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Frankfurt und Wolfsburg : Mit Highspeed in die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Duell auf Augenhöhe: Frankfurt und Wolfsburg sind auf dem Weg in die Königsklasse. Bild: Jan Huebner

Dortmund, Leverkusen oder Gladbach laufen hinterher, dafür ruft die Champions League zwei andere Bundesliga-Teams: Frankfurt und Wolfsburg liefern sich einen Schlagabtausch auf höchstem Niveau.

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          Nicht einmal die Hälfte der ersten Halbzeit war vorüber, da fragte sich Fredi Bobic bereits: Wie, bitte schön, soll das hier und heute weiter- und am Ende nur ausgehen? Vom Anstoß an setzten sich beide Seiten mit einer Leidenschaft, einer Geschwindigkeit und einer Hartnäckigkeit in den Zweikämpfen unter Druck, die es so in der Bundesliga nicht bei vielen Gelegenheiten zu bestaunen gibt.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          „In der 25. Minute habe ich zum ersten Mal gedacht, da kippt bald einer um“, sagte Bobic, der Sportvorstand der Eintracht, der sich hinterher glücklich schätzte, dass alle, die an dieser Highspeed-Veranstaltung beteiligt waren, den Nachmittag wohlbehalten hinter sich gebracht hatten. Die Begegnung der Frankfurter mit dem VfL Wolfsburg, in der sich die Hessen dank mehr Effektivität in den Strafraumszenen 4:3 durchsetzten, war ein Schlagabtausch auf höchstem Niveau.

          Bobic bemühte eine Branchenfloskel, die aber in dieser Saison selten so angebracht war wie an diesem kalten Aprilsamstag: „Werbung für den Fußball“ nannte der frühere Nationalstürmer das Geschehen und sagte außerdem, er sei „total glücklich“, dass die eigene Elf eine besondere Bewährungsprobe bestanden habe. Dafür gab es die nächsten drei Punkte, von denen die Frankfurter jetzt schon 53 gesammelt haben – und damit nur noch einen weniger als die „Wölfe“. Dass am Abend der BVB durch sein 3:2 in Stuttgart nachlegte, beeinflusste Bobic nicht. „Wir schauen nur auf uns. Wenn wir die Dreier weiter holen, kann die Konkurrenz machen, was sie will.“

          „Spektakel pur“

          Dem ist nicht zu widersprechen. Wohingegen die nächste These des 49-Jährigen, der trotz aller rosaroten Perspektiven am Main bald lieber das vergleichsweise trübe Tagesgeschäft bei der Berliner Hertha übernehmen dürfte, erst noch der Überprüfung durch die Fakten, die im Liga-Schlussspurt geschaffen werden, standhalten muss: Mit sechzig Punkten, so behauptete Bobic, stünde die Qualifikation für die Champions League „sicher“ fest. Laut dieser Kalkulation fehlen also noch zwei Siege und ein Unentschieden – bei sechs Partien, die für die Eintracht ausstehen, darunter Spiele gegen Mainz, Schalke, Augsburg und Freiburg. Kein Ding der Unmöglichkeit, wie Bobic betonte: „Wir haben uns einen Lauf erarbeitet, und ich bin sicher, dass er von Erfolg gekrönt sein wird.“

          Die Tore der Eintracht erzielten diesmal Daichi Kamada (8.), Luka Jovic (27.), André Silva (54.) und Erik Durm (61). Für die Niedersachsen trafen Ridle Baku (6.), Wout Weghorst (46.) und der Frankfurter Tuta mit einem Eigentor (85.). Adi Hütter, der Coach der Frankfurter, nannte das hin und her wogende Geschehen, bei dem jede Seite nach Balleroberung zumeist versuchte, prompt auf Gegenangriff umzuschalten, „Spektakel pur“. Es mache ihn „stolz, dass meine Mannschaft immer daran glaubt, ein Spiel gewinnen zu können“. Noch sei aber nichts von bleibendem Wert erreicht: „Wir stehen mit gar keinem Bein in der Champions League. Wenn theoretisch etwas möglich ist, sollte man nicht den Tag vor dem Abend loben. Wenn wir so weiterspielen, sind wir aber schwer aufzuhalten.“

          Was das für ihn persönlich bedeute, formulierte Hütter kurz und knapp: Die Ausgangslage „gefalle“ ihm. Punkt. Bei jeder weiteren Frage, die darauf abzielte, zu erfahren, ob es in dieser wegweisenden Phase nicht sinnvoll sei, sich unmissverständlich zu äußern, ob er in Anbetracht der Königsklassen-Perspektive seine Zukunft über den Sommer hinaus weiter bei der Eintracht sieht (oder womöglich in Mönchengladbach), machte er deutlich, dass er gerade gar keine Lust verspürt, dazu Stellung zu beziehen: Weder in die eine Richtung noch in die andere war Hütter ein Wort der Klarheit zu entlocken.

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