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Adi Hütters Risikobereitschaft : Ein Punkt für die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Immer für eine Überraschung gut: Eintracht-Trainer Adi Hütter Bild: dpa

Adi Hütter wird im Vorfeld der Partie gegen Leipzig Mutlosigkeit vorgeworfen. Und so überrascht der Eintracht-Trainer mit einer unerwarteten Aufstellung nicht nur die Sachsen. Aus der Risikofreude lassen sich wichtige Lehren ziehen.

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          Adi Hütter ist in den vergangenen Wochen von verschiedenen Seiten eine gewisse Mutlosigkeit vorgeworfen worden, weil er immer wieder derselben Startformation vertraute, die – im Verhältnis zur Charakteristik des gesamten Kaders – eher sicherheitsorientiert zusammengestellt war. Gegen RB Leipzig ist der Trainer der Frankfurter Eintracht ein sehr großes Risiko eingegangen.

          Bundesliga

          Denn, wäre es schiefgegangen, hätte er den Kritikern eine riesengroße Flanke geboten. Weniger mit der Umstellung von der gewohnten Dreier- auf eine Mischform zwischen Dreier- und Viererabwehrkette machte sich der Österreicher angreifbar. Sein Team hat schon oft genug bewiesen, dass es flexibel genug ist, und die letzten Heimsiege gegen die Leipziger wurden in verschiedenen Grundformationen erzielt. Aber seine Personalpolitik war außergewöhnlich.

          Mit Erik Durm und Djibril Sow beorderte er gegen ein Bundesliga-Spitzenteam zwei Profis in die Startelf, die seit Monaten keine (Durm) oder kaum (Sow) Spielanteile hatten. Mit Evan Ndicka, Aymen Barkok und Filip Kostic schickte er zudem drei Spieler von Anfang an aufs Feld, bei denen eine gewisse Gefahr der Verunsicherung bestand. Für Kostic und Ndicka waren es die Comebacks nach langer Verletzungspause, für Barkok die Premiere nach zugegeben erfolgreich verlaufenen Teilzeiteinsätzen.

          Es ist gutgegangen – ja, mehr als das. Nach einer etwas wackligen Anfangsphase, in der die Eintracht in zwei, drei Situationen etwas Spielglück benötigte, um nicht in die Gefahr eines Rückstands zu geraten, entwickelte das schon wach, kampfstark und taktisch diszipliniert gestartete Team die nötige Selbstgewissheit, um RB Leipzig ein Gegner auf Augenhöhe zu sein. Das 1:1 gegen den Champions-League-Teilnehmer war verdient.

          Was sagt uns das alles?

          1. Hütter ist ein Überzeugungstäter. Er geht nicht den sicheren Weg, um möglichst unantastbar zu bleiben, sondern weil er ihn für den besten Weg hält, und er verlässt die ausgetretenen Pfade, wenn er meint, es müsse so sein.

          2. Die Spieler aus der zweiten und dritten Reihe der Eintracht haben eine hervorragende Berufsauffassung, sie sind voll da, wenn sie gebraucht werden, obwohl sie sich monatelang zurückgesetzt fühlen mussten.

          3. Die Leistungsfähigkeit beziehungsweise das Potential von den meisten Stamm- und Ergänzungsspielern unterscheidet sich nur marginal.

          Woraus folgt?

          Da offenbar ohnehin verschiedene Mannschaftsaufstellungen zum Erfolg führen, könnte Hütter seine Formationen künftig etwas stärker nach dem Aspekt der Personalentwicklung wählen. Etwas mehr rotieren, um möglichst niemandem das Gefühl zu geben, abgehängt zu sein, etwas mehr rotieren aber vor allem, um den jungen Spielern das Gefühl zu geben, bei der Eintracht eine gute Zukunft zu haben.

          Hasebe, Abraham und Ilsanker sorgen dafür, dass Frankfurt ein gehobenes Mittelfeld-Team der Bundesliga ist. Aber die Eintracht braucht Ndicka, Barkok und Tuta, damit das mindestens so bleibt.

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