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Neuer Eintracht-Verteidiger : Eine klassische Nummer vier

In Salzburg gereift: Jerome Onguene soll die Abwehr stabilisieren. Bild: Huebner

Der neue Eintracht-Innenverteidiger Jerome Onguene gilt als kopfballstark, athletisch und durchsetzungsfähig. Mit diesen Fähigkeiten soll er dabei helfen, das Frankfurter Spiel noch erfolgreicher zu machen.

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          Als die Vorstellungsrunde mit Jerome Onguene am Freitag beendet war, hielt der neue Eintracht-Profi sein Trikot mit der Nummer vier für die Fotografen in den Händen. Nicht, weil der spanische Weltmeister Sergio Ramos sein „großes Idol“ ist. In erster Linie stehe die Vier für den klassischen Innenverteidiger, sagte der 24 Jahre alte Onguene im Brustton der Überzeugung. Einen körperbetonten Abwehrspieler, der physisch präsent und zweikampfstark ist. Einer wie Onguene. „Er ist sicherlich ein Krieger“, sagte Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche über den auch „sehr kopfballstarken“ Zu­gang. Nicht zu vergessen: Er sei auch im Spiel mit dem Ball „gut“ , merkte Onguene an.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Der Defensivspieler, der die französische und die kamerunische Staatsangehörigkeit hat, ist aus Salzburg nach Frankfurt gekommen. Bei RB sammelte er in seinen fünf Jahren Dienstzeit – 2021 wurde er für ein halbes Jahr nach Genua verliehen – fleißig Auszeichnungen: Fünf Meistertitel und vier Cup-Erfolge. Nur seine Einsatzzeiten konnten mit dieser Er­folgsbilanz nicht mithalten. 2022 absolvierte er bisher lediglich 187 Spielminuten – sieben für Salzburg im März, den Rest für die Nationalmannschaft Ka­meruns im Januar in zwei Partien über 90 Minuten.

          Auf dem Platz anders als privat

          Vom Afrika-Cup brachte der zehnmalige Nationalspieler eine Malaria-Erkrankung mit, ein einwöchiger Krankenhausaufenthalt war die Folge. Anschließend habe er sich in Absprache mit den Ärzten noch „ein, zwei Wo­chen erholen“ müssen, „es hat sich hingezogen“, be­richtete Onguene. „Meine Malariaerkrankung ist un­glücklich verlaufen, weil zu diesem Zeitpunkt wichtige und große Spiele anstanden.“ Heute sei er aber „wieder komplett fit und hergestellt“.

          Die ersten Trainingstage in Frankfurt haben ihm gezeigt, dass für ihn die Umstellung kaum der Rede wert ist. Er sehe „keinen großen Unterschied zu der Intensität in Salzburg“, sagte Onguene. Dort spielte er bereits in der Champions League, in der Europa League traf er vor ein paar Jahren auf seinen neuen Arbeitgeber und war beeindruckt von der „verrückten“ Atmosphäre im Waldstadion.

          Auf dem Platz ist Onguene ganz an­ders als in seinem Privat­leben, viel lebhafter und im­pulsiver. Er mag es, „zu kämpfen und zu schreien“. Durchsetzungsvermögen und Behauptungswillen wird er auch brauchen, um bei der Eintracht seine Ziele – „ich will hier einen großen Schritt machen“ – in den kommenden fünf Jahren (sein Vertrag läuft bis Mitte 2027) erreichen zu können. „Frankfurt hat eine starke Verteidigung, das hat man in der Europa-League-Saison gesehen.

          Die Defensive hat ihren An­teil zum Erfolg beigetragen“, meinte Onguene, der in die Kategorie Vielseitigkeit einzustufen ist. „Ich habe bereits Viererkette und Dreierkette gespielt, in beiden Systemen fühle ich mich wohl. Es spielt für mich keine Rolle, ob ich zentral spiele oder auf der Seite.“ In Salzburg sei er „in der Zentrale der Dreierkette“ zum Zug gekommen.

          Am Main nimmt Onguene, der beim FC Sochaux ausgebildet wurde und der in Frankreich von der U 16 bis zur U 20 alle Nachwuchs-Nationalmannschaften durchlaufen hatte, nun den zweiten Anlauf in Deutschland. Im Januar 2017 hatte er sich als 19-Jähriger dem VfB Stuttgart angeschlossen, blieb bei den Profis aber ohne Einsatz. „Der Jerome von Stuttgart ist nicht mehr mit dem Jerome von heute zu vergleichen. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, erwachsen zu werden“, sagte er.

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