Frankfurter, sich die Europa League vermiesen zu lassen. Allein schon deshalb, weil Finanzvorstand Oliver Frankenbach kürzlich darlegte, dass eine Viertelfinalteilnahme im „Cup der Verlierer“, wie er mal genannt wurde, finanziell ähnlich attraktiv wie die Gruppenphase der Champions League ist, wenn es danach keine Fortsetzung in der K.-o.-Phase gibt. Das Unentschieden gegen Mainz bedeutet alles andere als den Untergang der Frankfurter Fußballwelt. Es bietet die Gelegenheit, dem Nachbarn zu einer grandiosen Rückrunde und dem so wie gut sicheren Verbleib in der Bundesliga zu gratulieren.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

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