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Eintracht Frankfurt : „Endlich hat Kostic wieder Bock“

Strahlemänner: Der überragende Kostic holt sich Glückwünsche ab Bild: Jan Huebner

Eine Frankfurter Fußball-Mannschaft im Flow: Die Rückkehr von Jovic beflügelt besonders Kostic. Der Trainer ist happy, die Spieler strahlen, dem Team scheinen derzeit keine Grenzen gesetzt.

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          Fünf Tore, höchster Saisonsieg, eine Mannschaft im Flow – und mittendrin einer, der die pure Freude am Fußball wiederentdeckt hat: Filip Kostic. Nicht nur Eintracht-Trainer Adi Hütter zeigte sich nach dem 5:1 bei Arminia Bielefeld „rundum happy, weil wir spielerisch gute Lösungen gefunden und tolle Tore gemacht haben“. Auch aus der Mannschaft waren lauter positive Töne zu vernehmen. Wieder einmal ist die geballte Offensivabteilung das Prunkstück gewesen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          André Silva, der mit Abstand erfolgreichste Frankfurter Torschütze, hat bei dem Spektakel auf der Bielefelder Alm seine Saisontreffer Nummer 13 und 14 erzielt (25. und 33. Minute). Rückkehrer Luka Jovic, in der 66. Minute eingewechselt, brauchte diesmal neun Minuten, um im geliebten Eintracht-Dress schon zu seinem dritten Tor im dritten Spiel zu kommen. Und sie alle profitierten dabei in besonderem Maße von einem Kostic in Höchstform. An drei Toren war der Serbe als direkter Vorbereiter beteiligt, eines erzielte er selbst mit einem Kunstschuss aus der Distanz (27.), bei dem anderen, das die Arminen selbst erledigten, war Kostic der entscheidende Ausgangspunkt (51.). „Ich freue mich für ihn“, sagte Kapitän Makoto Hasebe. Und der Japaner frotzelte: „Endlich hat auch Kostic wieder Bock.“

          Bundesliga

          Die Freude über Kostics furiosen Alm-Auftrieb war auch ganz auf Seiten seines Trainers. Gut ein Jahr lang nämlich hat der linke Außenbahnspieler auf diesen durchschlagenden Moment gewartet. Endlich wieder ein Tor, endlich wieder der alte Kostic. „Er hat wieder seinen guten linken Fuß entdeckt, und auch seine Torvorlagen waren sehr gut.“ Schon vor einer Woche, beim 3:1 gegen Schalke, hatte sich angedeutet, warum es gerade mit Kostic wieder mächtig aufwärtsgehen könnte. Es hing unmittelbar mit der Rückkehr seines Freundes Jovic zusammen. „Die beiden sind Buddys“, sagte Hütter – und wiederholte nach dem Torfestival bei der Arminia seine Überzeugung. „Filips Leistungssteigerung hat mit der Rückkehr von Luka Jovic zu tun. Sie sind Freunde, waren immer in Kontakt.“

          Schon erstaunlich, welche weichen Faktoren im Fußball ausschlaggebend sein können. Doch es stimmt ja auch. Seitdem Landsmann Jovic wieder bekannte Frankfurter Luft schnuppert, ist der 28 Jahre alte Kostic zu neuer alter Blüte gereift. Kostic mit seiner Wucht, Power und Dynamik verkörpert die Tugenden, die die Eintracht in den vergangenen Wochen so stark und verlässlich hat werden lassen. Der Lohn: der Sprung auf einen Tabellenplatz, der am Saisonende für den Sprung nach Europa reicht. Sechster also ist die Eintracht schon, hat sogar die abermals schwächelnden Dortmunder hinter sich gelassen. Warum? „Weil wir immer hungrig waren“, sagte Hütter. „Wir hatten die Gier und den Spaß.“

          Immer wieder angetrieben von dem mit hoher Spielintelligenz ausgestatteten Amin Younes, hat der Eintracht-Express jetzt auch die Arminia überrollt. Das Spiel der Frankfurter zeichnet sich derzeit durch eine hohe Kultur aus. Die Ballzirkulation ist stilprägend, und Christian Streich, der Trainer des Sportclubs Freiburg, irrte nicht, als er Mitte der Woche sagte: „Die Eintracht zeigt derzeit mit den besten und attraktivsten Fußball der Liga.“

          Dies liegt an der Summe vieler Einzelteile. Schon der Aufbau aus der Abwehr heraus ist wohldurchdacht und strukturiert. Und spätestens wenn Kostic angespielt wird und Dampf macht, geht es im Eiltempo Richtung gegnerisches Tor. „Wir haben die vergangenen Wochen gezeigt, dass wir spielerisch auf einem guten Niveau sind und vor Selbstvertrauen strotzen“, sagte Eintracht-Trainer Hütter über den Lauf seiner Mannschaft, der mit dem 5:1 auf der Bielefelder Alm einen weiteren Höhepunkt erlebte. „Es war ein rundum toller Nachmittag“, sagte der österreichische Fußballlehrer, der seiner Mannschaft zwei freie Tage gönnte und erst wieder am Dienstag damit beginnt, die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die taumelnde Berliner Hertha zu starten, die wieder einmal hofft, mit einem Trainerwechsel das Richtige in ihrer seit Jahren vertrackten Lage zu tun.

          Alles Sorgen, die in Frankfurt gänzlich unbekannt sind. Der Eintracht-Motor läuft wie geschmiert. „Wenn bei uns der Ball vorne ankommt, passiert immer etwas“, sagte Martin Hinteregger. Der erfahrene Abwehrspieler, in Bielefeld kaum gefordert, fand es „traumhaft, wenn wir Leute wie Luka Jovic und Sebastian Rode noch einwechseln können. Wir haben Selbstvertrauen und werden unsere spielerische Qualität weiter so einbringen. Wenn ich sehe, was die Jungs auf den Platz bringen, ist das richtig stark.“

          Mit einem wiedererstarkten Kostic ist vieles – und vielleicht sogar noch mehr möglich. Ideen- und Impulsgeber Younes sagte nach dem höchsten Saisonsieg: „Wenn wir das Maximum abrufen, ist es schwer, gegen uns zu spielen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.“

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