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Fußball-Bundesliga : Die Eintracht erstrahlt in neuem Glanz

Eintracht-Stürmer der Stunde: In den vergangenen sechs Spielen sind Jesper Lindström vier Treffer und zwei Torvorlagen gelungen. Bild: Imago

Eintracht Frankfurt beendet das Fußball-Jahr mit einem weiteren überzeugenden Auftritt in der Bundesliga. Und Stürmer Jesper Lindström verspricht: „Wir kommen noch stärker zurück.“

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          „Mal zehn Tage den Fußball Fußball sein lassen“ – das ist jetzt der Hauptauftrag von Oliver Glasner an seine Spieler. „Das haben sie sich wirklich absolut verdient“, sagte der Eintracht-Trainer am Samstag nach dem 1:0-Heimerfolg über Mainz 05. Ganz ohne Fußball wird es für die Frankfurter Fußballprofis zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel aber nicht gehen. Das verrieten die Worte von Kapitän Sebastian Rode, der davon sprach, nicht „viel durchatmen“ zu können.

          Bundesliga
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          „Wir haben auch während der Pause unsere Pläne, die wir abarbeiten.“ Aktive Erholung ist demnach angesagt. Zum „Heimprogramm“ von Glasner gehört auch die Mitgabe einer „Gewichtsvorgabe“. Mit dem Ziel, dass sich seine Schützlinge im privaten Kreis „nicht ganz so gut bekochen lassen“. Zum Dienst auf dem Trainingsplatz müssen die Profis wieder am 30. Dezember antreten, dann steht die erste gemeinsame Einheit nach dem Urlaub auf dem Programm. Start in die Rückrunde ist am Samstag, 8. Januar, von 18.30 Uhr an. Gegner in der WM-Arena ist der Tabellenzweite Borussia Dortmund.

          Großer Satz nach vorne

          Dass dies ein Spitzenspiel wird, dafür haben die Frankfurter in den vergangenen Wochen viel getan. Als sie nach zehn absolvierten Runden noch Fünfzehnter waren, trennten die Eintracht und den BVB stattliche 15 Zähler. Heute, nach 17 Durchgängen, sind es „nur“ noch sieben. Mit sechs Siegen aus den zurückliegenden sieben Partien haben die Frankfurter einen großen Satz nach vorne gemacht. Vom Champions-League-Platz vier sind sie lediglich einen Zähler entfernt.

          Ein atemberaubender Perspektivenwechsel aus Sicht der Eintracht. Sie hat im Schnellverfahren spielerisch einen Wandlungsprozess vollzogen, der in dieser Form nicht zu erwarten war. Denn nach dem glücklichen 2:1-Erfolg in Fürth Anfang November hatte Glasner in Aussicht gestellt, dass sich seine Mannschaft fußballerisch wohl erst in den Anfangsmonaten des neues Jahres verbessern werde, weil dann mehr Zeit zum gemeinsamen und intensiven Trainieren bleibe. So gesehen, sind die Hessen ihrer Zeit voraus. Sie haben es bereits im alten Jahr geschafft, sich mit spielstarken Auftritten wie beim 5:2 gegen Leverkusen in neuem Glanz zu präsentieren.

          Aus den vom Trainer vorhergesagten kleinen Schritten ist der große Wurf geworden. „Unsere Leistungen haben sich auf einem anschaulichen Niveau stabilisiert.“ Glasner freut sich „einfach, wenn ich die Jungs spielen sehe“. Besonders sehenswert war gegen Mainz der 1:0-Siegtreffer (35. Minute) von Jesper Lindström. Das Tor des Tages entsprang einem Konter wie aus dem Lehrbuch. Nachdem Makoto Hasebe einen Pass des Gegners abgefangen hatte, bediente kurz darauf Rode den Frankfurter Stürmer Rafael Borré mit einem Steilpass. Der auf das Mainzer Tor zustürmende Kolumbianer wiederum spielte den Ball zum Dänen Lindström, der keine Mühe hatte, das Werk gewinnbringend zu vollenden.

          Retter Kevin Trapp

          „Das 1:0 war genau so, wie wir es uns vorgenommen hatten: mit wenigen Kontakten Situationen auflösen, wenn Mainz hoch steht und wir den Ball gewinnen“, sagte Glasner und verspürte große Genugtuung über den herausgespielten Treffer „in Perfektion“. Trotzdem haderte der Österreicher mit der Chancenauswertung seines Teams. Angesprochen fühlen musste sich Borré, der es nach 67 Spielminuten nicht schaffte, den Mainzer Torhüter Robin Zentner zu überwinden.

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          Ein paar Minuten zuvor hatte der eingewechselte Ajdin Hrustic mit seinem gefühlvollen Distanzschuss nur die Latte des Mainzer Tores getroffen. „Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir das 2:0 frühzeitig schießen“, sagte Glasner. „So war es hinten raus noch einmal spannend.“ Seine größte Rettungstat vollbrachte Eintracht-Torhüter Kevin Trapp, als er in der 90. Minute dem Torschuss von Aarón erfolgreich im Weg stand.

          Glasner scheint mit dem jetzt von der Eintracht favorisierten 3-4-2-1-System den Königsweg gefunden zu haben. Die Spieler fühlen sich wohl und entwickeln sich weiter. Trapp, Hasebe, Martin Hinteregger, Evan Ndicka, Djibril Sow, Filip Kostic und Daichi Kamada bilden die Korsettstangen des Teams. Mit deren Unterstützung sind auch die Neuzugänge Kristijan Jakic, Borré und Lindström deutlich leistungsstärker geworden.

          Der 21 Jahre alte Däne Lindström ist momentan der Shootingstar: In den vergangenen sechs Begegnungen gelangen ihm vier Treffer und zwei Torvorlagen. Lindström habe sich zu Beginn „an die Intensität der Liga gewöhnen“ müssen“, sagte Glasner, „er hat aber eine gute Entwicklung genommen“. Auch Borré weiß sich jetzt mit seinen Fähigkeiten besser zu behaupten. Er profitiert von den vermehrt flachen Anspielen. „Wir sind als Team noch mehr zusammengewachsen“, sagte Außenbahnspieler Timothy Chandler und zeigte sich vom „super Jahresabschluss“ begeistert.

          Lindström hob „die Mentalität der Mannschaft“ hervor. Kein Wunder, dass sich die personellen Veränderungen in der Transferperiode im Januar wohl in Grenzen halten werden. Glasner berichtete davon, dass er Krösche „keine Wunschliste“ habe zukommen lassen. Und der Sportvorstand nahm zwar Bezug auf den großen Kader, sagte aber auch, dass der Verein grundsätzlich Vertrauen in jeden Spieler habe. „Man wird sehen, ob sich Veränderungen ergeben.“ In den zurückliegenden Wochen hat die Eintracht die Konkurrenz das Fürchten gelehrt.

          Im neuen Jahr wollen die Frankfurter noch dominanter auftreten. „Jetzt ruhen wir uns ein wenig aus – und kommen noch stärker zurück“, kündigte Lindström an. Das ist ein großes Versprechen. Im Jahr 2021 konnten die Frankfurter insgesamt 70 Punkte für sich verbuchen. Besser waren nur Bayern München (91)und Dortmund (76).

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