https://www.faz.net/-gtm-9oy8x

1:0 gegen Hoffenheim : Hintereggers Blitztor reicht der Eintracht

Der Frankfurter Publikumsliebling als Matchwinner: Martin Hinteregger erzielt nach 36 Sekunden den Siegtreffer gegen Hoffenheim. Bild: EPA

Nach 36 Sekunden führte die Eintracht 1:0. Und nach 90 Minuten ebenfalls. Beim Bundesliga-Auftaktsieg gegen Hoffenheim vergibt die Eintracht viele Chancen auf einen höheren Sieg. Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder verliert beim Bundesligadebüt.

          Es war ein ungewöhnliches Zeichen der Kollegialität, das Adi Hütter so noch nicht erlebt hatte. In der Vorbereitung auf die Bundesligasaison wären sich die Frankfurter Eintracht und die TSG Hoffenheim beinahe über den Weg gelaufen. Beide Vereine suchten sich für ihr Trainingslager ein Hotel in Österreich aus, in dem die Hessen drei Stunden später eincheckten, nachdem die Kraichgauer abgereist waren. Als der Coach der Frankfurter dabei das Zimmer bezog, freute er sich über eine Nachricht, die ihm Alfred Schreuder, sein Hoffeheimer Pendant, schriftlich hinterlassen hatte. Über den genauen Inhalt hüllten sich Hütter in Schweigen, gab aber zu erkennen, dass es sich um eine nette Botschaft gehandelt habe.

          Bundesliga
          ANZEIGE

          Am Sonntag, zum Liga-Start, begegneten sich beide Teams in der Frankfurter Arena im Kampf um erste Punkte wieder. Die Trainer schüttelten vorab herzlich die Hände, doch anschließend wurde in der Auseinandersetzung ihrer Spieler schnell deutlich, dass von ihnen keine Freundschaftsgesten zu erwarten sein würden. Das bessere Ende in einer intensiv geführten und abwechslungsreichen Begegnung hatten die Frankfurter, die sich 1:0 durchsetzen.

          Einstand nach Maß

          Es dauerte gerade einmal 35 Sekunden und beim Eintracht-Anhang unter den 50.200 Besuchern brandete Jubel auf: Martin Hinteregger gelang ein Einstand nach Maß. Der Rückkehrer und Publikumsliebling der vergangenen Rückrunde, als er vom FC Augsburg ausgeliehen war, erzielte den Führungstreffer. Vorangegangen war eine kurz ausgeführte Ecke, mit der Filip Kostic den aufgerückten Innenverteidiger in Szene setzte. In der Anfangsviertelstunde hatten die Hoffenheimer, bei denen die Zugänge Ihlas Bebou und Robert Skov in der Startelf standen, Probleme, dem Druck der Frankfurter standzuhalten. Kostic, der oft nur durch Fouls zu bremsen war, vergab zwei Gelegenheit den Vorsprung auszubauen (28. und 37.), während Ante Rebic mit viel Gefühl aus spitzem Winkel und dann bei einem wuchtigen Freistoß knapp scheiterte (45.).

          Ein verfrühter Jubel: Alfred Schreuder (rechts) muss bei seinem Bundesligadebüt als Hoffenheim-Trainer eine Toraberkennung durch den Videoschiedsrichter akzeptieren. Bilderstrecke

          Skov (28.) und Steven Zuber (34.) ließen bei Kontern das Angriffspotenzial der TSG aufblitzen, doch an Kevin Trapp zwischen den Frankfurter Pfosten gab es für sie kein Vorbeikommen. Glück hatten der Schlussmann und die Eintracht, als sich der Videoassistent einschaltete: Dennis Geiger, der aus der Distanz Trapp überwunden hatte, holte sich bereits vor der Hoffenheimer Ersatzbank Glückwünsche für sein vermeintliches Ausgleichstor ab, als Referee Daniel Siebert entschied, die Szene nochmal am Bildschirm anzuschauen. Dabei entdeckte er, dass Lukas Rupp im Abseits gestanden hatte (41.).

          Ähnlich unterhaltsam ging es nach dem Seitenwechsel weiter. Hoffenheim bemühte sich, mit der Einwechslung von Diadie Samassekou, der kurzfristig für zwölf Millionen Euro aus Salzburg verpflichtet worden war, mehr Stoßkraft zu entwickeln; worauf Hütter durch die Einwechslung von Mittelfeld-Aufpasser Sebastian Rode reagierte. Bebou auf der einen (78.) sowie Kostic (79.) und Rode (84.) auf der anderen fehlte es in der Schlussphase an Genauigkeit. Die Spannung hielt so bis in die Nachspielzeit an, ehe diese umkämpfte Partie mit der Eintracht einen glücklichen aber nicht unverdienten Sieger hervorbrachte.

          Weitere Themen

          Aus den Angeln gehoben

          Eintracht Frankfurt : Aus den Angeln gehoben

          Kostic wird vermisst, Sow taucht ab, Dost fehlt die Power: Ein 45-minütiger Blackout kommt die Eintracht beim 1:2 in Augsburg teuer zu stehen.

          Topmeldungen

          Torwartwechsel: Manuel Neuer (l.) verteidigt seine Position gegenüber Marc-Andre ter Stegen

          Ter Stegen gegen Neuer : Zeit für einen Torwartwechsel?

          Keine Position im Fußball wird so gerne diskutiert wie die zwischen den Pfosten. Nur wenige Torhüter haben den Nummer-1-Status in der Nationalmannschaft konservieren können – und es ins kollektive Gedächtnis geschafft.
          Michael Jürgs starb im Juli mit 74 Jahren

          Michael Jürgs’ letztes Buch : Wer tot ist, muss sehen, wo er bleibt

          Eine Seele wirft keinen Schatten: Der Journalist Michael Jürgs hat zwei Wochen vor seinem Ableben sein letztes Buch beendet. In „Post mortem“ surft er durchs Jenseits und trifft dort höchst lebendige Tote.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.