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Eintracht vor Spitzenspiel : Keine Bange vor dem FC Bayern

Erwartet gegen den deutschen Meister eine „knifflige Aufgabe“: Eintracht-Trainer Oliver Glasner Bild: Huebner

Die ganze Welt wird zusehen: Eintracht Frankfurt fordert zum Bundesliga-Auftakt den deutschen Meister FC Bayern München heraus. Trainer Oliver Glasner hat die Qual der Wahl.

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          Bangemachen gilt für Eintracht Frankfurt mit Blick voraus nicht. Nach dem 4:0-Pokalerfolg über Magdeburg kommen jetzt zwei „M“ von Weltformat auf die Hessen zu: erst Bayern München an diesem Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga, bei SAT.1 und DAZN) zu Hause zum Bundesligastart und dann Real Madrid im Finale des UEFA Supercups am kommenden Mittwoch (21 Uhr) in Helsinki.

          Bundesliga
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Vom Niveau her geht es kaum anspruchsvoller. „Die Bayern und Real sind das Nonplusultra in der Champions League“, sagt Torhüter Kevin Trapp. Für die Königsklasse hat sich auch die Eintracht als stolzer Europa-League-Sieger qualifiziert. Insofern sind die Pflichtspiele Nummer zwei und drei in dieser Saison gegen die Fußballprominenz ein hervorragender Probelauf für Europas wichtigsten Wettbewerb auf Vereinsebene. „Wir haben direkt die Aufgaben vor uns, mit denen wir uns messen müssen“, sagte Trapp im Trainingslager in Windischgarsten.

          Dass Frankfurt die 60. Bundesligasaison in der mit 51.500 Zuschauern voll besetzten WM-Arena gegen den deutschen Meister eröffnet – das Premierenspiel der neuen Runde wird weltweit für ein Millionenpublikum übertragen –, hätten sie sich „verdient“. Der Torhüter („Wir dürfen uns freuen“) machte diese Aussage stellvertretend für seine Mitspieler, die genauso denken. Und die allesamt nach der guten Saisonvorbereitung und der souverän gemeisterten Pokalaufgabe vor Selbstbewusstsein strotzen. „Wir wissen, dass wir die Bayern schlagen können.“

          Drei der vergangenen sechs Duelle gingen an Frankfurt

          Trapps Kampfansage lässt sich mit Zahlen untermauern. Zwar unterlagen die Frankfurter keinem Verein häufiger im eigenen Stadion als den Bayern, bei denen Torwart Manuel Neuer am Mittwoch wegen einer Magenverstimmung nicht trainieren konnte. Im Gegenzug mussten die Münchner aber bei keinem anderen Profiklub mehr Niederlagen hinnehmen als in Frankfurt. Und worauf sich die Eintracht auch etwas einbilden kann: Die Bilanz beider Klubs der drei zurückliegenden Spielzeiten ist ausgeglichen. Drei der vergangenen sechs Duelle gingen an die Hessen, die deutlich an Renommee gewonnen haben. Zuletzt hatten die Frankfurter am 1. August 2003 als einer von zwei Hauptdarstellern die Saison eröffnet – im Münchner Olympiastadion, das sie damals mit einer 1:3-Niederlage verließen.

          Und diesmal? Was den Verlauf der gesamten Spielzeit 22/23 angeht, würden die Bayern wieder die Nase vorne haben, davon ist Frankfurts Cheftrainer Oliver Glasner überzeugt. „Aber deswegen hissen wir nicht die weiße Fahne. In einem Spiel ist es immer möglich, gegen jede Mannschaft der Welt zu gewinnen“, sagte er im Bewusstsein, dass auf die Eintracht eine „knifflige Aufgabe“ warte. Als der Österreicher am Mittwoch davon sprach, dass der Trainerstab gemeinsam mit den Analysten „die Köpfe rauchen“ lasse, in welcher Formation Frankfurt antritt, wird Sebastian Rode bei diesen Überlegungen eine wesentliche Rolle gespielt haben.

          In Magdeburg blieb der Kapitän ohne Spielzeit. Stattdessen spielte der zweifache Torschütze Daichi Kamada an der Seite von Mittelfeldchef Djibril Sow. Hielte Glasner an dieser Personalauswahl mit Kamada und Mario Götze fest, wäre Sow der einzige Abräumer in der Zentrale – wobei es den Schweizer Nationalspieler auch nach vorne zieht. „Unsere Sechser haben in Magdeburg manchmal unsere Stürmer überholt. Dann gab es Ballverluste.“ In der zweiten Halbzeit sei die Eintracht „zu konteranfällig“ gewesen, urteilte der Trainer. Solche Schwächen werden sich die Frankfurter gegen offensivstarke Bayern nicht erlauben können. Zu der Kategorie der „Balljäger“ (Glasner) gehört neben Rode auch Kristijan Jakic, den sein Trainer am Mittwoch eine „sehr ernste Option“ für das Bayern-Spiel nannte.

          Glasner hat die Qual der Wahl. „Zum Glück habe ich viele positive Gedanken“, sagte er. „Ich muss nicht grübeln, mein Gott, wen stelle ich auf.“ Der Trainer hatte bereits vor dem Pokalspiel erklärt, dass die richtige Aufstellung gegen Magdeburg nicht unbedingt die beste Aufstellung gegen München oder Madrid sein müsse. Klarheit wird am Freitag herrschen. „Dann wird in Sachen Aufstellung weißer Rauch aufsteigen“, kündigte Glasner an und machte Werbung für den Auftaktschlager: „Eröffnungsspiel, Freitag Abend, Primetime gegen den aktuellen deutschen Meister, Fußballherz, was willst du mehr?“

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