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Eintracht Frankfurt : Was nun? Was tun?

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Mann im Fokus: Eintracht-Trainer Armin Veh. Bild: dpa

Die Mannschaft rutscht ab, Trainer Armin Veh steht unter Druck, das Publikum murrt: Die Eintracht steckt in der Bredouille. Eine Analyse vor dem Spiel gegen Schalke.

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          Armin Veh: Nur noch Siege helfen

          Das Alter, sagt Armin Veh, habe nur wenige angenehme Seiten: „Man ist nicht mehr so schnell, man erfasst Dinge nicht mehr so rasch. Aber ein Gutes hat es: Man hat Erfahrungen gemacht.“ Und genau diese Erfahrungen würden ihm helfen, mit der Situation umzugehen. Der Eintracht-Trainer hat nach dem 0:0 gegen den HSV eine unangenehme Woche hinter sich. Die Fans feindeten ihn an, und in der „Sport Bild“ stand geschrieben, dass die Trennung im Sommer schon jetzt feststünde. Doch Veh bekam auch eine Menge Zuspruch. In einem Satz gebündelt, sagten Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, Mannschaftskapitän Alexander Meier und Eintracht-Ikone Karl-Heinz Körbel dasselbe: „Veh hat keine Schuld an der Eintracht-Krise, er soll seinen Vertrag erfüllen.“

          In seiner selbstironischen Art kommentierte der Trainer diese Aussagen so: „Das ist ganz angenehm, aber eigentlich ist es der Anfang vom Ende.“ Das ist es ganz sicher, wenn in der anstehenden englischen Woche mit den Partien gegen Schalke (Sonntag), in Berlin (Mittwoch) und gegen Ingolstadt (Samstag) nicht mindestens vier Punkte geholt werden. Aber schon eine krachende Niederlage gegen Schalke an diesem Sonntag könnte das Ende für Veh bedeuten. Von einem Schicksalsspiel mag er nicht sprechen: „Es ist nur Fußball.“ Diese Distanz zum Geschäft hat ihm das Vorurteil eingebracht, er gehöre nicht zu den Fleißigsten und Kämpferischsten unter den Fußballtrainern. Und tatsächlich hat Veh schon einige Engagements von sich aus beendet.

          Aber in Frankfurt kämpft er mit allem, was er hat, gegen die Krise an. Und die Mannschaft steht dabei hinter ihm. „Es wäre das Schlimmste für mich, wenn ich die Eintracht dahin bringen würde, wo ich sie vorgefunden habe“, sagte er am Freitag. Das war die zweite Liga. Um das zu vermeiden, entschuldigte er sich sogar bei den Fans für seine Aussage, sie sollten besser zu Hause bleiben, wenn sie pfiffen. „Ich bin ein emotionaler Mensch und sage schon mal etwas, was nicht glattgebügelt ist. Trainer und Spieler kommen und gehen. Die Fans bleiben. Ich weiß schon, was das Wichtigste ist.“ Selbst wenn Veh die Fans mit dieser Aussage zurückgewinnt und er grundsätzlich das Vertrauen der Spieler und der Führung besitzt: Wenn er nicht ganz schnell zu siegen beginnt, ist er seinen Job los. (peh.)

          Heribert Bruchhagen: Lebenswerk gefährdet

          Heribert Bruchhagen steht seit dem 1. Dezember 2003 an der Spitze der Eintracht Frankfurt Fußball AG. In diesem Sommer gibt der 67-Jährige den Vorstandsposten ab. Das Schreckensszenario, dass ausgerechnet zu seinem Abschied der fünfte Abstieg fällig sein könnte, treibt ihn um: Er sieht sein Lebenswerk bei den Hessen gefährdet. Unter Bruchhagens Regie gelang es, den Klub, den er als sportlichen und wirtschaftlichen Sanierungsfall übernommen hatte, zu konsolidieren. Rückschläge gab es dabei immer wieder. 2011 blamierte sich die Eintracht mit der „Rückrunde der Schande“.

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