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Frankfurter 1:6 zum Start : So kam es zum Fiasko gegen Bayern

Nicht nur Jesper Lindström war bei den Frankfurtern am Freitag am Boden. Bild: EPA

Die Eintracht kommt als Europa-League-Sieger auf einer Welle der Begeisterung in die neue Saison. Dann aber geht sie zum Bundesliga-Start gegen die Münchner Meister unter. Wie konnte das nur passieren?

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Wer nichts zu lachen hat, kann wenigstens andere zum Lachen bringen. Oliver Glasner schloss den aus Sicht von Eintracht Frankfurt so traurigen Freitagabend mit einem kleinen Witz. Der Trainer hatte seinen Spieler Filip Kostic bei der 1:6-Niederlage im Auftaktspiel der neuen Bundesliga-Saison gegen den FC Bayern erstaunlicherweise schon in der 74. Minute vom Feld genommen. In der Regel steht der Serbe die komplette Spielzeit auf dem Rasen. Nun also sollte Glasner die ungewöhnliche Entscheidung erklären. Seine spitzbübische Antwort: „Dass er in Italien nächste Woche zum Auftakt topfit ist.“

          Bundesliga
          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Seit Langem wabern Spekulationen über Kostics Zukunft durch die Fußballwelt. Juventus Turin gilt als potentielles Ziel. Doch ein konkretes Angebot liegt der Eintracht nach Angaben von Sportvorstand Markus Krösche aus Italien nicht vor – „Stand jetzt.“ Diese Redewendung lässt in Frankfurt seit Niko Kovac aufhorchen. Der damalige Trainer erklärte, dass es keinen Grund gebe, daran zu zweifeln, dass er bei der Eintracht bleibe – „Stand jetzt“. Das war seine kleine verbale Hintertür, durch die er sich flugs zwängte. Nach einem Angebot aus München war der Stand wenig später schon ein ganz anderer.

          Kovac ist längst Geschichte in Frankfurt, danach schrieben Adi Hütter und Glasner neue Geschichten, erfolgreiche zudem. Momentan könne er nichts weiter zum Stand bei Kostic sagen, sagte Krösche weiter. „Wir werden sehen, was passiert.“ Am Freitagabend nach dem Debakel gegen den FC Bayern hatte er sowieso ganz andere Sorgen. Glasner gab nach seinem Scherz auch eine ernsthafte Antwort auf die Frage nach Kostics verkürztem Arbeitstag: „Dass er gegen Real Madrid topfit ist. Filip ist spät ins Training eingestiegen und noch nicht bei 100 Prozent seiner körperlichen Fitness.“ Der spanische Klub ist am Mittwoch (21.00 Uhr bei RTL und DAZN) in Helsinki Gegner im europäischen Supercup.

          Fünf Bayern-Tore in einer Halbzeit

          Die Frankfurter Vorfreude auf das Duell mit dem berühmten Namen, das sich die Eintracht durch den Europa-League-Titel verdient hat, ist indes arg getrübt. „Auf den Supercup freue ich mich jetzt nicht wirklich. Ich muss das erstmal sacken lassen, wenn du zu Hause im ersten Spiel gleich sechs Stück kriegst“, sagte Krösche. Fünf fielen für den Dauermeister gar schon in der ersten Halbzeit. Joshua Kimmich (5. Minute), Benjamin Pavard (11.), Sadio Mané (29.), Jamal Musiala (35.) und Serge Gnabry (43.) trafen früh für die Bayern, Musiala (83.) später nochmal, Randal Kolo Muani (64.) für die Eintracht.

          Der französische Stürmer, der vor der Saison vom FC Nantes und am Freitag in der Halbzeitpause ins Spiel kam, war einer der ganz wenigen Frankfurter Lichtblicke. Der große Stürmer gefiel nicht nur bei seinem Tor, als er Bayern-Torwart Manuel Neuer attackierte und von dessen Missgeschick profitierte. Kolo Muani löste nach dem Seitenwechsel den schwachen Rafael Borré ab und beeindruckte durch körperliche Präsenz und flinke Läufe. „Er ist unglaublich schnell, zweikampfstark, groß“, sagte sein Kapitän Sebastian Rode. Auch Krösche lobte: „Er hat wirklich ein gutes Debüt gegeben.“

          Gut war bei der Eintracht zum Start der Spielzeit der Bundesliga ansonsten eigentlich nichts. Die Idee, die Trainer Glasner seiner Elf mitgegeben hatte, wurde zunächst völlig missachtet. „Wir hatten den Plan, den Bayern die Eckfahnen zu geben“, sagte der Österreicher. Ohne Robert Lewandowski, so die Theorie, würden die Münchner mit Flanken von der Seite, nicht viel anfangen können. Allerdings mussten sie gar nicht Richtung Seitenlinie ausweichen. Die Frankfurter gewährten ihnen so viel Platz in der Mitte, dass sich die Offensive um den Star-Einkauf Sadio Mané fast beliebig vors Tor kombinieren konnte.

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