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Frankfurter Trainersuche : Warten auf weißen Rauch bei der Eintracht

„Sie haben den Klub besser gemacht“: Axel Hellmann lobt Fredi Bobic und Adi Hütter, die nach der Saison gehen. Bild: dpa

Wer wird neuer Trainer in Frankfurt? Am Tag nach dem Saisonfinale konkretisiert der Klub seine Wunschvorstellungen. Vorstandssprecher Hellmann findet zudem versöhnliche Worte für Bobic und Hütter.

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          Die Zeit drängte. Axel Hellmann war daran gelegen, „schnell einen Strich zu ziehen“ unter der Saison, die am Samstag mit dem 3:1 gegen den SC Freiburg zumindest versöhnlich ausklang. „Und den Blick für Neues zu haben“, sagte Hellmann. Die Eintracht, das war bereits vor dem Anstoß der Begegnung mit den Breisgauern klar, beendete die Spielzeit in der Fußball-Bundesliga als Tabellenfünfter. Und ist somit nach dem Sommerurlaub, in den alle Profis, die nicht in den kommenden Wochen bei der Europameisterschaft im Einsatz sind, noch am Sonntag aufbrechen konnten, zum dritten Mal in vier Jahren international vertreten.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Das Fazit, das der Vorstandssprecher der Frankfurter Fußball AG fällte, war kein eindeutiges, sondern er räumte ein, „hin- und hergerissen zu sein“ zwischen den Fakten und den Emotionen, die nicht so leicht in Einklang zu bringen sind. Klar ist: Mit etwas mehr Durchhaltevermögen auf den letzten Metern wären für die Hessen demnächst erstmals die Champions-League-Hymne erklungen. Doch sie gerieten nach dem angekündigten Abschied von Trainer Adi Hütter in Richtung Mönchengladbach von der Erfolgsspur ab.

          Sieben Spieltage vor Schluss betrug der Vorsprung der Eintracht vor Dortmund als erstem Verfolger sieben Punkte. Ein scheinbar komfortables Polster, das aber durch die Niederlagen gegen die „Fohlen“-Elf, Leverkusen und Schalke sowie das Remis gegen Mainz nicht ins Ziel gerettet werden konnte. „Wichtig für das Selbstverständnis von Eintracht Frankfurt ist daher, dass man da anschließend nicht zur Tagesordnung übergehen konnte“, erläuterte Hellmann seinen Zwischenruf, mit dem er Hütter und dem nach Berlin ziehenden Sportvorstand Fredi Bobic vor Wochenfrist „Schönrederei“ unterstellte. Die Enttäuschung, die viele Menschen verspürt hätten, sei auch „Ausdruck der Liebe zu diesem Klub“.

          Hellmanns Absicht: Wogen glätten

          Am Pfingstsonntag war dem 49 Jahre alten Juristen daran gelegen, die Wogen zu glätten. Bei einem reinen Blick auf die Zahlen habe die Eintracht „eine herausragende Saison“ absolviert: 60 Punkte, frühzeitig ein Europa-Ticket gelöst, keine Heimniederlage und mit André Silva (28 Tore) den zweiterfolgreichsten Goalgetter der Bundesliga – an Superlativen mangelt es in der Tat nicht. Was jedoch die Zufriedenheit bei vielen schmälert, deren Herz an der Eintracht hängt, ist die Tatsache, wie leichtfertig eine historische Chance vergeben wurde.

          Der Leistungseinbruch in entscheidenden Momenten sei aber nicht allein mit den Lebens- und Karriereplänen Hütters und Bobics zu begründen, sondern liege ursächlich auch in der „Mentalität der Mannschaft“ begründet. Diese Erkenntnis aufzuarbeiten und daraus die passenden Schlüsse abzuleiten, sei eine der ersten Aufgaben, die der neue Sportvorstand und der noch zu suchende Nachfolger für Hütter bei der Bewertung der Zukunftstauglichkeit des Kaders vornehmen müssten. „Finanziell und sportlich“ stehe die Eintracht im Mai 2021, nach 15 Monaten, in denen die Pandemie das Leben grundlegend veränderte, „stabil“ da. Hellmann dankte in diesem Zusammenhang Hütter und Bobic explizit. „Sie haben einen entscheidenden Anteil daran, dass die Perspektiven für die Zukunft gut sind. Sie haben den Klub besser gemacht.“

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