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Eintracht in der Einzelkritik : Ramaj wie ein Fisch im Wasser

  • -Aktualisiert am

Torwart Diant Ramaj gab seinen Einstand für die Eintracht in der Bundesliga. Bild: dpa

Die Eintracht kommt in Augsburg zu einem 1:1. Im Tor steht ein Debütant. Lindström vergibt wieder die großen Chancen zum Sieg. Rode teilweise der König im Mittelfeld. Und Hasebe spielt überragend.

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          Diant Ramaj: Verhielt sich in seinen ersten Bundesligaminuten wie ein Fisch im Wasser. Mit einer Selbstverständlichkeit, die überraschte, dirigierte er die Abwehr, und dabei strahlte er große Selbstsicherheit aus. Dann zahlte er gegen Gregoritsch Lehrgeld. Der Österreicher bemerkte, dass der Debütant auf eine Flanke spekulierte, und schoss den Ball zum 1:1 ins kurze Eck. Danach war dem Junioren-Nationalspieler doch so etwas wie ein Hauch von Nervosität anzumerken. Was aber nicht zu weiteren Fehlern führte. In der Nachspielzeit rettete er seinem Team sogar im Duell eins gegen eins gegen Niederlechner den Punkt.

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Tuta: Weitgehend stabil in dieser umkämpften Partie, mit mehr Übersicht als zuletzt. Bezauberte zwischendurch mit einem wunderbaren Pass in Lindströms Lauf.

          Makoto Hasebe: Ein weiteres Kapitel des Bestsellers: Der alte Mann und der Fußball. Der Japaner spielte beinahe fehlerlos, ein Genuss, seine Spielintelligenz zu erleben.

          Evan Ndicka: Sehr robust in den Zweikämpfen. Ein dominanter Abwehrspieler. Bei seinem Treffer stand er klar im Abseits, weswegen dieser nicht zählte.

          Almamy Touré: Bei seinem Comeback zunächst mit einem guten Gefühl für den Moment, auf dem rechten Flügel offensiv zu werden. Nach sechs missglückten Flanken hielt er sich dann zurück. Defensiv wie so oft mit Aussetzern. Einmal traf er den Ball am eigenen Fünfmeterraum nicht, was aber der Eintracht keinen Schaden verursachte. Als ihm der Ball am Augsburger Fünfmeterraum vor die Füße fiel, genauso ungeschickt. Bot sich für eine Auswechslung an, durfte aber durchspielen.

          Djibril Sow: Bienenfleißig, aber, wie es seine Art ist, meist unauffällig. Bis auf den spektakulären Moment, in dem er den Ball mit der Brust annahm und ihn direkt über 30 Meter Lindström in den Lauf spielte. Eine Aktion, wie man sie sonst nur von Weltstars wie Neymar und De Bruyne sieht.

          Sebastian Rode: In der ersten Halbzeit König im Mittelfeld. Quälte die Augsburger mit seinen Balleroberungen und hatte mit dem Ball fast immer sinnvolle Lösungen parat. Er hielt diesmal 77 Minuten durch, jede davon ein Gewinn für die Eintracht.

          Timothy Chandler: Begann auf der ungewohnten linken Seite als Kostic-Vertreter überraschend schwungvoll, dann begnügte er sich damit – wie so oft –, Fehler zu vermeiden. Das gelang ihm, aber das Angriffsspiel der Eintracht förderte er natürlich lange nicht wie Linksaußen Kostic.

          Jesper Lindström: Startete fahrig und mit einigen Ballverlusten. Das wäre ihm gerne verziehen worden, wenn er das 2:0 nach Sows Traumpass erzielt hätte. Der Däne machte alles richtig, nahm den Ball perfekt an und verschaffte sich Platz für den Torschuss. Doch der Ball landete am Pfosten. Danach mit weiteren starken Szenen. Hatte in der 88. Minute das 2:1 auf dem Fuß und scheiterte frei stehend an Torwart Gikiewicz. Es bleibt nach Dortmund zum zweiten Mal sein Makel, dem Team Punkte gekostet zu haben.

          Daichi Kamada: Ein wunderbarer Treffer zum 1:0, der auch Ballett-Trainer begeistert hätte – so viel Balancegefühl, so viel Körperbeherrschung. Ansonsten meistens mit den uneleganteren Seiten seines Jobs beschäftigt – beeindruckte auch als Zweikämpfer.

          Rafael Borré: Wie eine Zecke in der Augsburger Abwehr. Unermüdlich, unangenehm. Selbst kam er kaum einmal zum Schuss, legte jedoch Kamada das 1:0 gedankenschnell vor.

          Kristijan Jakic: Kam für Rode, um das Spiel der Augsburger zu stören – und er störte.

          Martin Hinteregger: Fügte sich in die Frankfurter Abwehrmauer, ohne einen Spalt, zu bilden ein. Zweikampfstark, sachlich, souverän. Dass es bei Glasner heißt: Hinteregger oder Hasebe, ist schade für die Eintracht.

          Goncalo Paciencia: Kam nach 80 Minuten für den abgekämpften Borré und mühte sich redlich, aber ohne großen Effekt.

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