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Fußball-Bundesliga : Schlag auf Schlag bei der Eintracht

Schnell und vielseitig: Faride Alidou in Aktion in Aschaffenburg Bild: Huebner

Faride Alidou, der Frankfurter Neuzugang vom Hamburger SV, will auch eine Klasse höher das „Freche“ beibehalten. Sein Potential ist groß, doch an einigen Dingen muss der 20-Jährige noch arbeiten.

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          Dass es Faride Alidou eilig haben würde mit seinem Einstieg in Frankfurt, hatte sich angekündigt. Anfang Juni räumte der dribbelstarke Angreifer im Hinblick auf sein neues Engagement am Main ein, dass er ein wenig nervös sei – eine Gemütslage, die er kaum von sich kennt.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Damals war der 20 Jahre alte Zugang vom Hamburger SV in Reihen der deutschen U-21-Nationalmannschaft aktiv, die sich dann erfolgreich für die EM qualifizierte. Eintracht-Cheftrainer Oliver Glasner gewährte Alidou deshalb wie einigen anderen in der Sommerpause beanspruchten Nationalspielern Sonderurlaub bis zum Montag dieser Woche. Aber Alidou meldete sich schon am vergangenen Freitag zum Dienst in Frankfurt – freiwillig. Der gebürtige Hamburger, dessen Eltern aus Togo stammen, konnte es kaum erwarten: „Ich hatte eine lange Pause und wollte nicht den ganzen Tag rumsitzen“, sagte Alidou bei seiner Vorstellung am Mittwoch.

          Der Senkrechtstarter jetzt in Frankfurt

          Die Eintracht ist für ihn eine „große Herausforderung“. Aber der „richtige Schritt“ aus seiner Sicht. Faride Alidous Karriere hatte in der zurückliegenden Runde mächtig Fahrt aufgenommen. Im Sommer 2021 trainierte er, von der Reserve kommend, zum ersten Mal mit den HSV-Profis – nachdem der junge Offensivspieler davor zehn Jahre lang alle Jugendabteilungen des Klubs durchlaufen hatte. Am 16. Oktober gab er als Einwechselspieler gegen Düsseldorf sein Debüt in der zweiten Liga.

          Der Beginn seines schnellen Aufstiegs: Der Flügelspieler sicherte sich im Sturm einen Stammplatz, weil er in sechs Spielen an sechs Toren direkt beteiligt war. „Es ging Schlag auf Schlag. Er habe nicht erwartet, „dass es so schnell gehen kann“, sagte der Senkrechtstarter im Rückblick.

          Schon im Winter wollte Alidou nach Frankfurt wechseln, doch beide Vereine konnten sich nicht auf eine Ablösesumme einigen. Sein früher Wunsch nach sportlicher Veränderung bremste ihn in seinem Fortkommen; trotz anfänglicher großer Begeisterung für sein Fußball-Juwel setzte Trainer Tim Walter Alidou fortan oft nur als Joker ein. „Ich habe mir selbst viel zu viel Druck gemacht. Als junger Spieler ist es manchmal schwer, damit klar zukommen.“

          Alidou sah sich in Hamburg zudem Anfeindungen ausgesetzt, vor allem in den sozialen Medien. „Am Anfang war es ein bisschen schwierig. Nach ein paar Wochen habe ich es verdrängt.“ Die positiven Reaktionen, die es auch gab, taten ihm gut. Alles in allem sei er durch das Erlebte „reifer“ geworden, sagt Alidou. Insgesamt kam der U-21-Nationalspieler in der Vorsaison auf 23 Profispiele, in denen ihm zwei Tore und sieben Vorlagen gelangen. Für einen aufstrebenden Liganeuling ist das eine sehr ordentliche Bilanz.

          Christian Wörns, sein ehemaliger Trainer bei der U 20 und früherer Nationalspieler, traut dem „Unterschiedsspieler“ Alidou den Durchbruch in der Bundesliga zu. Faride lege eine „unglaubliche Schnelligkeit an den Tag – sowohl auf langen Strecken als auch in kurzen Bewegungen“, sagte Wörns. Alidou, der ablösefrei war und in Frankfurt einen Vertrag bis zum 1. Juli 2026 unterschrieben hat, weiß um seine „große Schnelligkeit und Dynamik“. Und um seine „gute Technik“. Wie das „Freche“ und „Unberechenbare“ zu seinem Spielspiel gehört, „das zeichnet mich aus“.

          Auch Oliver Glasner mag „diese freche Art, ich will sie beibehalten“, sagt Alidou. Am Abschluss hingegen müsse er noch arbeiten, „vielleicht auch ein bisschen am Kopfballspiel“. Seine Einsatzgebiete sind beide Außenbahnen. Aber auch hinter der Sturmspitze kann er gut agieren. „Am liebsten spiele ich links“, sagt er. „Ich habe jedoch kein Problem, die Position zu wechseln.“ Denn: „Das irritiert die Gegenspieler.“

          Seit seinem Schritt in Hamburg zu den Profis habe Alidou bewiesen, „dass er sich in einer höheren Liga schnell zurechtfindet“, lobte der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche den Neuen. Gleichwohl werde der Angreifer die nötige Zeit erhalten, „um sich in der Bundesliga zu akklimatisieren“. Eine Leihe zu einem anderen Klub kommt für Alidou nicht in Frage. „Dafür bin ich nicht hierher gekommen, ich will mich bei der Eintracht durchsetzen“, betont er. „Wenn ich das mache, was der Trainer will und wenn ich alles für das Team gebe, bekomme ich bestimmt meine Spielzeiten.“ Was seinen Arbeitsstart in Frankfurt angeht, war Alidou seiner Zeit voraus.

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