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Eintracht Frankfurt : Sow zurück in der ersten Reihe

  • -Aktualisiert am

Sperriger Abwehrspieler: Frankfurts Djibril Sow (l.) lässt Leipzigs Dani Olmo keinen Raum zur Entfaltung Bild: EPA

Der Schweizer Djibril Sow ist wieder ein Kandidat für die Startelf bei Eintracht Frankfurt. Sein Tief hat er aus eigener Kraft und mit der Hilfe von Granit Xhaka überwunden.

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          Djibril Sow ist wieder da. Nicht, dass er schon mal weg war, was ihm einige Kritiker zwischendurch schon mal empfohlen hatten. Djibril Sow ist wieder in die erste Reihe der Fußball-Profis der Frankfurter Eintracht zurückgekehrt. In die Reihe, aus der sich die Startelf speist und jene Ersatzspieler, die regelmäßig einen Teilzeiteinsatz erhalten. Beim 1:1 gegen Leipzig stand der laufstärkste aller Frankfurter Mittelfeldspieler am vergangenen Samstag nach Monaten wieder einmal in der Anfangsformation. Und nach seiner sehr soliden Leistung spricht nichts dagegen, dass er auch am kommenden Samstag bei Union Berlin in der Startaufstellung seinen Platz findet.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Diese elitäre Position in der Hierarchie musste er sich bei seiner Ankunft in Frankfurt im Sommer 2019 nicht erkämpfen, er bekam sie von Trainer Adi Hütter verliehen. Sow war schließlich sein Mann. Auf Hütters Wunsch hin war der Schweizer Mittelfeldspieler verpflichtet worden, den er in ihrer gemeinsamen Zeit bei Young Boys Bern zum Führungsspieler gemacht hatte, obwohl Sow erst Anfang 20 war. Neuneinhalb Millionen Euro Ablöse musste die Eintracht überweisen, was manche für etwas übertrieben hielten. Aber Sow hatte wegen seiner konstant starken Leistungen in der Schweizer Liga und der Champions League einige wohldotierte Angebote anderer Vereine vorliegen, und die Eintracht war gerade flüssig, weil die „Büffelherde“ veräußert worden war. Das Risiko einer Fehlinvestition schien ohnehin gering. Hütter verbürgte sich für die Qualitäten des Schweizers – als Profi und als Mensch.

          Sow und die Eintracht – das war wie eine gemähte Wiese, um eine Formulierung aufzugreifen, die Adi Hütter gerne verwendet, wenn er von Dingen spricht, die wie von selbst laufen. Aber die gemähte Wiese erwies sich als Stoppelacker mit vielen Furchen und Löchern als Stolperfallen. Und Sow stolperte. Die ersten Monate schenkte ihm Hütter weiter das Vertrauen. Beim 5:1-Triumph über die Bayern schien Sow nach durchwachsenen Anfangswochen endgültig in Frankfurt angekommen. Der Schweizer krönte eine starke Vorstellung gegen den Rekordmeister mit einem Tor. Doch dann geriet die Eintracht in eine anhaltende Krise, und Sow war einer der Profis, die am stärksten darunter litten. Er verlor sein Selbstvertrauen, seinen Stammplatz, und irgendwann rutschte er ganz aus dem Blickfeld des Trainers. Als es nach der Corona-Pause mit der Eintracht wieder aufwärtsging, trugen andere die Verantwortung dafür auf dem Platz. Sow war out, richtig out.

          Und vielleicht hätte er den Wiedereinstieg bei der Eintracht nicht mehr gefunden, wenn es nicht die Schweizer Nationalmannschaft gäbe. Nationaltrainer Vladimir Petkovic berief den 23 Jahre alten, in Zürich geborenen Sohn einer Schweizerin und eines Senegalesen Anfang September zu den Nations-Cup-Partien gegen die Ukraine und Deutschland, obwohl dieser über keinerlei Spielpraxis verfügte. Und Sow überzeugte auf Anhieb. Beim 1:1 gegen Deutschland konnten sich die deutschen Fußballfans am Bildschirm von den Qualitäten des Eintrachtprofis überzeugen. An der Seite von Granit Xhaka hielt er das Mittelfeld von Bundestrainer Joachim Löw mit Draxler, Kroos und Gündogan weitgehend in Schach. Danach bestritt er alle fünf weiteren Länderspiele der Schweiz in diesem Jahr.

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