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Eintracht Frankfurt : „Das gesamte Programm“ für Nikolov

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Zwei Verletzte: Pröll plagt sich mit gebrochener Rippe, Nikolov zwackt der Oberschenkel Bild: picture-alliance/ dpa

„Oka ist ein Beißer“, sagt Eintracht-Torwarttrainer Menger über die Nummer zwei im Kasten der Frankfurter. Und beißen muss Oka Nikolov im übertragenen Sinne auch, denn ihn plagt weiter ein verletzter Oberschenkel.

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          Friedhelm Funkel hatte dem spielenden Personal der Frankfurter Eintracht einen Tag freigegeben. Am Montag durften sich die Profis ausruhen und privaten Angelegenheiten nachgehen. Einer aber hatte nicht frei. Torhüter Oka Nikolov war schon um neun Uhr von seinem Wohnort nahe Dieburg in die Frankfurter WM-Arena gefahren. Fast vier Stunden lang wurde Nikolovs rechter Oberschenkel behandelt. An ihm, an Nikolov selbst und an dessen Oberschenkel, hängt viel in den kommenden Wochen. Denn auf Nikolovs Kollegen Markus Pröll nach eine Rippenbruch und Jan Zimmermann nach einem Handbruch muss die Eintracht auf jeden Fall weiter verzichten. Also bleibt nur Nikolov mit Profierfahrung übrig. Als der Torhüter sich beim Spiel in Mönchengladbach in der ersten Halbzeit bei einem Abschlag verletzt hatte und in der Halbzeitpause in der Kabine zur Behandlung auf der Liege lag, war nicht nur seinem Mitspieler Christoph Spycher „der Schreck in die Glieder gefahren.“ Ein Ausfall Nikolovs könnte unabsehbare Folgen im Abstiegskampf haben.

          Doch zum Glück für die Eintracht konnte der 32 Jahre alte Torhüter die 90 Minuten in Mönchengladbach durchstehen und in der Nachspielzeit mit einer tollen Parade gegen Nando Rafael gar die Niederlage verhindern. Kurioserweise habe er bei der Abwehrtat „keinerlei Schmerzen“ verspürt, erzählt Nikolov, „nur aufstehen konnte ich danach kaum noch.“ Die vom Trainer und auch vom Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen später kritisierte Kommunikation mit Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sei im übrigen „nicht möglich“ gewesen, sagt Nikolov. Er habe mehrfach versucht, den Unparteiischen darauf hinzuweisen, dass er wegen der Verletzung nicht mehr in der Lage sei, Abschläge auszuführen. „Doch der Schiedsrichter war nicht ansprechbar, der hat mir gar nicht zugehört“, sagt Nikolov.

          Ultraschall, Strom, Massagen und Dehnübungen

          Gleich nach dem Abpfiff hatte Oka Nikolov die Beschwerden falsch eingeschätzt. Die Schmerzen hätten sich „extrem“ angefühlt, er habe gedacht, es sei etwas „gerissen“. Am Sonntag hatte er nach intensiven Untersuchungen und einer Kernspintomografie die Gewissheit, dass es sich lediglich um eine Muskelverhärtung handelt. Mit Ultraschall, Strom, Massagen und Dehnübungen, „dem gesamten Programm“, wie Nikolov sagt, wird nun von der medizinischen Abteilung daran gearbeitet, den einzig verbliebenen Profitorwart für das Heimspiel am Samstag gegen Cottbus spielfähig zu machen. Am Montag war Oka Nikolov schon wieder viel optimistischer, dass dies gelingen könnte. Die Diagnose habe ihn „beruhigt“, sagte er, „am Donnerstag oder Freitag werde ich mit dem Training beginnen“.

          Auch Trainer Friedhelm Funkel hat aufgeatmet. Drei, vier Tage Pause seien für einen Torwart „kein Problem“, die Arbeit mit dem übrigen Teil der Mannschaft sei ab heute nicht eingeschränkt. Nils Holzhäuser und Pablo Alvarez, die beiden Torhüter der U 23 und der U 19, werden in den Übungsstunden zwischen den Pfosten stehen. Umstellen muss sich alleine Andreas Menger. Der wegen seiner Arbeit hochgeschätzte Torwart-Trainer der Eintracht muss mit den Aushilfskräften anders arbeiten als mit dem Stammpersonal, „weil die ganz andere Voraussetzungen haben“. Kaum ein anderer kennt Oka Nikolov so gut wie Menger. Auch deshalb geht der Trainer davon aus, dass Nikolov am Samstag spielen wird. „Oka ist ein Beißer“, sagt Menger, „er würde sich auch mit kleineren Beschwerden ins Tor stellen.“ Um diese zu vermeiden, wird Oka Nikolov in den nächsten Tagen weiter viel Zeit auf den Behandlungsliegen in den Räumen der medizinischen Abteilung der Eintracht verbringen.

          Neuer Torwart ausgeschlossen

          Da die Statuten der Deutschen Fußball-Liga die Verpflichtung eines neuen Torwarts zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausschließt, wird es Personaldiskussionen erst in der Sommerpause geben. Die Trainer und die sportliche Leitung würden sich dann „zusammensetzen und die Situation analysieren“, sagt Menger. Es gebe einige Lösungsansätze, um eine ähnlich prekäre Situation wie in diesen Tagen und Wochen für die Zukunft zu vermeiden.

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