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Eintracht und die Königsklasse : „Jetzt sind wir die Gejagten“

Bald Kollegen im Nationaldress? Amin Younes (links) und Joshua Kimmich Bild: dpa

Amin Younes macht den Unterschied und lässt die Eintracht träumen. Doch im Kampf um die Champions League muss Frankfurt in Bremen nachlegen. Die Ausgangssituation hat sich geändert.

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          Amin Younes tut der Eintracht gut. Bislang gilt: Steht Younes in der Startelf, bleibt die Frankfurter Fußballmannschaft ungeschlagen. An diesem Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN), wenn sich die Elf von Trainer Adi Hütter bei Werder Bremen behaupten will, ist Younes natürlich auch dabei. Er ist der Mann der vergangenen Tage, der nicht nur durch sein spektakuläres Tor beim 2:1-Sieg gegen die Bayern auf sich aufmerksam gemacht hat. Er hat auch ein eindrückliches Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Younes, der kleine Tempodribbler als großer Charakterkopf.

          Bundesliga

          Seine Mitspieler äußern sich höchst lobend über den 27 Jahre alten Offensivstrategen. „Er ist gewissermaßen der Gamechanger, den wir für unser Spiel benötigen“, sagt beispielsweise Torhüter Kevin Trapp, der an diesem Freitagabend in Bremen sein 200. Pflichtspiel im Dress der Eintracht absolviert. Am 15. Dezember rückte der endlich verletzungsfreie und von Corona gesundete Younes erstmals in die Startelf. Seitdem ist die Eintracht nun ungeschlagen. Neun Siege, zwei Unentschieden – der Lohn ist der verdiente Sprung auf Tabellenplatz vier, der Großes erträumen lässt.

          Die Eintracht in der Champions League? Hütter hat diese Vorstellung vor der Abreise in den Norden als „absoluten Wahnsinn“ bezeichnet. Dass seiner Mannschaft sogar zugetraut wird, bei sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayern München in den Meisterschaftskampf einzugreifen, davon wollte der umsichtige Fußballlehrer aber dann doch nichts wissen. „Ich weiß nicht, ob das einen Vierkampf geben wird“, sagte er. „Dort, wo wir jetzt stehen, ist es schon hervorragend.“

          Hütter betonte es immer wieder – und er hat ja auch recht damit: Von 22 bislang absolvierten Saisonspielen wurden nur zwei verloren, in München und in Wolfsburg. Im Kampf um die Königsklasse liegt die Eintracht schon fünf Punkte vor Bayer Leverkusen und sechs vor Borussia Dortmund. „Jetzt sind wir die Gejagten“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic vor dem Auftritt in Bremen.

          Younes in der Form seines Lebens

          Dort wird im Weserstadion – wie auch an anderen erstklassigen Spielstätten – einer von Hütters Vertrauten eine Halbzeit lang dem Treiben von der Tribüne aus zuschauen. Christian Peintinger, der Assistent des Frankfurter Cheftrainers, sammelt wertvolle Informationen. „Gemeinsam mit unserem Analysten wird Christian mir zuarbeiten“, sagte Hütter, der auf eine entsprechende Frage antwortete: „Ich bin ganz sicher kein Laptop-Trainer. Ganz ohne geht es aber auch nicht.“

          Hütter ist ein Trainer, der fördert und fordert und stets bestrebt ist, seine Spieler weiter zu entwickeln. Im Fall von Younes ist ihm dies bestens gelungen. Ausgestattet mit vielen spielerischen Freiheiten auf der sogenannten Zehner-Postion hinter der einzigen Sturmspitze André Silva kann der aus Neapel zurück in die deutsche Heimat gekehrte Younes bei der Eintracht nach Herzenslust schalten und walten.

          Bei elf Startelfeinsätzen hat Younes, spätestens nach seiner Galavorstellung gegen die Bayern auch in den Fokus von Bundestrainer Joachim Löw geraten, drei Tore erzielt und zwei Torvorlagen gegeben. Das ist gut – und ausbaufähig. Younes selbst sagte kürzlich, „dass ich in einer sehr guten Form bin und gefühlt auch in der besten bisher in meiner Karriere“. Die Form der Eintracht bei Begegnungen gegen Werder stimmt übrigens auch: Keines der vergangenen fünf Pflichtspiele ging aus ihrer Sicht verloren.

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