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Eintracht Frankfurt : Die Zukunft kann kommen

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Ein gutes Team: die Eintracht der Saison 2019/20. Bild: EPA

Zweimal gelang der Eintracht in dieser Saison ein Turnaround nach schwierigen Phasen. Auch für die kommende Spielzeit sind die Aussichten gut, was Vereinsführung, Trainer und Kader betrifft.

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          Die Saison 2019/20 wird in den Eintracht-Annalen als eine ordentliche bis gute aufgeführt werden. Trotz einiger Möglichkeiten, die verspielt wurden, um ein noch besseres Ende zu erleben. Zwei spektakuläre Jahre hintereinander mit dem Pokalsieg 2018 und dem Erreichen des Halbfinales der Europa League 2019 verführen viele Menschen, die den Adler in der Brust haben, dazu, es als selbstverständlich anzusehen, dass ihre Lieblingsmannschaft über ihre Verhältnisse erfolgreich spielt, überperformed, wie es der Börsianer sagt.

          Aber das ist es nicht. Es ist noch nicht einmal normal, dass eine Bundesligamannschaft Jahr für Jahr ihrer Substanz entsprechend abschneidet wie die Eintracht in diesem Jahr. Was Werder Bremen und Schalke 04 in den vergangenen Monaten widerfahren ist, davor sind auch die Frankfurter nicht gefeit. Verletzungspech, ungünstige Spielverläufe, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen (Rote Karten, Aberkennung von Toren) können in einen Negativstrudel und in eine psychische Blockade führen, die verhindern, dass die Mannschaft ihr Potential abrufen kann.

          Die Eintracht, zusätzlich durch das anstrengendste Programm aller Bundesligaklubs belastet, erlebte diese Situation in dieser Spielzeit zweimal. Eine Negativserie währte sieben Spiele, die andere sechs. Zweimal erhöhte eine Spielunterbrechung die Chance, wieder zu Kräften und zu einem klaren Kopf zu kommen. Zweimal gelang der Turnaround. Auch mit einem bisschen Glück, aber vor allem weil bei der Eintracht grundsätzlich gut gearbeitet wird.

          Der Kader ist (für die finanziellen Möglichkeiten) gut zusammengestellt, das Training und die medizinische Betreuung sind top, was die körperliche Verfassung des Teams nach 104 Pflichtspielen in zwei Jahren beweist. Und Trainer Adi Hütter hatte die Mannschaft fest im Griff und eng hinter sich geschart, auch in den dunklen Momenten dieser Saison. Der Österreicher machte nicht alles richtig. Die ein oder andere seiner Personalentscheidungen, der Umfang der Rotation in mancher Phase der Saison, sein Zögern, während der Spiele durch frühzeitige Wechsel Veränderungen herbeizuführen, sind diskutabel. Aber bei weitem überwiegt das Positive.

          Hütter tut der Eintracht sehr gut mit seiner akribischen, nüchternen und gewissenhaften Art. Sein großer Ehrgeiz treibt die Spieler an, er hat die Zügel in der Hand. Und die Summe der Auftritte seiner Mannschaft weisen ihn eindeutig als Fachmann aus.

          Was die kommende Spielzeit bringen wird, ist durch die Corona-Pandemie noch schwieriger zu prognostizieren als sonst. Aber die Voraussetzungen für die Fortsetzung des kontinuierlichen Aufstiegs der Adler sind gegeben. Der Verein wird mit Ruhe und Vernunft geführt, der Trainer passt, der Kader ist schon vor Beginn der Transferperiode gut besetzt. Dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine internationalen Aufgaben anstehen werden, birgt die Chance, die Mannschaft zu entwickeln und zu verbessern. Die Eintracht kann sich auf die Zukunft freuen.

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