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Niederlage beim Absteiger : Peinliches Ende eines Traums

Adi Hütter: Mit der Ankündigung seines Wechsels begann die Negativserie der Eintracht. Bild: dpa

Eintracht Frankfurt verliert 3:4 beim Absteiger „auf“ Schalke und hat kaum noch Chancen auf die Champions League. Die Kritik wird lauter – auch an Trainer Adi Hütter.

          4 Min.

          Der Traum scheint ausgeträumt. Um wirklich noch die Qualifikation für die Champions League zu erreichen, müsste schon ein großes Fußballwunder passieren. Davon aber ist nach der peinlichen 3:4-Niederlage der Eintracht beim schon lange als Absteiger feststehenden FC Schalke 04 nicht unbedingt auszugehen. „Die ganze Mannschaft hat versagt“, sagte Sebastian Rode nach dem Tiefschlag tief im Westen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Für Schalke war es am vorletzten Spieltag erst der dritte Sieg in dieser für sie so katastrophal verlaufenen Saison. Für die Eintracht war es die Fortführung dessen, was nach Trainer Adi Hütters Bekanntgabe, den Klub im Sommer in Richtung Mönchengladbach zu verlassen, am 29. Spieltag begonnen hatte. Das 3:4 ist seitdem schon die dritte Niederlage im fünften Spiel. Rode sagte in Gelsenkirchen über den Zusammenhang zwischen Hütters Ankündigung und dem Leistungsfall der Mannschaft: „Es ist nicht von der Hand zu weisen. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß.“ Hütter räumte ein: „Die Enttäuschung ist groß, der Stachel sitzt tief. Wir haben es  alle zusammen vergeigt, keine Frage. Respekt vor Schalke, wie sie gespielt haben, aber trotzdem darf uns nicht passieren, dass wir hier verlieren.“

          Bundesliga

          Tabellenfünfter ist die Eintracht. Die vor ihnen liegenden Klubs Borussia Dortmund (ein Punkt Vorsprung) und VfL Wolfsburg (drei Punkte) greifen erst an diesem Sonntag in das Geschehen ein und können bei ihren Prüfungen in Mainz (18 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) und in Leipzig (20.30 Uhr) schon am Abend unter Flutlicht die letzten Restzweifel an der Qualifikation für die Königsklasse beseitigen.

          Über die vagen Chancen der Eintracht, doch noch das Unmögliche möglich zu machen, sagte Rode: „Ich glaube nicht, dass Dortmund noch Punkte liegen lassen wird, zumal jetzt mit dem Rückenwind durch den Pokalsieg.“ Zu den  Wolfsburgern könnte die Eintracht noch theoretisch aufschließen, hätte aber als kaum zu tilgende Hypothek die weitaus schlechtere Tordifferenz von aktuell elf Treffern vor Augen.

          Drei Neue, ein Ziel: Das letzte Auswärtsspiel auf Schalke musste unbedingt gewonnen werden – mit Timothy Chandler, Evan Ndicka und Amin Younes in der Startelf. Nachdem Hütter in den vergangenen Wochen darauf verzichtet hatte, es mit zwei sogenannten Zehnern zu versuchen, kehrte er am Samstag zu dieser taktischen Variante zurück. Younes und Daichi Kamada also sollten im Verbund für die besonderen kreativen Spielmomente sorgen. Doch es waren die Schalker, die das erste überraschende Ausrufezeichen setzten. Der Absteiger ging in der 15. Spielminute durch Klaas-Jan Huntelaar 1:0 in Führung. Eintracht-Verteidiger Tuta hatte zuvor Amine Harit im Strafraum zu Fall  gebracht. Der Schalker Kapitän benötigte zwei Versuche, um Kevin Trapp zu überwinden. Den schwach geschossenen Strafstoß parierte der Eintracht-Keeper noch, beim Nachschuss des Niederländers jedoch war er machtlos.

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