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Frankfurter 0:5 gegen Bayern : Kein Debakel, kein Rückschlag

  • -Aktualisiert am

Konnte von der Seitenlinie die Niederlage in München nicht verhindern: Eintracht-Trainer Adi Hütter Bild: dpa

Dass die Eintracht gegen den FC Bayern am Ende einknickte, ist nachvollziehbar und entschuldbar, auch wenn die Niederlage mehr als deutlich ausfiel. Aber es gibt Anlass für Optimismus.

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          Null zu fünf – die Zahlen lassen sich nicht wegdiskutieren, die Eintracht war bei den Bayern so chancenlos wie in den vergangenen 20 Jahren auch und quittierte eine hohe Niederlage. Dennoch handelte es sich bei dem Auftritt in der Münchner Arena weder um ein Debakel noch um einen Rückschlag. Das nackte Ergebnis verdeckt manchmal die herrschenden Verhältnisse.

          Dieses 0:5 fühlte sich nicht wie das hoffnungslose Nachlaufspiel an, das die Frankfurter schon häufig in München über sich ergehen lassen mussten oder die Schalker im Derby gegen Dortmund erlebten. Dass die Königsblauen zwei Gegentore weniger kassierten als die Frankfurter, heißt nicht, dass sie sich besser im Duell klein gegen groß aus der Affäre gezogen haben. Und dass die Eintracht in der Vergangenheit meistens knapper in München verlor, bedeutet nicht, dass sie es damals besser machte.

          Spielerische Fortschritte

          Es war keine Schönrederei, als Trainer Adi Hütter festhielt: „Wir haben eine sehr ordentliche erste Halbzeit gespielt.“ Die spielerischen Fortschritte seines Teams waren auch in dieser am Ende einseitigen Auseinandersetzung feststellbar gewesen. Die Hessen schossen in den ersten acht Minuten dreimal auf das Tor von Manuel Neuer und gewannen in der ersten Halbzeit 60 Prozent der Zweikämpfe.

          Die Eintracht spielte mit, setzte Nadelstiche, aber um daraus Kapital zu schlagen, hätte es des perfekten Spiels bedurft oder eines „Sterntags“, wie es Hütter am Freitag formuliert hatte. So wie beim Pokalfinale 2018, als die Bayern schludrig mit ihren Torchancen umgingen, die Eintracht quasi bei jeder Gelegenheit ins Tor traf und der Schiedsrichter mit ihnen war. Diesmal traf Lewandowski mit seinen ersten beiden Versuchen zweimal, und von der Eintracht war niemand in der Lage, einen tödlichen Pass zu spielen wie damals Kevin-Prince Boateng auf Rebic.

          Das 5:1 in der Bundesliga vor einem Jahr wurde durch Jérôme Boatengs Platzverweis möglich, und durch die Zerstrittenheit der wichtigsten Münchner Profis mit ihrem Trainer Niko Kovac, was sich lähmend auf das gesamte Team auswirkte. Diesmal lähmte gar nichts die Bayern, im Gegenteil, Trainer Hansi Flick verleiht ihnen Flügel. Vor ihrer Lust und Leidenschaft müssen auch Gegner wie Atlético Madrid kapitulieren, die als Verteidigungskünstler und Spielverderber von europäischem Ruf gelten. Dass die Eintracht nach dem 0:3 einknickte, ist nachvollziehbar und entschuldbar, das nächste Spiel kommt bestimmt, und der nächste Gegner ist bestimmt besiegbar.

          Wenn die Frankfurter am kommenden Samstag gegen Werder Bremen ihr erarbeitetes Niveau abrufen, dann wird sie diese so gut eröffnete Spielzeit erfolgreich fortsetzen. Allerdings hat sie bisher gegen Widersacher mit geringerer Substanz weniger überzeugt als gegen Mannschaften mit großer Substanz. Die Unentschieden gegen Bielefeld und Köln waren größere Ärgernisse als das 0:5 gegen die Bayern.

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