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Eintracht Frankfurt : Geduldsspiel und kein Ende

Mit dem Remis in Wolfsburg zufrieden: Oliver Glasner Bild: Reuters

Trainer Oliver Glasner zeigt sich nach dem neuerlichen Remis der Eintracht zufrieden: „Die Basis stimmt.“ Doch vor dem kommenden Spiel gegen Köln gibt es noch viel zu tun.

          3 Min.

          Wieder nicht gewonnen. Aber eben auch nicht verloren. Die Remis-Könige der Liga dürfen ein bisschen durchschnaufen. Die schwere Auswärtshürde Wolfsburg ist genommen, das nicht minder herausfordernde Heimspiel gegen den zuletzt auftrumpfenden 1. FC Köln steht bevor. Und was macht Eintracht-Trainer Oliver Glasner? Er gönnt seinen Spielern eine Pause. Zwei freie Tage nach dem 1:1 vom Sonntagabend beim VfL.

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          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Am Mittwoch starten die Vorbereitungen für die Partie am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) in der Frankfurter Arena, die dann nach den Vorstellungen von Axel Hellmann mit 31.000 Zuschauern ausverkauft sein soll. Der Vorstandssprecher der Eintracht hat einen entsprechenden Antrag beim Gesundheitsamt gestellt.

          Ein Punkt beim vormaligen Tabellenführer, das kann sich sehen lassen – findet Eintracht-Trainer Glasner. Für den österreichischen Fußballlehrer war die Rückkehr auf Zeit zu seinem ehemaligen Verein etwas Besonderes. Keiner kennt die „Wölfe“ schließlich besser als Glasner, was sich gewinnbringend auswirken sollte.

          Mit dem ersten Sieg ist es zwar wieder nichts geworden. Doch Glasner zeigte sich nach dem Unentschieden nicht unzufrieden. „Am Anfang hatten wir bei Standardsituationen etwas Probleme, da hätte Wolfsburg in Führung gehen können. Dann haben wir es nach und nach besser in den Griff bekommen und ein sehr schönes Tor erzielt. Außerdem haben wir ein gutes Pressing gespielt, Wolfsburg zu vielen langen Bällen gezwungen und weit von unserem Tor weggehalten. Wir wollten das 1:0 nicht verwalten und weiter nach vorne spielen.“

          Ein Plan, der zunächst, beflügelt auch durch das Führungstor von Sam Lammers (38. Minute), tatsächlich aufging. Doch mit Beginn der zweiten Halbzeit drehte der VfL auf und setzte die Eintracht gehörig unter Druck. Die Folge war das mehr als verdiente 1:1 durch Wout Weghorst, den besten und wichtigsten Angreifer der Niedersachsen, der in der 70. Minute im Stile eines Torjägers zur Stelle war.

          Erfreulich aus Eintracht-Sicht: Auch Lammers entwickelt sich mehr und mehr zu dem gewünschten Stürmer von Format. Schon am Donnerstag, beim ersten Gruppenspiel in der Europa League gegen Fenerbahce Istanbul, war auf den Niederländer Verlass. Einem ersten Tor fügte er sogar noch ein zweites hinzu, das aber wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt wurde.

          Als der von Bergamo nach Frankfurt ausgeliehene Lammers in Wolfsburg Maß nahm, ging alles mit rechten Dingen zu. Wieder einmal war es Filip Kostic, der als Vorbereiter genau den richtigen Pass im richtigen Moment spielte, den Lammers als Dropkick aufnahm und vollendete. „Ich freue mich natürlich über mein Tor, wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt“, sagte Lammers. „Wir waren energisch und aggressiv in den Zweikämpfen, haben den Gegner unter Druck gesetzt und viele zweite Bälle gewonnen. So hat uns auch der Trainer auf das Spiel eingestellt.“

          Im zweiten Spielabschnitt lief es dann nicht mehr wie geplant, was auch Lammers anmerkte. „Wir hatten nicht mehr die nötige Power, der Gegner kam zu mehr Chancen, und wir hatten Schwierigkeiten.“

          Genau daran gilt es zu arbeiten. Sprach Lammers von „Power“, so brachte Glasner „Präzision“ ins Spiel. „Die hat uns gefehlt, wir mussten viel hinterherlaufen. Am Ende wurde es wild.“ Und so manchem Eintracht-Profi wollte wieder einmal kaum etwas gelingen. Daichi Kamada bleibt der Frankfurter Spieler mit der größten Streubreite. Mal genial, mal katastrophal. Der Japaner leistete sich in Wolfsburg etliche schlampige Aktionen, die bei mehr Konzentration durchaus für Gefahr in Kontersituationen hätten sorgen können.

          „Drei, vier haben wir nicht gut ausgespielt. Das war unser Manko“, kritisierte auch Trainer Glasner, der sich aber nach dem Punktgewinn trotzdem versöhnlich zeigte. „Insgesamt bin ich mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir sind knapp 121 Kilometer gelaufen, hatten fast 280 Sprints – und das drei Tage nach dem Europa-League-Spiel. Die Basis stimmt.“

          Mögen die Grundlagen auch stimmen – die Mängel im Konterspiel sind offenkundig. Das hat die Partie in Wolfsburg verdeutlicht. Das kann, das muss die Eintracht besser machen. „Wenn die Selbstverständlichkeiten zurückkommen“, prognostizierte Glasner, „dann werden wir auch gewinnen.“ Vielleicht zu Hause gegen Köln. Eine Woche später warten auswärts die Bayern. Der letzte Eintracht-Sieg in München? 18. November 2000.

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