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Eintracht Frankfurt : Garantie von Skibbe: Caio trifft Kickers

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Sogar sein Laktattest soll in Ordnung sein: Caio von Eintracht Frankfurt Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Caio, Vier-Millionen-Mann von Eintracht Frankfurt, hat sich am Main bisher nicht durchsetzen können. Doch der neue Trainer lobt ihn - und lässt ihn zum Pokalspiel gegen Offenbach auflaufen.

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          Im Januar 2008 hat die Frankfurter Eintracht Cesar Alves dos Santos, genannt Caio, verpflichtet und dafür rund vier Millionen Euro Ablöse an Palmeiras São Paulo bezahlt. Seitdem scheiden sich an dem brasilianischen Mittelfeldspieler die Geister. Die einen halten ihnen für einen genialen Fußballer, die anderen für einen Profi, der zu weich ist für die Bundesliga. Der ehemalige Trainer Friedhelm Funkel musste am Ende seiner fünfjährigen Amtszeit auch deshalb gehen, weil es ihm nicht gelungen war, Caio zu integrieren. Sein Nachfolger Michael Skibbe ist an die heikle Personalie ganz anders herangegangen als Funkel. Er hat Caio vom ersten Tag an gelobt und ihn mit Worten gestreichelt, er hat die Stärken hervorgehoben und nicht die Schwächen.

          Seinen Kurs hat Skibbe beibehalten, auch wenn Caio das ihm fast schon im Übermaß geschenkte Vertrauen in der Vorbereitungszeit noch nicht zurückgezahlt hat. Vor dem DFB-Pokalspiel am Sonntag bei den Offenbacher Kickers hat er den Mittelfeldspieler zur Stammkraft erklärt. Caio werde „selbstverständlich“ spielen, sagt Skibbe. An Argumenten dafür fehlt es ihm nicht. Läuferisch habe sich der 22 Jahre alte Profi deutlich gesteigert in den Wochen der Vorbereitung, er sei auf dem „gleichen konditionellen Niveau“ wie die Kollegen. Und: „Caio bemüht sich, der Mannschaft gerade im läuferischen Bereich zu helfen.“ Die psychologischen Strategien des ehemaligen und des aktuellen Trainers könnten unterschiedlicher nicht sein. Selbst als Caio bei einem Laktattest die geforderte Laufleistung nicht erbringen konnte – wie einige andere Kollegen auch –, gab es kein böses Wort. „Er hat trotzdem einen guten Laktatwert“, sagt Skibbe.

          „Keine Übersteiger vor dem eigenen Strafraum“

          Insgesamt sei er „sehr zufrieden“ mit der Entwicklung Caios. Was ihn natürlich nicht daran hindert, auch das eine oder andere kritische Wort anzubringen. So musste er den Spieler beim letzten Test in Kaiserslautern in der Halbzeit darauf hinweisen, „keine Übersteiger vor dem eigenen Strafraum zu machen“. Etwas leichtfertig hatte Caio da einen Ball verloren. Schon bevor der Trainer dies rügte, hatte bei Caio allerdings die Selbstkritik eingesetzt. „Er wusste, dass er das nicht machen darf“, sagt Skibbe. In der Offensive fordert er von Caio dagegen, den einen oder anderen Trick einzustreuen.

          Dass dies bisher noch nicht in dem Maß geklappt hat, wie es sich Mitspieler, Trainer und Caio-Fans gewünscht haben, liege wohl daran, „dass er selbst von sich auch oft etwas ganz Besonderes erwartet“. Dabei verkrampfe der Spieler noch ab und an. „Manchmal will er einen Gegner ausspielen, obwohl er einen ganz einfachen Pass spielen könnte“, sagt Skibbe. Dies seien aber verzeihliche Fehler. Seine eigene Aufgabe sei es nun, Caio auch das einfache Spiel näherzubringen. „Er muss auch mal klare Pässe spielen“, sagt er.

          Chris trainiert wieder

          Zufrieden ist Skibbe auch, dass die Kommunikation mit dem Spieler nicht mehr ganz so schwierig ist wie noch zu Beginn der Zusammenarbeit. Natürlich sei es noch immer am besten, wenn Caios Landsmann Chris in der Nähe ist, um im Detail zu übersetzen. Aber auch der des Portugiesischen mächtige Christoph Spycher könne helfen. Und schließlich verstehe Caio auch selbst, „wenn ich ihm auf Deutsch eine Anweisung gebe“.

          In der Vorbereitung auf das Offenbach-Spiel wird Chris nun wieder helfen können. Nach einer zwei Wochen dauernden Pause wegen Rückenproblemen wird er an diesem Dienstag ins Mannschaftstraining zurückkehren. Auf jeden Fall wieder spielen soll Maik Franz. Der Neuzugang aus Karlsruhe hatte zuletzt wegen einer Oberschenkelverhärtung pausieren müssen.

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