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3:3 gegen Freiburg : Furioses Finale der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Der erste Frankfurter Streich: Andre Silva köpft ein für die Eintracht. Bild: AFP

Im Duell mit Freiburg droht der Eintracht der nächste Rückschlag im Endspurt der Saison in der Bundesliga. Doch in der Schlussphase überschlagen sich in Frankfurt die Ereignisse.

          3 Min.

          Wieder nicht gewonnen, aber neuen Mut geschöpft. Die Frankfurter Eintracht schien gegen den SC Freiburg ihrer sechsten Bundesliganiederlage nacheinander entgegen zu sehen, als sie nach 69 Minuten 1:3 zurücklag. Ein Zwischenergebnis nach Treffern durch Silva für Frankfurt und Grifo, Petersen und Höler für Freiburg wie ein schlechter Witz. Denn die Eintracht hatte die Begegnung bis dahin dominiert. Aber wenn es für das Auslassen von Torchancen Euro-Münzen geben würde, hätten die Frankfurter einen ganzen Tag lang Parkuhren füttern können. Als alles verloren schien und das Abstiegsgespenst in diesem Geisterspiel fast schon sichtbar wurde, wendeten Kamada und Chandler noch das Geschehen zum halbwegs Guten. Ein Punkt für die Moral, der vielleicht noch viel Wert sein kann.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der Frankfurter Trainer Hütter hatte angekündigt, mit seiner Mannschaftsaufstellung den Freiburgern etwas zum Nachdenken geben zu wollen. Er tat es, in dem er zur Dreierkette um Libero Hasebe zurückkehrte und im defensiven Mittelfeld Torro den ersten Startelfeinsatz seit Monaten gönnte. Und der Österreicher hatte sich außerdem für die offensivste Variante entschieden und mit Silva und Dost zwei Spitzen aufgeboten. In den ersten Minuten stellte diese Frankfurter Formation die Freiburger vor keine allzu großen Schwierigkeiten, wobei Torro von der ersten Minute an mit seinem Nebenmann eine starke Partie lieferte. Aber auf den Flügeln vermochten sich die sicher kombinierenden Breisgauer immer wieder mal durchzusetzen. Der frühere Eintracht-Profi Waldschmidt hatte schon nach 90 Sekunden eine Schusschance, doch sein Versuch war zu schwach, um Trapp im Frankfurter Tor ernsthaft zu gefährden.

          Die Eintracht fand von Minute zu Minute besser ins Spiel. Das von Rode beispielhaft initiierte Pressing machte zusätzlich Mut, weil es die Freiburger immer wieder zu Fehlern zwang. Allerdings ließen die Eintracht-Profis nach dem Ballgewinn oft Zielstrebigkeit und Klarheit vermissen, um die sich ergebenden Chancen zu verwerten. Einmal war es Silva, der an den schlechter postierten Kostic abspielte, obwohl er freie Schussbahn hatte, einmal war es Rode, der die Verantwortung scheute und den Umweg über Dost wählte. Kostics Schuss wurde geblockt, Dosts zischte knapp am Pfosten vorbei.

          Nach 25 Minuten spielte nur noch ein Team – die Eintracht. Aber sie geriet in Rückstand. Grifo tanzte Ilsanker locker aus, und nach seinem Schuss landete der Ball unter der Latte im Frankfurter Netz, weil Hasebes Bein dessen Flugbahn beeinflusst hatte. Die Eintracht reagierte auf den Nackenschlag in der 28. Minute mit einer Erhöhung des Risikos. Hinteregger, der Torjäger unter den Innenverteidigern, tummelte sich ständig im gegnerischen Strafraum, Rode sah sich nun mehr als Spielmacher denn als Zerstörer.

          So war der Hesse nach 30 Minuten zu einem Foulspiel gezwungen, weil er zu offensiv postiert war. Für seine Grätsche gegen Sallai sah er Gelb. Fünf Minuten später belohnten sich die Frankfurter für all ihren Einsatz mit dem 1:1. Kamada hatte sich wunderbar freigelaufen und konnte mit dem Ball am Fuß in den Strafraum eindringen. Sein harter Schuss traf Torwart Schwolow, aber der Abpraller war eine Beute für Silva, der einköpfte. Der Ausgleich löste den Knopf, von dem Trainer Hütter die ganze Zeit gesprochen hatte, der die Eintracht von ihrer Spielkultur trennte.

          Zum ersten Mal seit Monaten gelang es den Frankfurtern, ein Powerplay aufzuziehen. Die Eintracht erspielte sich Torchancen in einer Frequenz, wie die Bayern vor drei Tagen, als sie der Gegner war. Aber im Gegensatz zum Rekordmeister war sie nicht in der Lage, davon zu profitieren. Unwillkürlich stellte sich beim Beobachten des Schauspiels zwischen der 37. und 67. Minute die Frage, was ein Lewandowski, Müller oder die früheren Eintracht-Stürmer Haller oder Jovic mit diesen Gelegenheiten gemacht hätten, die sich Silva, Dost, Kamada, Kostic und Hinteregger eröffnet hatten. Siebenmal konnten die Frankfurt in dieser halben Stunde frei auf das Freiburger Tor schießen, alle Versuche scheiterten an Torwart Schwolow und/oder an mangelnder Präzision.

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          Und kam es, wie es so oft im Fußball kommt: Der unterlegene Gegner macht es bei seiner ersten Möglichkeit vor, wie der Ball ins Tor fliegt. Der gerade eingewechselte Petersen verwertete eine Freistoßflanke von Günther. Als wenig später Höler auf 3:1 erhöhte, war der Eintracht der Zahn so ziemlich gezogen. Doch der Freiburger Koch half dabei, noch mal alle Energiereserven zu mobilisieren. Der Verteidiger hatte im Fünfmeterraum den Zweikampf mit Kamada schon gewonnen, legte dem Japaner aber den Ball so vor, dass er ihn nur noch über die Linie drücken musste. Und tatsächlich, der gerade ins Spiel gebrachte Chandler lenkte den Ball nach einer Kostic-Flanke volley zum 3:3 ins Tor.

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