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Eintracht Frankfurt : Bauarbeiten im Stadtwald

Scharfschütze: Ajdin Hrustic nimmt gerne aus der Distanz mit Wucht und Effet Maß. Bild: Imago

Das Stadion wird rausgeputzt, und auch bei Eintracht Frankfurt herrscht auf dem Trainingsplatz Hochbetrieb. Ajdin Hrustic hofft vor der nächsten Bundesligasaison auf eine neue Chance.

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          Kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Rund um die Arena herrscht Hochbetrieb. Baufahrzeuge brummen heran, Gabelstapler transportieren Material, Kräne hieven an der Außenfassade Mitarbeiter in die Höhe, die an der Fassade Hand anlegen. Das Frankfurter Fußballstadion im Stadtwald bereitet sich vor auf die Rückkehr in die „Normalität“, wie immer sie auch aussehen mag nach 15 Monaten Pandemie.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Von Spätsommer an sollen, sofern die Corona-Inzidenz es zulässt, wieder Zuschauer hineingelassen werden in das riesige Rund, in dem überall gewerkelt wird, auch weil fortan ein neuer Caterer die Gäste mit Speis und Trank versorgen wird, und dazu die Infrastruktur modernisiert wird. In Absprache mit den lokalen Gesundheitsämtern kann die Eintracht von Mitte August an bis zu 25.000 Anhängern den Zugang zu Heimspielen gestatten. Geklärt ist zudem, dass vom dritten Bundesliga-Spieltag an (an dem die Eintracht am 28. August in Bielefeld antreten muss) wieder Gästefans zugelassen sind. Zukunftsmusik.

          Harte Arbeit, herzlicher Umgangston

          Aktuell wird auch auf den Rasenflächen vor dem imposanten Mittelpunkt des Deutsche Bank Parks fleißig geschuftet. Oder wie es Aymen Barkok ausdrückte: „Das Training geht gut in die Beine.“ Nach einigen Einheiten, bei denen Chefcoach Oliver Glasner bewusst Tempo und Intensität drosselte, um zu Beginn der dritten Vorbereitungswoche den Spielern die Möglichkeit zu geben, ein wenig durchzuatmen, zog er die Zügel an. „Knackig“ nannte Barkok das Pensum. Aber, er fügte erleichtert hinzu, dass glücklicherweise oft „der Ball am Fuß“ ist und „weniger Läufe“ zu absolvieren seien.

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          Dass Glasner ein Übungsleiter ist, der es versteht, harte Arbeit und einen herzlichen Umgangston zu einer erfolgversprechenden Mischung zu vereinen, sei ihnen bewusst gewesen, als klar war, dass der Österreicher seinem nach Gladbach abgewanderten Landsmann Adi Hütter nachfolgte. Ihm sei ein guter Ruf aus Wolfsburg vorausgeeilt, sagte Barkok über den neuen Boss, während der vorherige gegen Ende Umgangsformen an den Tag legte, die nicht so leicht zu durchschauen gewesen seien. Zumindest erläuterte Hütter ihm nie, warum er ihn nicht mehr so berücksichtigte wie zu Beginn des Sportjahres, sondern stattdessen vor vollendete Tatsachen stellte und ins zweite Glied zurückversetzte.

          Auch Ajdin Hrustic äußerte sich am Donnerstag angetan von der Zusammenarbeit mit Glasner, den er nach seinem Urlaub am Montag erstmals näher kennenlernte. „Er ist offen und ehrlich zu den Spielern“, sagte der 25-Jährige, der seitdem den Eindruck gewann, dass Glasner die Dinge, die ihm vorschweben, so lange wiederholt, „bis sie jeder im Kopf hat“. Unter Hütter erhielt der in Melbourne geborene Profi mit bosnischen Wurzeln nur dosiert die Gelegenheit, zu zeigen, zu was er imstande ist. Lediglich elfmal durfte er in der Liga ran, davon zehnmal als Einwechselspieler. Dabei deutete er jedoch an, dass ihm eine Dynamik zu eigen ist, die der gegnerischen Abwehr Probleme bereiten kann. Sein Tor im Sitzen gegen Mainz (1:1) Anfang Mai war dabei das Highlight.

          Dass manch Außenstehender meint, hinter ihm lägen schwierige Monate mit allerhand Aufs und Abs, ließ Hrustic so nicht gelten. „Ich habe große Schritte nach vorne gemacht.“ Er habe nach seinem Wechsel aus Groningen (wo er für Arjen Robben Platz machte) bei der Eintracht „viel gelernt“ und sich entwickelt: „Für mich war es eine erfolgreiche Zeit.“ Vor allem sein Zug in den Strafraum ist auffällig, zudem verfügt er mit beiden Füßen über einen satten Schuss.

          Zu Glasners Philosophie zählte in Wolfsburg, dass die Angreifer bewusst Abschlüsse aus der Distanz versuchen sollten, um eine in der Rückwärtsbewegung befindliche Verteidigung zu überrumpeln; so erzielten sie ein Dutzend Tore. Das könnte Hrustic liegen. „Ich liebe es, zu lernen“, sagte er über seine Erwartungen, die er mit diesem Sommer verknüpft, und dass er sich als Zehner im zentralen Mittelfeld verortet, aber wie im australischen Nationalteam auch die Flügelpositionen besetzen kann. Er freue sich darauf, seine Flexibilität Glasner zu präsentieren. Um sich ein Bild von allen zu machen, die bei ihm „bei null“ anfingen, wie es der 46-Jährige sagte, vereinbarten die Frankfurter für Dienstag einen Test. Dann geht es am Stadion gegen den FC Gießen aus der Regionalliga (16 Uhr).

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