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1:2 gegen Berlin : Knalleffekt durch Boateng

Eintracht Frankfurt freut sich über den Führungstreffer. Bild: Reuters

Kevin-Prince Boateng hat bei seiner Rückkehr nach Berlin seinem ehemaligen Klub einen späten K.o. versetzt. Und das, obwohl die Eintracht zunächst die schlechtere Mannschaft war. Doch es gab einen Schlüsselmoment.

          Kein Jubel, die Arme blieben unten. Dabei hätte Kevin-Prince Boateng allen Grund gehabt, sich über seinen Volltreffer in der 80. Minute zu freuen. Für den gebürtigen Berliner im Dress der Eintracht war es in seiner Heimatstadt beim Wiedersehen mit seinem ersten Profiklub ein genialer Moment, als er kurzentschlossen mit links Maß nahm und zum Frankfurter 2:1-Siegtreffer vollendete.

          Bis zu diesem Schlüsselmoment hatte es im Olympiastadion unentschieden gestanden – und nichts deutete darauf hin, dass sich in den finalen Minuten daran etwas ändern würde.

          Zwei Vereine mit ähnlichen Wertvorstellungen, zwei Teams auf Augenhöhe, zwei Trainer, die sich schätzen: Vieles sprach dafür, dass die Sonntagspartie zwischen Hertha BSC Berlin und der Frankfurter Eintracht keinen Sieger haben würde. Mit dem Tabellenelften Berlin und dem Rangneunten Frankfurt standen sich am 14. Bundesliga-Spieltag schließlich zwei Mannschaften gegenüber, die zur stabilen Mittelklasse gehören.

          Ebenso wie Eintracht-Trainer Niko Kovac legt auch Hertha-Manager Michael Preetz den derzeitigen Fokus darauf, „dass wir den Abstand nach unten vergrößern wollen“. Gelungen ist dies der Eintracht, die sich dank des 2:1 und jetzt 22 Punkten auf Platz acht verbesserte. Zunächst aber lief alles nach Plan für die Mannschaft von Pal Dardai. Der Hertha-Trainer wollte beim Wiedersehen mit seinem ehemaligen Mitspieler Kovac „sofort nach vorne spielen und unbedingt gewinnen“.

          Zwischendurch nahm die Partie hitzige Formen an: Nach einem Pfiff gegen Ante Rebic läuft dieser schreiend auf den Schiedsrichter zu. Bilderstrecke

          Tatsächlich waren die Berliner zwanzig Minuten lang dominant und überlegen. Der Lohn: Davie Selke nutzte eine der anfänglich vielen Unzulänglichkeiten in der Frankfurter Defensive zum 1:0 (15. Minute). Die Führung für Hertha BSC war mehr als verdient, und es war überraschend, dass die zweitbeste Abwehr der Liga so leicht auszuspielen war.

          Als Ante Rebic erstmals auf das Berliner Tor schoss (25.), zeigte die Eintracht, dass sie die schlechte Anfangsphase korrigieren wollte. Und wirklich: Nach einer Eckballvariante – Jetro Willems hatte geschickt flach in den Rückraum gepasst – erzielte der aufgerückte Marius Wolf den Ausgleich (26.).

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          Nach dem Seitenwechsel waren die Kräfteverhältnisse ausgeglichen. Besser allerdings wurde die Begegnung nicht. Immer wieder gab es kleine Foulspiele, die den Spielrhythmus unterbrachen.

          Die Hoffnung der Eintracht, dass ihr Torjäger Sébastien Haller endlich wieder erfolgreich agiert, erfüllte sich nicht. Der Franzose kam ebenso wenig auf Touren wie Rebic. Und auch bei der Berlinern schaffte es das stürmische Duo Selke und Vedad Ibisevic nicht, sich entscheidend durchzusetzen. Dafür sorgte Boateng bei der Rückkehr in die Heimat für den Knalleffekt des Spiels.

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