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Eintracht Frankfurt : „Mit mehr Geld kann man auch mehr Fehler machen“

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In der jetzigen Situation keine hohen Investments. Wir müssen schauen, Spieler zu finden, die woanders bei Top-Klubs gerade nicht zum Zug kommen. Mit Manchester City oder Chelsea hatten wir ja schon Kontakt. Mit solchen Teams sind Ausleihgeschäfte eine gute Option, die beiden Seiten einen Vorteil versprechen…

…Piazon oder Abu, auf die Sie anspielen, haben der Eintracht aber nicht wirklich weitergeholfen.

Bei Ausleihspielern kommt es ganz besonders auf die Kompetenz der Sportlichen Leistung an. Darauf vertraue ich.

Unter Heribert Bruchhagen gab es die Maxime, dass der dreiköpfige Vorstand einstimmig abstimmen sollte. Gilt der Grundsatz weiterhin?

Axel Hellmann und ich erwarten uns künftig eine voll umfängliche Transparenz in der Entscheidungsvorbereitung. Wir wollen entsprechende Vorlagen bekommen, auf deren Grundlage wir uns besser ein Bild machen können. Am Ende des Tages werden wir ja mitverantwortlich gemacht. Reines Bauchgefühl ist da zu wenig.

Von Bobic kam die Aufforderung, die Finanzexperten im Klub müssten Phantasie zeigen, um frisches Geld für die Eintracht zu gewinnen. Haben Sie schon Ideen?

Ich spiele den Ball zurück: Sportlicher Erfolg führt zu wirtschaftlichem Erfolg. Wir werden uns bemühen, Kapital von außen zu akquirieren, ohne uns aus dem Umsatz zu bedienen. Eine reine Fremdkapitalaufnahme hilft uns nicht weiter. Unser Konzept darauf aufzubauen, wäre zu riskant, denn es setzt sofortigen Erfolg auf dem Platz voraus. Mit Krediten kann man höchstens in Infrastruktur investieren, weil dadurch Mietzahlungen in Zinsen getauscht würden. Perspektivisch streben wir eine verbesserte Eigenkapitalquote an, das ist aber eine Diskussion, die zuallererst die Gesellschafter der AG unter sich klären müssen. Bei einer Kapitalerhöhung müssten alle mitgehen können und wollen.

Mainz hat bald sein eigenes Stadion vollständig abbezahlt. Sie überweisen bis 2020 weiterhin viele Millionen für die Nutzung der Arena an die Stadt. Wie sehr behindern die Verträge die Entwicklung der Eintracht?

Die Situation stellt uns nicht zufrieden, das ist klar. Wobei nicht die Höhe der Miete für mich das Problem ist. Sondern, dass wir nicht an den Umsätzen, die mit dem Stadion erwirtschaftet werden, entsprechend partizipieren. Wir könnten uns eine Teilhabe an der Betriebsgesellschaft vorstellen. Damit ließe sich die Stadt und für uns mehr tun, weil wir es besser vermarkten können und Einfluss hätten, auf Aufwendungen, die in der Arena anfallen. Am 1. Juli 2020 laufen die derzeit gültigen Vereinbarungen aus, auch mit unserem Vermarkter, der für sein Engagement Provisionen erhält. Unser Ziel ist es, die Realitäten zu verändern. Wir wollen in beiden Fällen mehr Verantwortung übernehmen.    

Es gibt Konkurrenten wie Hamburg oder Schalke, die haben enorme Schuldenstände und leisten sich dennoch regelmäßig teure Neuerwerbungen. Die Eintracht ist schuldenfrei und muss jeden Euro zweimal umdrehen. Wie passt das zusammen?

Steht der HSV in der Tabelle denn besser da? Eher nicht. Er musste sich auch zweimal in der Relegation behaupten. Sich derart zu verschulden, zumal es keine Gewissheit gibt, dass sich dadurch automatisch Fortschritte erzielen lassen, kann absolut nicht unser Ziel sein. Es gibt eher andere Vereine, die als Vorbild dienen können wie Augsburg, die bewiesen haben, was sich mit einer vernünftigen Strategie auf die Beine stellen lässt. Mit viel mehr Geld kann man auch viel mehr Fehler machen. Um das Optimum des Möglichen für die Eintracht zu erreichen, sind Kreativität und Teamwork derzeit viel

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