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Frankfurter Fußballklub : Die Eintracht und ein Schritt nach vorne

Schlitzohr mit Vollstreckerqualitäten: der Argentinier Lucas Alario Bild: Huebner

Im Testspiel gegen Viertligaklub Astoria Walldorf soll die Aufstellung der Frankfurter Eintracht für den Pflichtspiel-Start Gestalt annehmen. Welche Neuzugänge in die Stammformation rücken, ist offen.

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          Wenn die Frankfurter Eintracht an diesem Mittwoch (18.00 Uhr) beim Regionalliga-Klub Astoria Walldorf antritt, trägt das Testspiel den Oberbegriff Generalprobe. Fünf Tage später steht für den Europa-League-Sieger das erste Pflichtspiel der neuen Saison an: auswärts gegen den Zweitligaaufsteiger Magdeburg in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Eintracht-Cheftrainer Oliver Glasner dürfte in Walldorf also größtenteils die Startelf aufs Feld schicken, die sich am Montag der kommenden Woche von 20.45 Uhr an in der Favoritenrolle in Sachsen-Anhalt durchsetzen soll.

          Bundesliga
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Eine Vorstellung von Glasners Personalplanungen für den Saisoneinstieg hätten die Eintracht-Anhänger schon am zurückliegenden Samstag bekommen können. Doch das Privatspiel gegen Ajax Amsterdam, das die Hessen als „Härtetest“ einordneten, musste aufgrund von Corona-Fällen bei den Niederländern abgesagt werden. Die Frankfurter wollten bei sich keinen Corona-Ausbruch riskieren.

          So war für sie nicht nur der Flug nach Salzburg – die Partie sollte in Grödig ausgetragen werden – umsonst. Sportlich wäre das Kräftemessen mit dem Champions-League-Teilnehmer – Ajax ist wie die Eintracht in Lostopf eins – auch ein wichtiger Gradmesser für Glasners Team gewesen. Doch lamentieren wollte über die kurzfristige Spielabsage keiner im Frankfurter Lager.

          Die Hessen, die in Grödig stattdessen ein internes Trainingsspiel „Gelb“ gegen „Grau“ bestritten, fühlen sich gewappnet für den Ernstfall. „Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht“, meint Kapitän Sebastian Rode mit Blick auf die Substanz des neuen Kaders. Die Zugänge wie Mario Götze (kam aus Eindhoven), Lucas Alario (Leverkusen) und Randal Kolo Muani (Nantes) hätten das Niveau deutlich angehoben, „wir haben die Qualität in der Breite und in der Spitze erhöht“.

          „Mario spielt Pässe, die sieht so keiner“

          Rode ist wie seine Kollegen davon angetan, „jetzt ein paar Dinge dazubekommen zu haben, die uns in der vergangenen Saison gefehlt haben“. Zum Beispiel einen Unterschiedsspieler in Person von Mario Götze, der mit seiner Spielintelligenz für besondere Momente auf dem Platz sorgen kann. „Mario spielt Pässe, die sieht so keiner“, sagte Torhüter Kevin Trapp im Trainingslager in Windischgarsten. Charly Körbel, die Eintracht-Ikone, berichtete von einem Gespräch mit Marcel Daum, der in Leverkusen als „Ko-Trainer Analyse“ arbeitet. Dieser habe ihm erzählt, dass Alario das größte Schlitzohr der Bundesliga seit Manfred Burgsmüller sei, so Körbel.

          Auf die Vollstreckerqualitäten des Argentiniers könnten sich die Frankfurter freuen. „Die Spieler, die wir geholt haben, bringen uns definitiv weiter“, urteilte Trapp, der es „als Riesenvorteil“ erachtet, „dass wir jetzt so früh viele Spieler dazubekommen haben“. Anders als in der Vorsaison geht die Eintracht gut eingespielt in die neue Runde. Einen Stammplatz sicher haben aktuell Trapp, Abwehrchef Tuta sowie seine Verteidigerkollegen Almamy Touré und Evan Ndicka.

          Nach Wadenpro­blemen soll der Franzose Ndicka, der vom AC Mailand umworben wird, an diesem Dienstag ins Mannschaftstraining zurückkehren. Auf der Sechserposition sind Djibril Sow und Rode gesetzt, sofern dieser im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Auch Flügelstürmer Filip Kostic muss trotz der Wechselgerüchte um den Serben – West Ham United ist an dessen Verpflichtung interessiert – nicht um seinen Platz bangen.

          Von Kostics Flanken kann besonders Alario im Sturmzentrum profitieren. Zur Startformation in Magdeburg wird zudem Spielmacher Götze gehören. Vorne hat der kolumbianische Nationalspieler Rafael Borré große Konkurrenz durch Alario und Kolo Muani bekommen. Hinweise darauf, wie Glasner die Aufgaben auf den Positionen, die noch umkämpft sind, verteilen wird, wird es in Walldorf geben.

          Dort wird sich zum großen Teil das neue Gesicht der Mannschaft zeigen. „Es gibt Spieler, die passen besser zu Magdeburg, andere besser zu Bayern oder Real“, sagt Glasner. Aber der Anspruch ist der gleiche. In der ersten Pokalrunde wollen sich die Frankfurter in Bestform präsentieren und ein frühes Pokalaus wie im Vorjahr gegen Waldhof Mannheim vermeiden.

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