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Fehlersuche bei der Eintracht : Nichts als Zufall

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Kevin Trapp fragt sich: Wo liegt das Problem der Eintracht? Bild: AFP

Auch beim Bundesliga-Spiel bei Union Berlin müssen die Frankfurter einem Rückstand hinterherrennen. Doch eine Besprechung über Anfangsmüdigkeit bei der Eintracht ist überflüssig.

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          So geht es nicht weiter – das findet auch Martin Hinteregger. Der österreichische Innenverteidiger der Eintracht regte nach dem 3:3 bei Union Berlin an, sich zusammenzusetzen, um eine Lösung zu finden. So extrem war die Schwäche noch nicht deutlich geworden wie an diesem Samstag, an dem die Eintracht nach sechs Minuten 0:2 in Rückstand geraten war und nach zehn Minuten auch 0:4 hätte zurückliegen können. Aber das Dilemma zieht sich schon durch die gesamte Saison. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter verschläft häufiger die Anfangsphase oder gar die gesamte erste Halbzeit. In sechs der neun Bundesligaspiele musste sie einem gegnerischen Vorsprung hinterherrennen.

          Bundesliga

          Es wäre sicher spannend, an diesem Stuhlkreis teilzunehmen, in dem die Malaise analysiert und um Abhilfe gerungen wird. An welchen Stellschrauben können denn Trainer und Fußballprofis überhaupt drehen, damit die Eintracht wacher, aufmerksamer und erfolgreicher ein Spiel beginnt? Intensiveres Aufwärmen? Einen dreifachen Espresso für jeden? Eine letzte Ansprache mit Megafon, die die Gehörgänge durchpustet?

          Nein. Das wird alles nicht helfen, nichts wird helfen. Denn die Eintracht dämmert nicht in den ersten Minuten dahin, sie macht nichts grundlegend falsch in der Anfangsphase, nur die Zwischenresultate suggerieren es. Schaut man sich die Spielverläufe genauer an, entspringen die Rückstände nicht temporären Müdigkeitserscheinungen, sondern individuellen Fehlern, eher aus Ungestüm. Beim 0:1 gegen Bielefeld war die Eintracht-Abwehr völlig entblößt und Kostic nicht entschlossen genug, nachdem die Mannschaft den Aufsteiger in der Anfangsphase beherrscht hatte.

          Auch gegen Hoffenheim stellten die Frankfurter zu Beginn das bessere Team, bis Kramaric ein Traumtor aus dem Nichts erzielte, fast so schön wie Kruses zum 3:3 in der Alten Försterei. Gegen die Bayern gerät jeder in Rückstand. Gegen Werder fiel das 0:1 erst in der 51. Minute. Gegen den VfB war es nach ausgeglichenem Beginn ein von Touré naiv verursachter Elfmeter, der die Eintracht ins Hintertreffen brachte, gegen Union ein schwerer Lapsus von Trapp, dem sich ein weiterer naiv verursachter Elfmeter, diesmal von Hinteregger, anschloss.

          Eine Besprechung mit dem Thema Anfangsmüdigkeit ist absolut überflüssig, das weitere Trainieren der Zweikampfführung im Strafraum und die Absicherung bei Kontern genügen völlig. Es ist nichts als Zufall, dass in dieser Saison den Frankfurter Profis eher früher in einem Spiel Patzer unterlaufen oder vielleicht auch nur frühe Missgeschicke häufiger vom Gegner bestraft werden als die späteren.

          Viel aufschlussreicher ist die Tatsache, dass die Frankfurter Eintracht in dieser Spielzeit nur ein Bundesligaspiel verloren hat, in dem sie in Rückstand geraten ist und fünfmal noch punkten konnte. Das drückt die Qualität und die Mentalität der Mannschaft aus und liegt keinem Zufall zugrunde. Von der Abfolge der Gegentreffer und Treffer abgesehen, verläuft die Saison für die Eintracht ziemlich normal. Auch sechs Unentschieden können bei einer Mittelklassemannschaft nicht überraschen.

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