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Eintracht Frankfurt : Die Vorteile einer Europa-Pause

  • -Aktualisiert am

Das hat gesessen: David Abraham hält mit seinem Treffer gegen Schalke die Möglichkeiten auf die Teilnahme an der Europa League offen. Bild: dpa

Noch ist die abermalige Qualifikation zur Europa League möglich. Aber die dritte Europa-Tour der Eintracht wird immer unwahrscheinlicher. Das Ende der Dauerbelastung hätte auch etwas Gutes.

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          Es ist nicht unmöglich, aber es spricht nicht viel dafür, dass es gelingt. Das Positive am 32. Bundesliga-Spieltag für die Frankfurter Eintracht war neben ihrem 2:1-Heimsieg über Schalke 04, dass nach der Wolfsburger Niederlage in Mönchengladbach sogar Platz sechs wieder in Reichweite ist.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das Negative überwiegt jedoch. Mit ihren Erfolgen in Augsburg und über die Hertha hielten Hoffenheim und Freiburg ihren Vorsprung von fünf beziehungsweise vier Punkten vor der Eintracht. Um zum dritten Mal nacheinander an der Europa League teilzunehmen, muss die Eintracht nicht nur in ihren beiden verbleibenden Begegnungen Köln (Samstag, 15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) und Paderborn (Samstag, 27. Juni, 15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) besiegen, sondern zwei von drei Konkurrenten dürfen kein Spiel mehr gewinnen.

          In der vergangenen Saison war die Ausgangsposition nach dem 32. Spieltag noch umgekehrt. Die Eintracht lag auf Platz vier, der für die Champions League gut genug war. Am Ende reichte es jedoch nur noch für Rang sieben, und das auch nur, weil die Mainzer Hoffenheim nach Rückstand noch bezwangen. Leverkusen, Wolfsburg und Mönchengladbach überflügelten die Frankfurter in den beiden letzten Partien der Saison. Damals betrug der Vorsprung der Eintracht aber auch nur zwei beziehungsweise drei Punkte vor den Konkurrenten.

          „Wir werden alles versuchen“, versicherten alle Eintracht-Protagonisten. Dabei ist der Gedanke gar nicht so abwegig, sich nach zwei anstrengenden Jahren wieder einmal eine Europapokal-Pause zu gönnen. Die Dauerbelastung, die aus 104 Pflichteinsätzen in zwei Spielzeiten resultiert, hat die Frankfurter Profis zwischenzeitlich an ihre Grenzen geführt. Ob sie den Ritt ohne Corona-Pause so gut überstanden hätten, ist fraglich.

          Vor der Saison-Unterbrechung hatten die Hessen mit ihrer zweiten Negativserie der Saison zu kämpfen. Die erste war durch die Winterpause unterbrochen worden. Aber auch ohne den neuerlichen Vorstoß ins internationale Geschäft wird die Sommerpause der Eintracht kürzer ausfallen als die der meisten anderen Bundesliga-Klassenkameraden.

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          Anfang August wird die Europa-League-Kampagne 2019/20 zu Ende gespielt. Und mindestens einmal müssen die Frankfurter noch ran – zum Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Basel. Das 0:3 aus dem Hinspiel aufzuholen ist allerdings ähnlich unwahrscheinlich, wie Platz sieben in der Bundesliga zu erreichen. Trainer Adi Hütter wurde nach dem Sieg über Schalke gefragt, ob schon ein Plan existiere, wie die Aufgabe gegen Basel angegangen werde. Seine Antwort bestand lediglich aus einem Wort: „Ja.“

          Hütter nahm sich an diesem Abend lieber die Zeit, seine Mannschaft einmal ausführlicher zu loben. Er attestierte ihr eine überragende Mentalität und Berufsauffassung. „Wir haben nach einigen Schwierigkeiten wieder eine ordentliche Saison hingelegt. 13 Punkte aus den letzten sechs Spielen sprechen eine deutliche Sprache, dabei haben wir sehr viel mehr Spiele gehabt als viele andere. Wir haben einen tollen Kader. Ich bin stolz auf ihn.“

          Der Trainer verschloss nicht die Augen davor, dass auch mehr möglich gewesen wäre: „Wir haben viel liegen lassen. Aber wir sind auch immer wieder zurückgekommen. Wir haben zwar zu viele Gegentore zugelassen, aber auch nur vier Tore weniger geschossen als in der vergangenen Saison.“ Für Hütter war am Mittwoch das Eintracht-Glas mehr als halb voll und noch nicht einmal halb leer. „Ich bin froh, wie die Saison gelaufen ist.“

          „Wir haben einen anderen Anspruch“

          Auch das 2:1 über Schalke, das die bewegte Saison beispielhaft widerspiegelte, bewertete der Frankfurter Trainer positiv: „Wir haben über 50 Minuten ein tolles Spiel gezeigt, hatten gegen einen tiefstehenden Gegner viele Lösungen.“ Dass die Mannschaft ins Schwimmen gekommen sei und in Überzahl (Gelb-Rote Karte gegen Bozdogan) die Konter nicht klar ausgespielt wurden, sei zwar ärgerlich: „Aber wie haben dennoch verdient gewonnen.“

          Wie es um die Berufsauffassung der Frankfurter Profis bestellt ist, davon berichtete Mittelfeldspieler Ilsanker: „Es herrscht gerade eine ganz komische Atmosphäre in der Kabine“, plauderte der österreichische Nationalspieler aus. „Wir haben zwar gewonnen, aber nach einer tollen Leistung in der ersten Halbzeit den Gegner wieder eingeladen. Die Stimmung ist gerade schlecht, wir haben einen anderen Anspruch an uns.“ Ob der hohe Anspruch an sich die Eintracht noch nach Europa führen wird, liegt allerdings in den Händen oder Füßen der Wolfsburger, Hoffenheimer und Freiburger Kollegen.

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