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Eintracht gegen Leipzig : Kohrs zweite Rückkehr

  • -Aktualisiert am

Beweist Kampfgeist: Dominik Kohr Bild: AFP

Dominik Kohr lässt sich durch nichts entmutigen. Der Mittelfeldspieler der Eintracht gibt sich kämpferisch und das zahlt sich aus. Gegen Leipzig gehört er wieder zu den Kandidaten für die Startelf.

          3 Min.

          Dominik Kohr gibt sich unverzagt und kämpferisch, so wie es echte Fußballprofis eben sind und wie es ihm sein Vater Harald von klein auf beigebracht hat. „So etwas bringt mich nicht aus dem Konzept, ich gebe nie auf und arbeite immer an mir weiter.“ Seine Berufsauffassung hat ihm ja auch bereits über das Schlimmste, was ihm bisher bei der Frankfurter Eintracht passierte, hinweggeholfen. Beim Bundesligastart gegen Bielefeld wurde der Mittelfeldspieler zur Pause von Trainer Adi Hütter aus dem Spiel genommen und erhielt erst wieder am sechsten Spieltag gegen Werder Bremen eine neuerliche Bewährungsprobe. Vom Stammspieler zum Dauer-Reservisten in 45 Minuten.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Gegen Bremen kam er zur Pause in die Partie und hatte eher einen geringen Anteil am Aufschwung, der der Eintracht das 1:1-Unentschieden rettete. Seine Leistung war immerhin gut genug, dass ihn Hütter gegen den VfB Stuttgart in die Startelf berief, als Sebastian Rode wegen einer Verletzung ausfiel. Und an Rodes Genesung wird es wohl auch hängen, ob Kohr am kommenden Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) im Heimspiel gegen RB Leipzig wieder in der Anfangsformation stehen wird.

          „Ich weiß, dass ich noch viel lernen kann“

          Kohr schätzt seine Situation in Frankfurt sehr nüchtern und sachlich ein, genauso wie seine Leistungen. Generell sagt er über sich: „Ich weiß, dass ich noch viel lernen kann.“ Zu seiner aktuellen Form meint er: „Gegen Bremen hat man gesehen, dass nach meiner Spielpause die Sicherheit noch fehlte. Aber gegen Stuttgart war es schon besser.“ Dem ist nicht zu widersprechen. Der 26 Jahre alte ehemalige Junioren-Nationalspieler rackerte sich wie eh und je durchs Mittelfeld, war den Stuttgartern ein unangenehmer Störenfried. Und er hätte sogar zum Matchwinner werden können. Drei große Torchancen eröffneten sich ihm, keine konnte er verwerten.

          Er geht nicht allzu hart mit sich ins Gericht. „Hauptsache, ich habe mich in die Position gebracht“, meint Kohr. In der Tat gehört es zu seinen Stärken, im gegnerischen Strafraum präsent zu sein. Dummerweise gehört der Torabschluss zu seinen Schwächen: Vier Treffer in 174 Bundesligaspielen stellen ihm ein beredtes Zeugnis aus.

          Sein Vater Harald war in den achtziger Jahren ein Bundesliga-Torjäger des 1. FC Kaiserslautern, seine 45 Treffer in 86 Begegnungen haben den Namen Kohr in der Pfalz zu einem Synonym für Torgefährlichkeit gemacht. Und auch seine Schwester Karoline bewies beim 1. FC Köln in der Bundesliga ihren Torinstinkt. Im Gespräch mit dieser Zeitung bewies Kohr Humor, als er trocken feststellte. „Beim Toreschießen komme ich mehr nach meiner Mutter.“ Sie spielte nie Fußball.

          Schwerer Start für Kohr

          Kohr, im Sommer 2019 für gut neun Millionen Euro von Bayer Leverkusen gekommen, hatte schon einen schweren Start bei der Eintracht. Erst nach der Corona-Pause eroberte er sich den Stammplatz, den er sich von Anfang an erhofft hatte. „Ich hatte mir eine gute Position erspielt, da ist es nicht leicht zu verkraften, wenn man plötzlich draußen ist“, gibt Kohr zu. „Aber ich habe nicht aufgegeben und mich wieder herangekämpft.“ Zum zweiten Mal, wobei ihm diesmal erst ein Zwischenschritt gelungen ist. Noch tendiert Hütter dazu, im defensiven Mittelfeld eher Stefan Ilsanker zu vertrauen.

          Was Kohr zu einem gewissen Teil nachvollziehen kann. „Stefan hat weniger Offensivdrang, er ist der klarste Sechser“. Andererseits habe er im Zusammenspiel mit Rode in der Rückrunde bewiesen, dass auch diese Kombination funktioniert. Es sei eine Sache der Absprache, wer nach vorne gehe und wer absichere. „Aber wenn der Gegner schnell umschaltet und den Ball schnell durchs Mittelfeld spielt, dann steht Stefan halt schon vor der Abwehr und wartet, während wir erst zurück laufen müssen“, äußert Kohr sein Verständnis für Hütters Sicherheitsdenken.

          Nichtsdestotrotz habe er das Gespräch mit dem Trainer gesucht, weswegen er so lange nicht berücksichtigt worden war. Die Dinge seien geklärt, er wisse, woran er arbeiten müsse – und das tue er auch. Kohr nennt als erstes den Torschuss. „Da will ich mir durch Zusatztraining mehr Sicherheit aneignen. Ich kann nicht erwarten, dass jeder Schuss auch reingeht, aber ich will viel häufiger das Tor treffen. Dann kann auch mal ein Abpraller reingehen.“ Aber auch bei der Antizipation von Spielsituationen, gerade beim Umschalten, könne er sich verbessern – Stichwort Vororientierung, offensiv und defensiv. Zu gerne würde er gegen Leipzig zeigen, was er sich angeeignet hat. Dass die Sachsen zur absoluten deutschen Fußballspitze zählen, macht Kohr nicht bang: „Wir haben schon bewiesen, dass wir gute Chancen gegen sie haben, wenn wir aggressiv sind und sie gar nicht erst ins Spiel kommen lassen.“ Ein Auftrag ganz nach seinem Geschmack.

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