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Eintracht-Profi Touré : Körper und Geist im Einklang

Touré findet: „Wir sind auf einem guten Weg“. Bild: AP

Einige Spieler der Eintracht sind auf Länderspielreise. In Frankfurt weilt unter anderem Touré, der in München eine gute Leistung zeigte. Neben seiner körperlichen Fitness achtet er auch auf die mentale.

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          Ohne Hilfsmittel geht es nicht. Oliver Glasner und das Betreuerteam der Eintracht müssen in diesen Tagen Einfallsreichtum zeigen, um die Übungsinhalte so umsetzen zu können, dass sie den gewünschten Effekt bringen. Als nach gut einer Stunde von der rechten Seite Flanken geschlagen wurden, wobei sich Timothy Chandler, Erik Durm und Danny da Costa bei ihren Eingaben auf die Kollegen mit unterschiedlichem Erfolg abwechselten, ließ Glasner eine fünfköpfige Gruppe aus Plastikfiguren als imaginäre Abwehrreihe darstellen – denn es mangelte an leibhaftigen Alternativen.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Es waren nur acht Feldspieler und drei Torleute, die auf Kommando des Cheftrainers mit dem Ball beschäftigt waren. An der Mangelverwaltung wird sich so schnell wenig ändern: 13 Frankfurter sind als Nationalspieler in der WM-Qualifikation unterwegs. Bei Sebastian Rode wurde inzwischen bekannt, dass die Rehabilitation nach seinem Eingriff am Knie Fortschritte macht. Er wird im Laufe der kommenden Tagen in den Kreis des Teams zurückkehren.

          Vorläufig trainiert der Kapitän noch im ProfiCamp individuell. Auch Almamy Touré wurde zunächst geschont. Beim Franzosen achteten Physiotherapeuten darauf, dass er seinen Fuß nur dosiert belastete. Bei einem Pressschlag mit Leroy Sané in der zweiten Halbzeit hatte sich Touré in München am linken Sprunggelenk verletzt. Am Dienstag bewegte er sich mit einem dicken Tapeverband, der ihn beim Anziehen des Schuhs ein wenig störte, ansonsten war er aber bester Dinge.

          „Wir sind auf einem guten Weg“

          Der Sieg beim FC Bayern wirkte auch bei dem 25-Jährigen positiv nach. „Alle haben alles gegeben“, sagte er im Rückblick auf den Erfolg, „das sollte uns weiter Auftrieb geben.“ Touré hatte gegen den Rekordmeister auf der rechten Außenbahn einiges zu tun, um sich nach wackligem Beginn, als er immer wieder überlaufen wurde, so zu stabilisieren, dass er neben Sané auch Thomas Müller in Schach halten konnte. Von Müller sicherte er sich hinterher dessen Trikot, das er zu Hause in seine Sammlung aufnahm, die ihn an außergewöhnliche Matches und Gegenspieler erinnert.

          Es komme nun darauf an, „hart weiterzuarbeiten“, um das Glücksgefühl, das sie alle aus der Allianz Arena mitnahmen, über das kommende Heimspiel hinaus zu verlängern. Am Samstag, 16. Oktober, geht es daheim gegen Hertha BSC. Einen „schweren Gegner“, wie Touré befand, gegen den sie „konzentriert“ zur Sache gehen müssten, um „unsere positive Serie fortzusetzen“. Zwei Siege aus zwei Spielen weist die Statistik seit vergangenem Donnerstag für die Eintracht auf – und in beiden Partien stand Touré nach wochenlanger Zwangspause in der Startformation.

          „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte er grundsätzlich zum Team-Trend. Doch auch für ihn persönlich geht es nach schweren Monaten aufwärts. Immer wieder gab es davor gesundheitliche Probleme, die ihn zurückwarfen; in der vorigen Runde kam der in Mali geborene Defensiv-Allrounder lediglich auf 17 Liga-Einsätze. Er höre daher mittlerweile „mehr auf meinen Körper“. Unter anderem setzt er auf das Knowhow der ihn beratenden Teamärzte, die regelmäßiger als früher Blut abnehmen und so anhand unterschiedlicher Messwerte erkennen können, ob womöglich Schädigungen an der Muskulatur als Folge von Überlastungen drohen.

          Neben der engmaschigen Kontrolle der Physis vertraut Touré seit Kurzem auch auf den Rat eines Experten, der ihn psychisch auf ein höheres Niveau bringen soll. Aus eigenem Antrieb hat er sich die Unterstützung eines Mentaltrainers gesichert. Empfohlen wurde ihm der Fachmann vom ehemaligen Mitspieler Gelson Fernandes. Touré, der bei Adi Hütter nicht mehr so hoch in der Gunst stand, weil er sich unter Bedrängnis auf dem Feld folgenreiche Aussetzer geleistet hatte, verspricht sich vom Knowhow des Spezialisten sachdienliche Hinweise, die es ihm ermöglichen sollen, „immer hoch konzentriert zu reagieren“, denn er habe sich für diese Saison „viel vorgenommen“. Seit der Leistung vom Sonntag in München klingt das gar nicht mehr so abwegig.

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